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Kathrin Passigs Zielvorgabe: „Weniger schlecht programmieren“

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Buchcover

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Kathrin Passig kennt man im Bibliothekswesen vor allem durch Ihre – kontrovers diskutierten – Texte zu Bibliotheken oder E-Books, aber da gibt es noch mehr zu entdecken …

Ein IT-Buch mit einer Bachmann-Preisträgerin als Co-Autorin? Das, in Verbindung mit dem – herrlich pragmatischem – Titel „Weniger schlecht programmieren“, klingt doch schon einmal sehr vielversprechend.

(Den Co-Autor Johannes Jander sollte man natürlich nicht unterschlagen, von dem gibt es aber einfach weniger im Netz …)

Die Zielgruppe des Buches sind Leute, die in das Programmieren eher „rein gerutscht sind“, das heißt keine formale Ausbildung haben und nach „best practices“ suchen. Ich denke im Bibliothekswesen gibt es einige von uns (mich eingeschlossen) auf die die Beschreibung ganz gut zutrifft.

Das Buch ist bewusst „sprachenagnostisch“ gehalten, bei einzelnen Konzepten wie beispielsweise „Exceptions“ gibt es ein Beispiel in Pseudocode und danach wird erklärt wie  dieses Feature in Sprachen wie Java, JavaScript, PHP, Ruby und Python implementiert ist.

Ein starker Fokus des Buches liegt auch auf dem sozialen Aspekt des Programmierens. Kapiteltitel wie „Unrecht haben für Anfänger“, „Schlechten Code gefasst ertragen“ oder „Zwischen Hybris und Demut“ weisen darauf hin.

Kapitel wie „80/20 ist gut genug (meistens)“ oder „Absolution: Wann Bad Practice okay ist“ passen auch gut zum pragmatischen Titel.

Aus diesen Überschriften wird auch schon der etwas flapsige Ton deutlich, der das Buch recht flüssig lesbar macht. Auch wird der eigentliche Text aufgelockert durch Tweets und Geschichten aus der Praxis, welche die Materie nochmals leichter fassbar machen.

Hat mir das Buch etwas gebracht? Vielleicht jetzt nichts Konkretes, aber doch einen Haufen guter Vorsätze: Vermehrt darauf achten eher den „schönen“ Code zu schreiben, als schnelle Lösungen. Noch mehr begleitende Tests zu schreiben. „Organisch gewachsenen“ Code, wenn denn mal Zeit ist, zu refaktorieren.

Interessanterweise wirken die ganzen Hinweise und „best practices“ im Buch nicht abschreckend, sondern wecken – zumindest bei mir – auch die Lust aufs Programmieren.

In Passigs Tumblr gibt es übrigens ein schönes „Making-Of“ zur siebenjährigen (!) Vorgeschichte des Buches, in dem schön die Tücken des kollaborativen Schreibens beschrieben werden:

Januar 2009

Ein kurzes Experiment mit Zoho endet in Geschrei und Datenverlust.

und schließlich:

Ganz zum Schluss, nach der Buchabgabe im Herbst 2013

Wir zanken uns heftig mit dem Verlag, als sich herausstellt, dass man dort mit Markdown nichts anzufangen weiß und den Text in mehrtägiger Handarbeit nach Word konvertiert. Beim Verlag stellt man sich auf den Standpunkt, wir hätten ja von Anfang an mit was Vernünftigem arbeiten können.

Das finde ich eigentlich auch.

Wer einmal schauen will, über welche Bibliotheken das Buch verfügbar ist, kann einfach folgenden OpenURL-Link benutzen:

Passig, K., & Jander, J. (2013). Weniger schlecht programmieren. Bejing: O’Reilly. digibi_verf_sk_2_de

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Written by Peter

März 12, 2014 at 9:03 pm

Mehr Bücher (inkl. einem Atlas) auf GitHub…

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Vor einiger Zeit hatte ich ja über das kollaborative Erstellen von Texten mit GitHub geschrieben. Unlängst habe ich wieder ein paar schöne Beispiele gefunden: z.B.: Das „Modern Perl Book“. Ursprünglich wurde dieses Projekt 2009 gestartet, um die neuen Features von Perl 5 etwas bekannter zu machen:

Remember, however, the Internet rarely forgets. A Perl tutorial which represented the best version of Perl from 1991 may still be around — and thanks to search engines, it may be the most highly recommended tutorial anywhere. Eighteen years later, Perl’s moved on. We’ve learned a lot since then.

The best way to write Perl programs in 1991 or 2001 or 2004 isn’t necessarily the best way to write Perl programs in 2009. It’s time to discuss and document and disseminate all of the wisdom of the greater Perl community. It’s time to talk about modern Perl.

Der Text des Buches wird auf GitHub gehostet und kann dadurch von jeder GitHub-Nutzerin/jedem GitHub-Nutzer verbessert werden. 46 Leute haben diese Gelegenheit auch genutzt und so listet die Commit-History bereits 961 Beiträge.

Die Kapitel liegen als reine Textdateien (im POD-Format) vor. Dies erleichtert einerseits die Änderungsverwaltung, anderseits ist das verwendete Format ein guter Ausgangspunkt für Konvertierungen. Man kann sich also selbst aus dem Quelltext eine PDF- oder EPub-Version bauen.

Eine Ideensammlung (daher etwas unstrukturiert) zum Thema kollaboratives Bücherschreiben gibt es auch bei den „GitHub Official Teaching Materials“.

Aber dieses Verfahren wird jetzt nicht nur bei kleinen Community-Projekten eingesetzt, mit „Atlas“ (Website, Blog) beteiligt sich mit „O’Reilly“ auch ein großer Verlag daran. Diese neue Plattform klingt erstmal ziemlich interessant:

  • The platform is based on Git (version control), but for text content. In other words, it uses all of the same processes that we developers use (eg. commits, reverts, branches, pull requests, etc.), but now it’s intended to be used for written content instead of for code, to make it easier for writers to collaborate (or just to keep track of different drafts and revert to older versions of specific parts of the book as needed).
  • The platform includes a web-based text editor for editing the actual content of your book. You can either do all your writing in there, or copy-paste from Word, and apply formatting using their GUI or the mark-up language AsciiDoc. The mark-up is designed so that regardless of how you choose to apply your formatting, it can properly be converted to and should look good in all formats (print, e-book, desktop, and mobile).There are some screenshots of what the web editor looks like here.
  • Once you’re ready to publish, the one source file for your book that you’ve been working on can generate a print book format, an e-book format, a desktop browser format, and a mobile-optimized browser format. What I’m not sure about is whether you’re still responsible for the distribution of these various formats yourself (ie. you need to host the websites, secure a publishing deal, etc.) or whether O’Reilly and the platform also provide for that.

Mehr Informationen (inkl. einem kleinem Video) zu Atlas gibt es auf dieser Seite, einige mit „Atlas“ erstellte Bücher kann man bereits online lesen.

Written by Peter

August 19, 2013 at 7:15 am

Veröffentlicht in Allgemein, E-Books, Perl, Scripts, Soziale Netzwerke

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