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Neulich im Feedreader (Teil XVIII): Drohnen, bibliothekarische Angebote für Geflüchtete und Linked Data

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  • Drohnen zur Büchersuche

    In Oslo wurde eine spannende Kinder- und Jugendbibliothek eröffnet:Biblo Tøyen. Da die Bücher dort als „floating collections“ organisiert sind, soll der genauer Standort nächtlich per Drohne erfasst werden:

All books have radio tags on their covers and every night a drone will fly over the bookshelves to scan and locate each book for easy access the next day.

In 2016 the odds appear to be steadily turning in favour of a broader application of linked data in libraries and other heritage institutions, in any case in my own experience. […] And the term “linked data” appears more and more in official library policy documents.

Written by Peter

Juni 12, 2016 at 1:57 pm

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IFLA Tag 4: Die General Assembly

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Hier noch ein Bild aus der IFLA-Generalversammlung, die am Mittwoch Nachmittag stattfand.

Die Abstimmung

Die Abstimmung

Das sieht jetzt sehr beeindruckend aus, im Endeffekt wurde aber nur über den Termin der nächsten Generalversammlung abgestimmt.

Da nicht alle Mitglieder zu den Konferenzen reisen können, kann man sein Stimmrecht übertragen, daher die unterschiedliche Farbe der Stimmzettel: rot ist eine Stimme, blau 10 Stimmen und grün 20.

Ansonsten gab es die üblichen Tagesordnungspunkte die man von jeder Vereinssitzung kennt: Rückblick, Ausblick und Bericht des Schatzmeisters.

Für die zukünftigen Aktivitäten wird natürlich die „Lyon Declaration“ eine große Rolle spielen.

Written by Peter

August 21, 2014 at 1:08 pm

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IFLA Tag 1: Die Eröffnung und der bibliothekarische Baedeker

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Heute fand dann die offizielle Eröffnung statt. Neben den obligatorischen Grußworten gab es auch einen kleinen Beitrag vom Institut Lumiere, bei dem die ersten Filme der (Lyoner) Brüder Lumière gezeigt wurden. Dabei gelernt: Katzenvideos sind keine Erfindung des Internetzeitaltes.

Den Festvortrag hielt Bernard Stiegler über die Zukunft des Lesens. Ich hoffe, dass es davon noch eine englische Version geben wird. Da ich mich nicht in die lange Schlange vor der Kopfhörerausgabe einreihen wollte, ist mein Verständnis eher rudimentär geblieben (allerdings schön, wie die deutschen Begriffe „Umwelt“, „Aufklärung“ und „Vernunft“ auch in der französischen Philosophie verwendet werden..)

Den Abschluss des Programms bildete ein Auftritt der französischen Breakdance-Gruppe „Pockemon“ (nein, hat nichts mit Pikachu zu tun..). Hier ein kleiner Eindruck:

Danach begann dann der fachliche Teil. Meine erste Session war „1001 libraries to see before you die“, in der es um öffentliche Bibliotheken ging. Im ersten Teil wurde ein gemeinsamer Preis der dänischen Agentur für Kultur („Kultur Styrelsen“) und einer dänischen Architekturfirma verliehen. Die australische „Craigieburn Library“ darf sich jetzt „best Public Library of the Year 2014“ nennen. (Mehr Informationen zu diesem Wettbewerb)

Namensgeber dieser Session war aber das Blog „1001 Libraries to see before you die“.

BibliothekarInnen reisen gerne, was aber fehlt ist eine Art Reiseführer, der auf besonders interessante Bibliotheken im jeweiligen Reiseland aufmerksam macht:

Planning a trip, want to visit some libraries but not sure where you should go? Wonder no more! Your colleagues from the IFLA Public Libraries Section are busily compiling the ultimate guide for Librarians 1001 libraries to see before you die. Our online initiative aims to bring together best practice examples of public library buildings and spaces from around the world.

Im Moment wurden bereits an die hundert Einträge gesammelt, die nach und nach eingepflegt werden. Es fehlen also noch ca. 900 Bibliotheken ;-). Vorschläge nimmt die Koordinatorin der IFLA Sektion „Public Libraries“ gerne entgegen!

Written by Peter

August 17, 2014 at 4:42 pm

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IFLA Tag 0: Die Schokoladenbibliothek

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Vor der eigentlichen Tagungseröffnung finden immer sogenannte „Caucus Meetings“ statt, bei denen sich die Vertreter einzelner Länder oder Sprachen versammeln. Bei den deutschsprachigen Ländern waren dann hauptsächlich TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Zu Beginn hat das deutsche IFLA-Nationalkomitee aus seiner Arbeit berichtet: die Website wurde neu gestaltet und ein Leitbild erstellt. Eines der zentralen Vorhaben des Komitees ist die deutsche Übersetzung der allgemeinen IFLA-Seite. Dieses Projekt wird erfreulicherweise von Bibliotheksverbänden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finanziert.

Als kleine Vorübung für die kollaborative Arbeit wurde zunächst einmal der IFLA-Trendreport ins Deutsche übersetzt. Es sieht so aus – und wenn ja, wäre das wirklich lobenswert, dass dies nur „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ – sprich einer intensiveren, multinationalen Zusammenarbeit der Verbände ist. Nächster Schritt soll eine gemeinsame Vorstandssitzung sein, aus der dann hoffentlich weitere konkrete Aktivitäten entstehen.

Ein Vertreter des französischen Nationalkomitees hat dann auch noch über deren Projekte und Veranstaltungen rund um den Kongress berichtet: unter dem Titel „My French Library/Ma bibliothèque en France“ gibt es unter anderem eine Bookcrossing Aktion, den „French Library Boulevard“ und auch eine „Tattoo Bar“ (für ein bleibendes Souvenir ;-)).

Als nächstes wurden die – heuer neu eingeführten – Orientierungsstipendien von BII und BID vorgestellt. Die ausgewählten StipendiatInnen sollen in einem gemeinsamen Blog täglich von Ihren Erfahrungen in Lyon berichten. Wahrscheinlich ist diese Form besser als die üblichen nachträglichen PDF-Artikel geeignet, Informationen aus den Tagungen in die deutsche Fachcommunity zu tragen.

Ebenfalls von den deutschen Verbänden unterstützt wird das Team der ÜbersetzerInnen und des deutschen IFLA-Express. Auch hier wurden die KollegInnen vorgestellt. Schön, dass sich immer wieder BibliothekarInnen finden, die sich diese stressige Arbeit antun!

Ein besonderes Schmankerl hat dann noch Herr Locher vom Verband „Bibliothek Information Schweiz“ mitgebracht: eine Schokoladen-Bibliothek. (Auch wenn die Terminologie nicht ganz korrekt war: glücklicherweise bestand bei den Schokotäfelchen keine Rückgabepflicht…)

 

 

 

Written by Peter

August 17, 2014 at 3:52 pm

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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Kongress-Notizen Teil 1: Ein Willkommensgruß, Keime, Parasiten und die Hashtag-Hotline

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Lyon ist IFLA-Stadt

Bereits bei meiner letzten Tagung fand ich die Organisation bemerkenswert gut. Auch heuer wimmelt es überall nur so von volunteers. Im Bahnhof ist sogar ein kleiner Infostand aufgebaut und die Busse, die zum Kongresszentrum fahren, haben IFLA Plakate im Fenster.

Plakat

Seid willkommen BibliothekarInnen aller Länder

Nett fand ich auch, dass überall in der Stadt (nicht nur in der Nähe der Konferenz) Plakate hängen, auf denen die TeilnehmerInnen begrüßt werden.

Keime und Parasiten

Der Preis für das schrägste Rahmenprogramm geht eindeutig an:

„The Doctor Merieux Museum of Biological Sciences will check out which germs or parasites are on your skin and explain [to] you the major international challenges facing public health.“

Die Hashtag-Hotline

Eine nützliche Idee, die man gerne auch für das Bibcamp und den nächsten Bibliothekartag übernehmen könnte:

 

Written by Peter

August 16, 2014 at 3:41 pm

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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EVA goes international…

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Nur ein kleiner Hinweis, dass heute unser Artikel zum EVA Projekt in Interlending & Document Supply erschienen ist:

Ania López, Peter Mayr, (2013) „EVA (ErwerbungsVorschlags-Assistant) assists in collection building! Using ILL data for patron-driven acquisition“, Interlending & Document Supply, Vol. 41 Iss: 4, pp.122 – 127

Purpose – The purpose of this paper is to describe the “ErwerbungsVorschlags-Assistent” (EVA), its underlying concepts and first usage statistics and experiences at the University Library of Duisburg-Essen, and explore its methodology of patron driven acquisition in regard to printed material, specifically interlibrary loan requests.

Design/methodology/approach – The authors use a case study approach, describing the effects of the new system on existing ILL workflows and collection development decision-making.

Findings – EVA has been in production in several German university libraries since October 2011. ILL requests are automatically compared to specific criteria in regard to their suitability as an acquisition, enriched with external data, and presented to the appropriate subject librarian.

Originality/value – This paper was originally presented at the 2012 IFLA World Library and Information Congress in Helsinki, Finland, session 139, “Treating print in an increasingly digital collection: issues, dilemmas, and directions”, 14 August 2012. ILL, collection development, and ILL system developers will find the content useful.

Der Artikel ist eine überarbeitete Fassung unseres IFLA Papers, ergänzt um die Praxiserfahrungen aus der UB Duisburg-Essen und wird nach 9 Monaten open access verfügbar sein.

Written by Peter

November 18, 2013 at 8:54 pm

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IFLA Tag 6 – Gratulation an Münster, und aus!

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Letzter offizieller Programmpunkt war noch die „Closing Session“. Neben Reden und einigen Ehrungen („IFLA Scroll of Appreciation“ klingt für mich allerdings nach etwas, das man in einem  Online-Rollenspiel erbeutet..) gab es auch eine Prämierung des besten Posters. Den Preis dafür hat Gerhard Peschers von der Bibliothek der JVA Münster gewonnen. Herzliche Gratulation dazu!

Poster ohne Preis, dafür mit hbz Logo

Poster ohne Preis, dafür aber mit hbz Logo

Danach haben sich die Austragungsorte der nächsten Konferenzen vorgestellt. Das der Kongress 2013 in Singapur ist, war ja schon bekannt. Neu angekündigt wurde aber, dass 2014 der Kongress in Lyon abgehalten wird.

Letzteres wäre von der Entfernung ja noch eher machbar. Und irgendwie hat mir Helsinki schon Lust auf weitere IFLA Tagungen gemacht. Es ist ein sehr vielfältiger Kongress (das sieht man teilweise schon an der Kleidung der TeilnehmerInnen) und man hat die Möglichkeit sich mit KollegInnen aus der ganzen Welt auszutauschen.

Die Organisation war exzellent, bereits am Hauptbahnhof/Flughafen empfingen einem Volunteers, auch während der Konferenz wurde man gut betreut. Die Räume waren immer ausreichend groß (markanter Unterschied zum Bibliothekartag) und die überall aufgestellten Wasserspender waren auch ein netter Zug.

Danke auch an die LeserInnen und die kleine Werbung in NetBib! Je länger die Tagung läuft, desto geschlauchter ist man nach den Vorträgen und damit sinkt natürlich die Motivation drastisch, sich noch an den Laptop zu setzen und eine kleine Zusammenfassung und Linkliste zu machen. Wenn man aber in die Statistik schaut und sieht, das liest ja doch irgendwer da draußen, geht das natürlich leichter. 😉

In diesem Sinne „Kiitos“ und ich bin dann mal weg auf die Aland Inseln..

Eine Konferenz geht zu Ende

Eine Konferenz geht zu Ende..

Written by Peter

August 17, 2012 at 9:09 am

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IFLA Tag 6 – Textmining im Auskunftsdienst

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Und schon wieder letzte offizielle Tag der IFLA..

Finnischer Bücherbus

Finnischer Bücherbus vorm Kongresszentrum

Am letzten Tag hatte ich mir noch eine Session der „social sciences libraries“ angeschaut: „Empowering library users to solve problems: our stories“.

Im ersten Vortrag ging es um die Erkenntnisse die man aus Auskunftsanfragen ziehen kann. Susan Gardner Archambault präsentierte: Desk statistics under a microscope = improved library services.

In ihrer Bibliothek wird Gimlet verwendet (ein review dazu) um die Anfragen am Infoschalter statistisch auszuwerten. Das macht zwar etwas Aufwand erlaubt aber dann text mining in den erhobenen Daten zu machen. Die Bibliothek kategorisiert dazu die Anfragen z.B. in Orientierungs- oder technische Anfragen und macht dann Wortfrequenzanalysen.

Daraus lassen sich dann Verbesserungsvorschläge ableiten, die von simpel (bessere Wegweiser zu Toilette) bis auwändiger (eine Software die freie Computer auf einer Karte darstellt) reichen.

Außerdem wird noch in der Bibliothek Libanswers eingesetzt um eine knowledge base an Benutzerfragen aufzubauen oder Umfragen vor dem Kauf neuer technischer Ausstattungen durchgeführt (dies hat den netten Nebeneffekt, dass die Bibliothek gemerkt hat, dass die NutzerInnen nicht unbedingt den teuersten Scanner brauchen..).

Der nächste Vortrag war wieder ein deutscher Beitrag. Sebastian Nix vom Wissenschaftszentrum Berlin sprach über: Was wir von unseren Nutzern lernen können – und wie. und hat dort drei Fallstudien seiner Einrichtung vorgestellt: eine allgemeine Kundenzufriedenheitsumfrage, eine Usability-Studie zur Website und eine Umfrage zu Literaturverwaltungssystemen. Hilfreich zur Durchfürhung solcher Projekte gerade in kleineren Einrichtungen sind Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen (im WZB Fall die FH Potsdam oder das Institut für Bibliothekswissenschaften an der HU), außerdem ist natürlich eine Rückmeldung an die NutzerInnen über Ergebnisse und Konsequenzen wichtig.

Written by Peter

August 17, 2012 at 8:34 am

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IFLA Tag 5 – Mit Tintin und der Retrieval Rocket zum Mond

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Die zweite Session des Tages für mich war: „National Libraries and open data: new discovery and access services“.

Im ersten Vortrag von Elisabeth Niggemann ging es um die open data Aktivitäten an der DNB: The importance of open data to national libraries. Dort wurden ja Normdateien und ein großer Teil der bibliographischen Daten als open data zur Verfügung gestellt. Positiv überrascht hat mich die Vehemenz mit der Niggemann sich für die Freigabe von Daten einsetzt. Sie wolle auch andere zur Freigabe motivieren und sieht das sogar als Überlebensfrage für Bibliotheken.

Alte sollte die Entscheidung zur Freigabe sorgfältig überlegt werden, da sie eben nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Problematisch ist auch, dass mit der Freigabe die Nutzung und der Erfolg der eigenen Daten nicht mehr so einfach festgestellt werden kann.

Dann ging Niggemann noch kurz auf die Europeana ein. Im dortigen data exchange agreement ist die Freigabe der Daten als CC-0 festgeschrieben. Dies ist für das semantische Netz wichtig, da nur so die Daten in Anwendung, Wikipedia oder Blogs mit kommerzieller Aktivität (das kann ja auch schon Google AdWords sein) integriert werden können.

Allerdings können im Rahmen des Vertrags Europeana Partner Vorschaubilder unter eine andere Lizenz stellen, was den Austausch natürlich wieder einschränkt.

Tintin reist mit der "Retrieval Rocket" der BNF

Tintin reist mit der „Retrieval Rocket“ der BNF

Nach dieser deutschen Perspektive kam ein sehr guter Vortrag (auch visuell schön untermalt mit Hergé Comics) von Gildas Illien von der französischen Nationalbibliothek: Are you ready to drive in? A case of open data in national libraries.

Besonders interessant waren die „lessons learnt“: Immer mit benchmarks arbeiten, also schauen was die anderen machen. In der Diskussion die Freigabe eher von der wirtschaftlichen Seite argumentieren und die Angelegenheit nicht zu einer Ideologiefrage oder eine technischen Notwendigkeit machen. Allerdings hat Illien erzählt, dass sie in der vorherigen Rechts-Regierung eher wirtschaftlich argumentiert haben und in der jetzigen Links-Regierung eher die Werte „Transparenz“ und „Freiheit“ betonen und so eigentlich immer ganz gut fahren ;-).

Und man sollte echte Anwendungsfälle parat haben, im Zweifelsfall würden Geschichten auf der Managerebene noch besser als reine Zahlen wirken.

Written by Peter

August 17, 2012 at 7:57 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2012

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IFLA Tag 5 – Janis Joplin schaut vorbei

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Der fünfte Tag fing für mich mit der Session „Master of contents or How to win the battle over freedom in cyberspace?“ an. Da am Vorabend allerdings der cultural evening war, habe ich mir einen etwas späteren Anfang gegönnt und kam erst zum Vortrag Lawful access legislation, its risks and why libraries must care rein. Lawful access – also die Nutzung von Vorratsdaten durch die Exekutive – wird gesehen als

  • an extension of policing powers
  • makes mobile and internet data more accessible
  • places data preservation and production into the hand of telcom providers

Im Vortrag ging es zwar um die spezielle kanadische Situation, entsprechende Regelungen sind aber auch in Deutschland immer wieder im Gespräch, auch wenn die Vorratsdatenspeicherung zuletzt vom Verfassungsgerichtshof gekippt wurde (auf diese bezog sich dann auch Shaked Spier in seiner comment speech).

Der Referent ging auch auf die Frage ein, ob sich Bibliotheksverbände dazu äußern sollen. Prinzipiell ist ein Bibliotheksverband eine Organisation der Bürgergesellschaft und hat daher natürlich das Recht Stellung zu beziehen. Oft gibt es aber eine Scheu seine „political comfort zone“ zu verlassen, es fehlt an tiefer gehenden Wissen zu Thematik oder man glaubt, es gibt relevantere Gruppen die sich darum kümmern sollten.

So sieht eine "diligent search" bei verwaisten Werken aus

So sieht eine „diligent search“ bei verwaisten Werken aus

Der nächste Vortrag war von Ellen Broad: „Update from Australia: the copyright cloud over our national collection“. Broad arbeitet für die Australian Digital Alliance und das Australian Libraries Copyright Committee. Auch in Australien ist die Urheberrechts-Gesetzgebung nicht auf der Höhe der Zeit, auch dort ist von „printed copies“ und „bound in leather“ die Rede.

Sie ruft dann auch noch dazu auf, Transparenz und Zurechenbarkeit in den Handelsverträgen (Stichwort ACTA im europäischen Fall) zu fordern, die dann auch die Richtlinien im eigenen Land betreffen.

Darauf ging dann auch Harald Müller in seiner comment speech ein, er kritisierte den Trend, bei Urheberrechtsverhandlungen bilateral Vereinbarungen zu beschließen, statt die – eigentlich dazu installierten – Gremien (WIPO, WTO) zu verwenden.  Letztere sind immer noch demokratischer und transparenter als die bilateralen Verhandlungen.

ACTA ist für Müller noch nicht tot, sondern eher ein Zombie, mit CETA steht schon das nächste Vertragswerk in der Discussion.

Interessant war auch eine Folie in der Müller gezeigt hat, wie sich die Rechteinhaber eine „diligent search“ bei verwaisten Werken vorstellen.

Die Lobbyarbeit der Bibliotheken findet Müller sehr wichtig, gerade um auch in den aktuell laufenden WIPO Verhandlungen zu Schranken des Urheberrechts eine starke Verhandlungsposition zu haben.

Geendet hat der Vortrag dann mit Janis Joplin (bzw. Kristofferson/Foster): „Freedom’s just another word for nothin left to lose„. Naja, kann man jetzt interpretieren wie man will..

Written by Peter

August 17, 2012 at 7:20 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2012

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