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#sigint Tag 3: Ach Verdi! und: ArchiveTeam to the rescue!

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Diesmal hatte ich es geschafft halbwegs früh aufzustehen, um den Vortrag „Gute Arbeit“ eines ver.di Gewerkschaftssekretärs anzuhören. Eigentlich fand ich es ja gut, dass ver.di auf der SIGINT auftaucht. Gerade im IT-Bereich gibt es ja eine Menge an Themen, bei denen gewerkschaftliche Unterstützung notwendig wäre (flexibilisierte Arbeitszeiten, „Spaß am Gerät“ vs. Selbstausbeutung, „Bring your own device“, das Elend der Befristungen, etc). Leider war davon in der Präsentation keine Rede, der selbe Vortrag hätte auch auch bei so ziemlich jeder anderen Berufsgruppe gehalten werden können. Anfangs wurde lang und breit wurde über die Palette der politischen Ziele von ver.di gesprochen (ohne aber eben auf das spezifische Publikum einzugehen), später kamen dann zwar etwas praktischere Themen (wie entsteht ein Tarifvertrag, was muss in einem Arbeitsvertrag stehen). Auch die wurden aber eher auf der grundsätzlichen Ebene abgehandelt, statt mit praktischen branchenrelevanten Beispielen zu arbeiten.

Im nächsten Vortrag ging es dann um ein Stück Internetgeschichte: in „One Terabyte of Kilobyte Age“ hatte sich Dragan Espenschied mit GeoCities beschäftigt. Dieser Dienst wurde zwar 2009 eingestellt, aber das Archiveteam hat es geschafft die Inhalte rechtzeitig zu sichern und damit zu erhalten.

GeoCities ist deshalb so wichtig, weil es ein Stück Amateurnetzkultur dokumentiert, das es so heute nicht mehr gibt. Es ist zwar einfach, sich über die schlecht animierten GIFs und knalligen Farben lustig zu machen, aber diese privaten Amateurhomepages waren eine völlig neue Art seine Persönlichkeit auszudrücken und erstmals die „neuen Medien“ aktiv zu nutzen. Die sozialen Netzwerke die danach kamen sind viel stromlinienförmiger, datenbankbasiert. Man füllt eigentlich nur Felder innerhalb einer vorgegebenen Struktur aus.

In dem vorgestellten Projekt wurde jetzt der Torrent mit den GeoCities-Inhalten heruntergeladen (da die gesamten Daten 1 Terabyte groß sind und nicht immer irgendwer den Torrent seeded, hat das 5 Monate gedauert) und ein System aus einem virtualisiertem Netscape Navigator 4.08 und einem Proxyserver aufgebaut um die Seiten anschauen zu können. Gleichzeitig gibt es eine Schnittstelle zu Tumblr und so wird auf „One Terabyte of Kilobyte Age Photo Op“ alle 20 Minuten ein Screenshot online gestellt. Die Seiten werden da in chronologischer Reihenfolge gepostet, im Moment ist der Blog bei 1998, also so richtig schön zum nostalgisch werden…

Written by Peter

Juli 7, 2013 at 7:35 pm

Veröffentlicht in Konferenzen

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