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Blogs und Bier? Das lob‘ ich mir!

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Was sind Iron Blogger?

Heimat

„Heimat“ by dasEbb (CC-A)

Auf der re:publica (siehe auch meine Links dazu) gab es eine Session mit dem ansprechenden Titel „Blogs und Bier? Das lob‘ ich mir!“ (Folien, Video).

Darin wurde das Phänomen des ironblogging vorgestellt: Im Prinzip ist das eine Art Selbsthilfegruppe für BloggerInnen mit dem Ziel, mindestens einmal in der Woche einen Blogpost zu schreiben.

Wer das nicht schafft, zahlt 5 Euro in eine Gemeinschaftskassa ein und wenn genügend zusammengekommen ist, wird das Geld in Bier umgesetzt. Wobei man „Bier“ jetzt natürlich nicht allzu wörtlich nehmen muss. In den Regeln der allerersten Iron Blogger heißt es:

I use a very loose definition of beer. Food and other drinks may be considered “beer” for the purpose of this excercise.

und auch die Kölner Regeln sind da etwas freier formuliert.

Warum ist das jetzt spannend?

Ich finde diesen Ansatz aus mehreren Gründen interessant:

„Reclaiming“

2012 hat Sascha Lobo zum Jahr der Blogs ausgerufen und schrieb dazu auch eine Kolumne „Euer Internet ist nur geborgt“, in der er vor der Abhängigkeit von sozialen Netzwerken warnte:

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

Gut, dieses Blog wird jetzt zwar auch von WordPress gehostet, ich bin aber, was Inhalte und Datenimport und -export angeht relativ unabhängig.

Regionalisierung

Interessant finde ich auch den regionalen Aspekt. Durch die Plattform lernt man neue Blogs aus der eigenen Stadt kennen, die es sonst nicht in meine Filterblase geschafft hätten.

Kleiner „Opa-erzählt-vom-Krieg“-Einschub: bei meinem ersten Einstieg in das Internet, 1995 im Museum Arbeitswelt, gab es so wenige Internetseiten, dass man da auch bequem über eine nach Ländern sortierte Liste einsteigen konnte. Damals hieß das noch „internationales Computernetzwerk“ und „Datenhighway“

Extrinsische Motivation

Im Prinzip schreibe ich ja gerne und freue mich auch immer, wenn meine Texte wahrgenommen und gelesen werden. Allerdings ist das auch immer etwas mühsam und mehr Praxis würde mir sicher auch helfen einfach besser zu schreiben.

Dabei ist dann natürlich die Einbindung in eine Gruppe und der damit verbundene Druck von außen ganz hilfreich. Darüber hinaus, ist es auch spannend, herauszufinden, ob ich überhaupt jede Woche einen halbwegs brauchbaren Artikel raushauen kann oder ob ich irgendwann auf belanglose Links oder herzige Faultierbilder zurückgreifen muss um die Quote zu erfüllen…

IronBiblioBlogger?

Im Bereich der Biblioblogs gab es ja so etwas Ähnliches schon einmal: die Stimmen. Der (sehr ambitionierte) Ansatz war, dass jeden Tag eine Bibliobloggerin/ein Biblioblogger einen Artikel publiziert. Das hat leider nicht so richtig funktioniert und die Stimmen sind etwas eingeschlafen. Bei mir war es wahrscheinlich der (selbstgemachte) Druck termingerecht einen „wichtigen Artikel“ zu produzieren, der es verdient in den Stimmen und nicht im eigenen Blog zu erscheinen…

Keine Ahnung, ob in diesem Umfeld auch so ein „Iron Blogger“ Ansatz mit seiner Belohnung/Strafe-Komponente funktionieren würde, da es hier ja einen thematischen und keinen regionalen Bezug geben würde und man sich realistischerweise nur einmal im Jahr auf den BibliothekarInnentagen/Bibliothekskongressen treffen könnte um die Gemeinschaftskassa zu verfeiern (was in Bier umgesetzt wahrscheinlich ein episches Besäufnis ergeben würde 😉 ).

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Written by Peter

Juni 13, 2013 at 8:57 pm

Veröffentlicht in iron blogger, Konferenzen

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IFLA Tag 6 – Textmining im Auskunftsdienst

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Und schon wieder letzte offizielle Tag der IFLA..

Finnischer Bücherbus

Finnischer Bücherbus vorm Kongresszentrum

Am letzten Tag hatte ich mir noch eine Session der „social sciences libraries“ angeschaut: „Empowering library users to solve problems: our stories“.

Im ersten Vortrag ging es um die Erkenntnisse die man aus Auskunftsanfragen ziehen kann. Susan Gardner Archambault präsentierte: Desk statistics under a microscope = improved library services.

In ihrer Bibliothek wird Gimlet verwendet (ein review dazu) um die Anfragen am Infoschalter statistisch auszuwerten. Das macht zwar etwas Aufwand erlaubt aber dann text mining in den erhobenen Daten zu machen. Die Bibliothek kategorisiert dazu die Anfragen z.B. in Orientierungs- oder technische Anfragen und macht dann Wortfrequenzanalysen.

Daraus lassen sich dann Verbesserungsvorschläge ableiten, die von simpel (bessere Wegweiser zu Toilette) bis auwändiger (eine Software die freie Computer auf einer Karte darstellt) reichen.

Außerdem wird noch in der Bibliothek Libanswers eingesetzt um eine knowledge base an Benutzerfragen aufzubauen oder Umfragen vor dem Kauf neuer technischer Ausstattungen durchgeführt (dies hat den netten Nebeneffekt, dass die Bibliothek gemerkt hat, dass die NutzerInnen nicht unbedingt den teuersten Scanner brauchen..).

Der nächste Vortrag war wieder ein deutscher Beitrag. Sebastian Nix vom Wissenschaftszentrum Berlin sprach über: Was wir von unseren Nutzern lernen können – und wie. und hat dort drei Fallstudien seiner Einrichtung vorgestellt: eine allgemeine Kundenzufriedenheitsumfrage, eine Usability-Studie zur Website und eine Umfrage zu Literaturverwaltungssystemen. Hilfreich zur Durchfürhung solcher Projekte gerade in kleineren Einrichtungen sind Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen (im WZB Fall die FH Potsdam oder das Institut für Bibliothekswissenschaften an der HU), außerdem ist natürlich eine Rückmeldung an die NutzerInnen über Ergebnisse und Konsequenzen wichtig.

Written by Peter

August 17, 2012 at 8:34 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2012

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Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation

with 7 comments

Als Artikel ist der folgende Text natürlich nicht wirklich gut, weil aufgrund der geringen Anzahl an ausgewerteten Quellen nicht wirklich aussagekräftig..

Trotzdem fand ich es interessant einmal systematisch die Literaturverzeichnisse von bibliothekarischen Publikationen zu untersuchen. Vielleicht ist das ja eine kleine Anregung für jemand mit mehr Zeit und Durchhaltevermögen so eine Untersuchung einmal systematischer durchzuführen..

Einleitung

Im August 2010 konstantierte Lambert Heller: „Das Web ist spätestens mit dem Aufkommen bibliothekarischer und archivarischer Fachblogs ab 2001 in Deutschland zu einem eigenständigen Raum der Fachkommunikation geworden“ (Heller, 2010).

In einem auf der InetBib Tagung 2010 vorgestelltem Projekt wurden die Wechselwirkungen zwischen der bibliothekarischen Mailingliste „InetBib“1, bibliothekarischen Blogs sowie konventionellen Fachzeitschriften untersucht und festgestellt, dass tendenziell Blogs Innovationsthemen zuerst aufgreifen (vgl. Barbers, Gennermann, & Hack, 2010).

Inwieweit aber spielen Weblogs eine Rolle in der „traditionellen“ Fachkommunikation über Publikationen? Werden diese als Quellen mit der gleichen „Wertigkeit“ wie Artikel in Fachzeitschriften wahrgenommen?

Um diese Frage zu beanworten, wurden die Literaturverzeichnisse von 2 bibliothekarischen Publikationsreihen untersucht.

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Written by Peter

Januar 30, 2011 at 7:58 pm

Veröffentlicht in Texte

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