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#bibtag14 – Tag 4: Im Kampf gegen die Monster-Excel-Tabelle

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Die Vortragenden, die am Morgen nach dem Festabend präsentieren müssen, sind nicht zu beneiden. Diesmal hat es die Session „Zur ‚Neuausrichtung überregionaler Informationsservices'“ erwischt, einen Block, der sich mit der berühmten DFG-Ausschreibung und ihrer Folgen beschäftigte.

Begonnen wurde mit dem Vortrag „Electronic Resource Management System – Vernetzung von Lizenzinformationen“. Elektronische Ressourcen werden für Bibliotheken immer wichtiger. Laut DBS war deren Anteil 2010 33% am Gesamterwerbungsetat und 2013 bereits 45%. Die Verwaltung erfolgt in den Bibliotheken meist mit unterschiedlichen Tools, vom dediziertem System bis zur Monster-Excel-Tabelle. Mit ERMS soll jetzt ein bundesweit, verfügbares modulares System zur Verwaltung von elektronischen Ressourcen entwickelt werden (und das auf allen Ebenen von lokalen Verträgen bis zu Konsortial- und Allianzlizenzen).

Die Nutzung kann direkt oder über Schnittstellen erfolgen (wenn man z.B. schon ein Bibliothekssystem mit ERM-Modul hat).

Der Vorteil dieses Systems ist auch die Knowledgebase mit Metadaten, die um Lizenzinformationen angereichert werden. Darauf lassen sich dann wieder neue Services aufsetzen (z.B. ein Anbieterverzeichnis, oder ein Verfügbarkeitsdienst). Erfreulicherweise wird das Projekt in enger Absprache mit den zukünftigen AnwenderInnen entwickelt, im jetzigen Arbeitspaket finden sich ExpertInnen-Interviews und eine NutzerInnen-Umfrage.

Der folgende Vortrag betraf den wohl meistdiskutierten Antrag dieser DFG Runde: „CIB – auf dem Weg in eine internationale Infrastruktur für Bibliotheksdaten Abstract“.

Der Weg in die Cloud wurde als Ziel im Oktober 2012 gemeinsam von der AG Bibliothekarisches Verbundsystem der KMK, der DFG und den deutschen Verbünden festgelegt. Das CIB Projekt will jetzt mit den beiden bereits vorhandenen Plattformen von Ex Libris (Alma) und OCLC (WorldCat) starten. Dabei soll die GND (über eine direkte Synchronisation) und die ZDB (über eine Versorgungsschnittstelle) integriert werden.

Ein einheitlicher Datenraum soll über die Synchronisation zwischen Alma und Worldcat hergestellt werden, als Sicherung um den herstellerunabhängigen Zugriff auf die Daten zu gewährleisten wird ein „Datenfenster“ aufgebaut werden, das ebenfalls über eine Synchronisation aktuell gehalten wird. Die Daten in diesem Datenfenster sollen als CC0 bereitgestellt werden, um andere Dienste darauf aufzubauen.

Problematisch wird es wenn die Cloud nicht nur Titeldaten, sondern – im Rahmen des Lokalsystemhostings – auch Benutzerdaten enthält. Derzeit laufen Gespräche mit Datenschutzbeauftragen, wie man so eine Auftragsdatenverarbeitung rechtskonform gestalten kann. Für ein Rechtsgutachten, das Klarheit bringen könnte, fanden sich keine Mittel.

Die Zwischenbilanz des Projekts war etwas vage: erste Schritte zur Datensynchronisation Alma/WorldCat wurden unternommen und die Integration der GND und der ZDB wird gerade vertraglich und technisch geklärt.

Im letzten Vortrag der Session berichtete die DFG: „Der gegenwärtige Stand zur Umsetzung der „Neuausrichtung überregionaler Informationsservices“ – eine Einführung der DFG“. Es wurde nochmals die Vorgeschichte des Antrags erläutert und das Ziel, nämlich die Entstehung einer modularen Gesamtstruktur in der Informationsversorgung zu stimulieren.

Begutachtungskriterien waren also neben Qualität, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit auch die Frage, ob das Vorhaben zu einer Strukturbildung beiträgt. Gerade CIB ist für die DFG kein normales Projekt, sondern ein Experiment. Die DFG sieht sich nicht in der Pflicht Überzeugungsarbeit bei den Bibliotheken zu leisten, das ist Aufgabe des Projektes selber.

Allerdings will die DFG die Kommunikation zwischen beteiligten und nicht-beteiligten Verbünden unterstützen. Gemeinsam mit der KMK wurde bereits ein Workshop organisiert, weitere Treffen sollen stattfinden. Der DFG ist die Anschlußfähigkeit wichtig und sie will sicherstellen, dass auch nichtbeteiligte Bibliotheken und Verbünde profitieren können.

Bei Bedarf gibt es weitere Förderoptionen für komplementäre Projekte zu CIB. Als Beispiel wurde eine Evaluierung des Datenaustausches mit Kuali OLE genannt.

So das war’s mit #bibtag14, nächste Woche gibt es nochmals einen kurzen Konferenzmodus mit Berichten zur ELAG Tagung. Bleiben Sie dran!

Written by Peter

Juni 6, 2014 at 6:51 pm

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#bibtag 14 – Tag 3: Projektmanagement für den Hausgebrauch

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Als letzte Session des Tages hatte ich mir „Projektmanagement“ vorgenommen. Der erste Vortrag war erfreulich pragmatisch: „Projektmanagement – Basics für Jedermann“. Die Vortragende hat ein kleines Tool mit den Projektphasen und dazu gehörenden Dokumentvorlagen und Infotexten entwickelt. Die Vorlagen sind unter CC0 gestellt und können hier heruntergeladen werden.

Um ganz andere Dimensionen ging es dann in „Vielfalt stärken: Professionalisierung des Projektmanagements in der Staatsbibliothek zu Berlin PK“. In der Staatsbibliothek laufen bis zu 90 Projekte im Jahr und daher wurde 2012 eine Stabsstelle zur Projektkoordination eingerichtet. Diese macht eine Art „Multiprojektmanagement“ und kümmert sich um die hausweite Ressourcenverteilung und die Abstimmung mit Leitbild, Strategie und Zielen der Bibliothek. Die Stelle unterstützt auch die Dokumentation und richtet alle zwei Monate einen Projekt-Jour-Fix aus, an dem sich alle MitarbeiterInnen, die mit Projektmanagement im Haus beschäftigt sind, austauschen können.

Zusätzlich behält die Stabsstelle auch Drittmittelausschreibungen im Blick. Ein wichtiges Projektmerkmal ist übrigens ein klarer Auftrag durch die Generaldirektion, dies soll die Unterstützung im Haus und die Bereitstellung von Mitteln sichern.

Seit der Einführung der Stelle wurde ein verbesserter Wissensaustausch erreicht, eine bessere Abstimmung mit der Hausstrategie und ein vermehrter Einsatz von Projektmanagementinstrumenten. Handlungsbedarf besteht noch beim Aufbau eines Risikomanagements

Written by Peter

Juni 6, 2014 at 11:54 am

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#bibtag14 – Tag 3: Raus mit den Büchern, rein mit den Menschen!

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Für den Nachmittag habe ich mal in die Session „Bibliotheksräume: Mehr als nur Nutzflächen“ geschaut.

Im ersten Vortrag „Das neue Gesicht des Instituts für Medienbildung der pädagogischen Hochschule Bern – Vorstellung einer innovativen Bibliotheksgestaltung zwischen virtueller und räumlicher Verschmelzung“ wurde die Neukonzeption einer Schweizer Mediothek vorgestellt.

Die Einrichtung war vorher mehr auf die Bedürfnisse der  BibliothekarInnen und weniger auf die der NutzerInnen ausgelegt. Die Kommunikationsstruktur mit einer großen Infotheke und den BenutzerInnen davor ähnelte etwas dem Frontalunterricht im Klassenzimmer. Eine Änderung der Organisationsstruktur brachte nun auch eine Anpassung der räumlichen Situation mit sich und statt der großen Theke wurden kleinere, flexiblere und modulare Möbel aufgestellt.

Kernstück ist die „Experimentierwand“: auf der einen Seite ist ein großer Touchscreen (mit der Aufschrift „Bitte berühren“), auf der anderen Seite sind kleine modulare Regale um physischen Bestand zu präsentieren (bei Bedarf können auch dort Displays eingebaut werden). Eine schöne Verbindung von analog und digital.

Der nächste Vortrag war „Mit Raumprojekten gegen das Bibliotheksstereotyp“, eine best practice Studie zu internationalen Bibliotheksprojekten. Unter dem Motto „Breaking the Library Stereotype One Room at a Time“ wurden Experteninterviews geführt um gemeinsame Charakteristika und lessons learned zu ermitteln. Der Projektbericht ist online verfügbar. Bei allen untersuchten Projekte gab es die Bereitschaft „alte Zöpfe“ abzuschneiden (Auskunft nicht mehr hinter der Theke, Essen und Trinken erlauben, unter Umständen auch Dienstleistungen abzuschaffen um freie Ressourcen zu bekommen). Auch Kooperationspartner und ein genaues Verständnis der Zielgruppe sind wichtig. Die meisten Projekte hatten einen starken Technolgiefokus, außer „Explore Outdoors“, eine Art Abenteuerspielplatz für Kinder.

Im nächsten Vortrag ging es wieder zurück nach Deutschlang genauer gesagt nach Münster: „Mehr Raum für Menschen- ein Werkstattbericht“. Das Gebäude der Stadtbücherei Münster war bei seiner Eröffnung 1993 ein „Leuchtturmprojekt“. Inzwischen sind aber einige Jahre ins Land gegangen und die Rahmenbedinungen haben sich stark verändert, sowohl die Medienlandschaft allgemein, als auch die Inanspruchnahme der Bibliothek als Raum (Stichwort „Lernort“).

In der Bibliothek wurde das früh erkannt und 2007/2008 die „Ideentanke“ gegründet. Eine AG innerhalb der Bibliothek die eine Stärken/Schwächenanalyse erstellt hat, dabei ließ man sich auch von anderen Bibliotheken inspirieren (z.B. die OBA).

Einzelne Maßnahmen konnten relativ schnell durchgeführt werden (etwa WLAN Zugang im Haus, oder die Aufnahme von Konsolenspielen in den Bestand). Eine größere Umgestaltung soll – im laufenden Betrieb – bis März 2015 durchgeführt werden. Kernstück ist das „JuWel“ (Junge Welt) ein geplanter Freizeitreff für junge Leute mit Mangas, Gaming, Musik, etc.

Zur Betreung der Jugendlichen wird auch ein Medienpädagoge eingestellt.

Allgemein gestaltet sich die Umgestaltung durch die moderne Architektur als schwierig und das Ziel „Mehr Räume für Menschen“ bedingt leider auch „Weniger Raum für Bücher“. Insgesamt soll 20 % des Bestands an Erwachsenenliteratur (vornehmlich im Sachbereich) reduziert werden.

Das Projekt wird mit einem Blog begleitet.

Der letzte Vortrag dieser Session war „Die Bibliothek als Kuratorin heterogener Quellen: Der ZLB-Themenraum“. Ziel ist es aktuelle Themen in die Bibliothek zu holen, bibliothekarische Ressourcen zu kontextualisieren und damit auch zur Inspirationsquelle zu werden.

Da mit klassischen Monographien die Gewährleistung von Aktualität schwierig ist, wird in hohem Maße auf elektronische Quellen zurückgegriffen. Damit wird die Bibliothek zum digitalen Kuratorin. Im Gegensatz zum klassischen Kuratieren gibt es neben dem reinen Sammlungsprozess auch eine starke Filterkomponente. Blogs, Twitteraccounts oder Hashtags werden identifiziert und in die Sammlung geleitet, was natürlich bedeutet ein Stück weit auch Kontrolle abzugeben (im Nachhinein können unpassende Quellen natürlich gelöscht werden..).

Eine eigene Themenraum-App wurde in Auftrag gegeben um diese digitalen Informationen zu präsentieren, mit Kooperationspartnern werden Veranstaltungen durchgeführt und auch eine klassisch-analoge Auswahlbibliographie wird gedruckt (und überraschend gut nachgefragt).

Aus dem Projekt entstanden einige lessons learned: keine Aktualität ohne elektronische Information, digitales Kuratieren ist ein Experimentierfeld (Auswahl und Bewertung der Quellen) und digitale Information braucht Vermittlung.

Aus dem letzten Punkt entstand die Idee von KuratorInnen-Führungen als geplante Erweiterung.

Das das Projekt erfolgreich ist, zeigt auch eine Auszeichnung mit einer presidential citation durch die American Library Association.

 

Written by Peter

Juni 6, 2014 at 10:40 am

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#bibtag14 – Tag 2: Mitarbeiter in der Cloud verbauen

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Das zentrale Thema des heurigen Bibliothekartags sind ja Resource Discovery Systems, am Nachmittag hatte ich dann erstmals Zeit mir Vorträge aus diesem Block anzuhören.

Es begann mit „Verbundübergreifender Fernleihindex als Prototyp verteilter indexbasierter Lösungen für Recherchesysteme“. Gerade für die Fernleihe wäre ein „Deutschland-Katalog“, der die Verbundbestände zusammenführt, natürlich ideal. Das Projekt versucht über die Zusammenschaltung verteilter Suchindizes so eine Recherchemöglichkeit zu schaffen. Es gibt schon einen Prototyp mit knapp 100 Millionen Titeldaten aus dem SWB, GBV, HEBIS und den B3Kat Daten.

Allerdings gibt es keine Deduplizierung und damit ist dieses Tool nur begrenzt brauchbar. (Beispielsweise wird in der hbz-Fernleihe über eine Metasuche eine Abfrage in den einzelnen Verbundkatalogen gestartet und die Doubletten aus den Ergebnissen zusammengeführt. Damit ist es möglich einen verbundübergreifenden Leitweg zu bauen und die Fernleihbestellung bequem auf die Reise zu bringen.)

In der Aufgabenliste des Projekts steht, dass man eine FRBRisierung der  Daten plant. Damit wäre eine Deduplizierung natürlich möglich. Alternativ könnte man auch einfach den Resolving-Dienst von CultureGraph verwenden (wenn man sich denn bei diesem Dienst auf eine kontinuierliche Aktualisierung der Daten verlassen könnte).

Weiter ging es mit „Wissensexploration mit bibliothekarischen Daten: Ein EFRE-Projekt zur Entwicklung einer LOD-basierten Datenmanagement-Plattform“. In dem Vortrag wurde d:swarm vorgestellt, eine Plattform zum Datenmanagement. Eigene oder importierte Datensammlungen können bequem über eine graphische Oberfläche konvertiert, transformiert oder mit anderen Quellen verknüpft werden. Normalerweise würden diese Prozesse innerhalb eines Discovery-Systems passieren, mit d:swarm kann man so ein vendor lock-in vermeiden oder Workflows innerhalb der bibliothekarischen community teilen. Durch die graphische Oberfläche soll ein Einstieg auch für System-BibliothekarInnen (und nicht nur für ProgrammiererInnen) möglich sein.

Der nächste Vortrag war „Das Suchmaschinenprojekt finc – von der Umsetzung der Ziele und der Zukunft des Projektes“. finc ist ein schönes Beispiel für ein von den Bibliotheken selbst entwickeltes Discovery-System, das auf VuFind aufbaut. 11 Hochschulbibliotheken setzen das System derzeit ein. Neben einer Suchmaschine bietet finc auch die Integration von Lokalsystemfunktionen, dafür wurde eine Integrationsschicht für Libero-Systeme programmiert. Das ursprünglich geförderte Projekt läuft im November aus, eine Nutzergemeinschaft soll aber den Betrieb und die Weiterentwicklung gewährleisten.

In der letzten Session des Tages ging es dann um die Cloud: „Bibliothekssysteme in der Cloud: Perspektiven zukünftiger ‚Lokalsysteme‘“.

Der erste Vortrag „Next Generation Systems (Alma, WMS, Kuali OLE) – was können wir von ihnen erwarten?“ (der Kuali Teil wurde in einen eigenen Vortrag ausgelagert) war eine Kooperation zwischen hbz und GBV. Die Rahmenbedingungen in den beiden Verbünden sind sehr unterschiedlich: während im GBV die Lokalsystemlandschaft sehr homogen ist, existiert im hbz ein ganzer „Zoo“ von Lokalsystemen, für die von den Herstellern Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden.

Auch in cloudbasierten Systemen müssen diese Schnittstellen vorhanden sein. Ansonsten erwartet man sich von einem Umstieg Modernisierungsgewinne in puncto Funktionalitäten, Personaleinsatz und Kosten. Gerade letzteres ist wichtiger Faktor, denn der Innovationsschub wurde nur als eher „mäßig“ bezeichnet (ERM, Zahlungssysteme…). Der Einsatz großer, internationaler Systeme führt auch zu einer Zentralisierung und Standardisierung von Abläufen („Sie müssen den Mitarbeiter um das System herum bauen und nicht mehr das System um den Mitarbeiter“). Trotzdem ist aber ein flexibler, modularer Aufbau notwendig um erweiterbar und damit zukunftssicher zu sein.

Um ein solches modulares „next generation system“ ging es dann im nächsten Vortrag: „Kuali OLE: Foundations, Roadmap, & Community Participation“. Kuali OLE ist ein Bibliothekssystem, das gemeinsam von Bibliotheken und kommerziellen Partnern entwickelt wird. Aktuell sind in der Kuali Foundation 77 institutionelle Mitglieder und 12 kommerzielle Partner organisiert, so dass insgesamt 50 VZÄ ProgrammiererInnen-Stellen zur Verfügung stehen.

Interessant an dem Vortrag fand ich, wie ein Bibliothekssystem konzipiert wird, wenn man mit einem weißen Blatt Papier starten kann und nicht auf gewachsene Strukturen Rücksicht nehmen muss. Kuali OLE besteht jetzt aus 4 Modulen: „select & acquire“ (Erwerbung, ERM), „describe & manage“ (Katalogisierung), „deliver“ (Ausleihe, Fernleihe, aber auch etwa der Zugang zu elektronischen Ressourcen) und „systems integration“ (Schnittstellen z.B. zum Identity Management der Hochschule).

 

Written by Peter

Juni 5, 2014 at 10:44 pm

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#bibtag14 – Tag 3: Mit MC Hammer BibliothekarInnen irritieren?

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So mein Vortrag ist vorbei, ab jetzt wird’s entspannt …

Begonnen hat der Tag für mich mit der Session „Neue Formen der Erschließung“. Ich hatte etwas befürchtet, dass ich mit dem Twitter-Humor meines Bots  die Leute verschrecke, aber die Resonanz war eigentlich ganz gut:

Hier noch die Folien:

Auch die anderen Vorträge in der Session fand ich spannend. Viele Beispiele, wie man Mehrwert durch die Verknüpfung von freien Datensammlungen schaffen kann. Endlich gibt es Anwendungsfälle, mit denen man das Potential von Linked Open Data schön zeigen kann.

Written by Peter

Juni 5, 2014 at 11:48 am

#bibtag14 – Tag 2: Flexibel im „Third Space“

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Diesmal vorbildlich früh zum Messezentrum gestartet und einen guten Platz in der Session: „Neue Herausforderungen der Vermittlung von Informationskompetenz“ zu bekommen.
Der erste Vortrag war Ein rundes Service-Konzept: „Vermittlung von Informationskompetenz und der Forschungsprozess“ (Folien). Auch hier der Ansatz Informationskompetenz nicht nur auf Recherchekompetenz zu reduzieren, wie bereits gestern genannt: „Strategie vor Tools“. Auch die Teaching Library wurde erwähnt, problematisch bei der Einbindung der Bibliothek in die Lehre ist die Tatsache, dass sie ja Partei ist und darauf geachtet werden muss, das die Bibliothek (übertragbare) Kompetenz vermittelt und nicht nur ein reines Lehrprogramm zur Benutzung der Bibliothek konzipiert (und damit die Bibliothek zum Zweck und nicht zum Mittel zum Zweck wird).

Informationskompetenz muss breiter als „Kompetenz sich souverän im Ökosystem der Wissensgesellschaft zu bewegen“ definiert werden. Wobei „Ökosystem“ dann ja auch eine gewisse Dynamik impliziert.

An der SLUB Dresen wird nun versucht sich mit passenden Dienstleistungen an spezifische Schritte im Foschungsprozess anzudocken. Und auch hier wieder das Bild vom Lernen auf Augenhöhe und von den BibliothekarInnen als VermittlerInnen und stewards.

Im nächsten Vortrag ging es um Kooperationen: „Hochschulweite Kooperationen zur Förderung von Informationskompetenz – Ein Praxisbericht der TIB/UB“. Die Bibliothek hat da mit unterschiedlichen Kooperationspartnern verschiedene Projekte initiiert, um unterschiedliche Nutzergruppen anzusprechen: für die Studierenden gemeinsam mit der Schreibwerkstatt eine „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“, für die ForscherInnen gemeinsam mit dem Graduiertenkolleg Workshops zum digitalen Publizieren und zu open access und für die MitarbeiterInnen gemeinsam mit der Abteilung für Personalentwicklung Veranstaltungen zu „Science 2.0“. Diese Kooperationen machen zwar Arbeit und eine eigene Stelle zur Koordinierung wäre sinnvoll. Letztendlich kann die Bibliothek aber dadurch ihre Stellung als „Kompetenzpartner“ innerhalb des Hochschulgefüges stärken.

Danach kam: „Third Space – Third Literacy“? Lernräume und Informationskompetenz entwickeln. Bemühungen von Bibliotheken sich als „Third Place“ zu etablieren gibt es ja schon länger. In diesem Projekt wurde jetzt versucht dieses Konzept speziell auf Lernräume umzulegen. Folgende Charakteristika nannte die Vortragende im Zusammenhang mit der Lernunterstützung; Virtualität (als Ergänzung zum realen Ort), Freiheiten, Inspiration (z.B. durch moderne Raumgestaltung, aber auch die klassischen Bücherwände können inspirierend wirken), ein sozialer Ort, Produktion (die notwendige Infrastruktur muss vorhanden sein, W-LAN, Kaffeeautomat, …), Flexibilität (z.B. Möbel, die sich in verschiedenen Konfigurationen zusammen stellen lassen).

In Anlehnung an den third space wurde im Zusammenhang mit Informationskompetenz noch der Begriff von der third literacy eingebracht, bei der es darum geht Kompetenzen zu integrieren und Zusammenhänge herzustellen.

Danach bin ich in den Public Viewing Bereich gewechselt, um noch etwas über den Auskunftsdienst zu hören:  „Noch Fragen? – Weiterentwicklung der Auskunftsdienste an der SuUB Bremen“. Im Jänner/Februar hat die SUB Hamburg eine kleine Untersuchung durchgeführt, was denn eigentlich so alles im Auskunftsdienst gefragt wird. Nur 4% der Fragen sind „echte“ Recherchefragen. Der Großteil betrifft die Benutzung, dann die Technik oder sind Orientierungsfragen. (Bei meinen Auswertungen der DigiAuskunft-Anfragen bin ich immer auf grob ähnliche Ergebnisse gekommen).

An der Bibliothek gab es 2007 eine Umstrukturierung: die AuskunftsmitarbeiterInnen wurden aus den Fachabteilungen herausgelöst und bilden ein eigenes Infoteam. Damit einher ging eine Flexibilisierung auf verschiedene Bereichen: zeitlich, örtlich (mehr Präsenz zeigen, wenn man einfach mal so am Computer-Pool vorbeimarschiert wird man unter Umständen mit Fragen angesprochen, die es nie bis zur Infotheke geschafft hätten), die Kontaktkanäle haben sich diversifiziert und auch die Inhalte haben sich gewandelt (z.B. in den letzten Jahren mehr Fragen zur Literaturverwaltung).

Written by Peter

Juni 5, 2014 at 8:02 am

#bibtag14 – Tag 1: Informationskompetenz auch in der Kaffee-Ecke

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Dieses Blog geht wieder in den Konferenzberichterstattungsmodus. In nächster Zeit sind also eher schnell rausgehauene Notizen statt wohldurchdachte Beiträge zu erwarten …

Da der erste Tag mit Anreise und Standdienst gefüllt war, begann mein Vortragsprogramm erst mit der Session „Vermittlung von Informationskompetenz: Internationale Entwicklungen und spezifische Angebote“. Wegen Überfüllung, hatte ich nur mehr einen Platz im overflow-Bereich bekommen, aber das „Public Viewing“-Ambiente war dann gleich einmal eine schöne Einstimmung auf die baldige Fußball-WM.

Der erste Vortrag „Informationskompetenz und Media and Information Literacy: Wo stehen wir eigentlich im internationalen Vergleich?“ verglich die deutsche Situation insbesonders mit der Lage in Großbritannien. Dort findet z. B. mehr Forschung zum Thema statt, was sich auch durch das Vorhandensein großer spezialisierter Tagungen wie der LILAC zeigt. Mit dem Journal of Information Literacy gibt es auch ein open-access Journal.

Danach ging es um „Eine neue Bibliothekspädagogik für die Generation Y“. Wobei der Begriff (wie so ziemlich jede Generationenzuschreibung) an sich ja schon problematisch ist. Der Vortragende war dann auch der Ansicht, dass der geänderte Medienwandel (der oft als Abgrenzung verwendet wird) alle Generationen betrifft.

Interessant an diesem Vortrag fand ich vor allem den Einblick in den didaktischen Werkzeugkasten, der für IK-Schulungen verwendet wird, vom „Karussell“ bis zum „peer facilitated learning“ (aka Gruppenarbeit) oder auch die Idee das „analogen Publikumsjokers“ (jede/r TeilnehmerIn hat Karten mit Nummern für verschiedene Antwortmöglichkeiten, die bei Abfragen hochgehalten werden, dadurch kann man sich einen schnellen Überblick über Meinungsbilder, Wissensstände etc. in größeren Gruppen verschaffen).

Außerdem gibt es noch ein E-Learning Modul, dass fest in das Curriculum eingebunden ist und auch in die Note einfließt.

Danach kam  „Von Informationskompetenzschulungen zur Persönlichen Wissensstrategie: ganzheitlicher Ansatz zum lebenslangen Lernen“. Wichtigster Satz daraus eigentlich: „Strategie vor Tools“. Studierende durchleben eine persönliche Wissensentwicklung mit ganz unterschiedlichen Anforderungen während des Studienverlaufs. Daher reicht es nicht einmal durchzuschulen, sondern es geht um individuelle, sich verändernde Bedürfnisse und Lernabläufe. Daher ist es sinnvoll ihnen zu helfen ein persönliches Wissensmanagement aufzubauen, statt einzelne Tools zu lehren.

Dadurch können die erworbenen Fähigkeiten dann auch auf den Berufseinstieg übertragen werden, wo es dann andere Ressourcen gibt (Dokumentenmanagementsysteme, Groupware-Lösungen, der Klatsch in der Kaffee-Ecke …).

Außerdem kam noch die Aussage, dass Studierende auch „MacherInnen“ sein wollen, also selber Inhalte produzieren wollen. Wahrscheinlich ist das im Zusammenhang mit den sozialen Netzwerken zu sehen (auf der eigenen Facebook-Wall wird ja auch Content geschaffen und kuratiert).

Beim letzten Vortrag „Abgeguckt: Bibliotheken als Lernpartner im Studium und die Zusammenarbeit mit der Studierwerkstatt“ hat die Übertragung nur sehr rudimentär geklappt, der Tenor war aber ähnlich: „forschendes Lernen“, weg von der Wissensvermittlung zur Förderung des eigenverantwortlichen Lernens.

Written by Peter

Juni 4, 2014 at 7:53 am

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