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Archive for the ‘wlic2014’ Category

Erste StipendiatInnenberichte zur IFLA Tagung in Lyon online

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Eine der Bedingungen für die Bewilligung eines Reisekostenstipendiums von BI International war die Bereitschaft einen Bericht über die Kongressteilnahme zu verfassen (auch von mir gab es – zusätzlich zu den Blogbeiträgen – einen kleinen Text).

Auf der Seite des IFLA-Nationalkomittees wurden diese Berichte zur heurigen IFLA-Tagung in Lyon unlängst online gestellt und können dort gelesen werden. Noch ist die Ausbeute etwas mager, aber ich bin sicher die Liste wird noch ergänzt werden.

Natürlich ist der August jetzt auch schon wieder lange her und die Berichterstattung dadurch nicht wirklich zeitnah. Daher fand ich das Experiment ziemlich vielversprechend auf die klassischen Berichte zu verzichten und die GewinnerInnen der Orientierungsstipendien per Blog von der Tagung berichten zu lassen. Diese Artikel waren eine gute Ergänzung zur Berichterstattung der KollegInnen vom (deutschsprachigen) IFLA Express.

Wahrscheinlich liegt dieses Format aber nicht jeder Stipendiatin/jedem Stipendiaten. Vielleicht könnten die Richtlinien so ergänzt werden, dass man selber entscheiden kann in welcher Form man berichtet? Wichtig ist ja der Inhalt und nicht so sehr das Format.

 

 

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Written by Peter

Oktober 27, 2014 at 9:55 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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Kleiner „Making Of“-Post: Wie baue ich ein IFLA-Poster?

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So das ist jetzt der letzte IFLA-Nachtrag. Eher als Notiz für mich, aber vielleicht ist das ja für andere auch hilfreich… (Ich fand ja toll, dass die Fachstellen eine Anleitung zum Abstract-Erstellen für Konferenzeinreichungen veröffentlicht haben!)

Nach der Annahme hatte ich die Instructions for accepted posters bekommen. Darin sind dann auch die maximalen Maße von 92*230 cm angegeben.

Meine erste Idee war, das Poster mit LaTeX zu erstellen, da ich aber weniger mit Text und mehr mit Grafiken und Bildern arbeiten wollte, habe ich mich bald wieder dagegen entschieden.

Für das Diagramm habe ich OmniGraffle verwendet und die Grafik dann als 300 dpi Grafik exportiert.

Posterdiagramm

Posterdiagramm

 

Das eigentliche Poster habe ich dann mit Keynote erstellt und dabei auf diese Anleitung zurückgegriffen:

Auch die Größenangabe von 2592*3456 Pixel habe ich daraus entnommen, was letztlich bei der PDF-Ausgabe zu einer Druckgröße von 91,44*121,92 cm führte (72dpi) und damit im Rahmen der Vorgaben ist.

Was würde ich das nächste Mal anders machen? Das Twitter-Logo hat auf meinem Poster gefehlt. Der Wiedererkennungswert des Logos wäre sicher nochmals ein schöner visueller „eye catcher“ gewesen und hätte vielleicht auch manche Erklärungen verkürzt.

Analoge Tweets

Analoge Tweets

Zusätzlich zum Poster wollte ich noch ein kleines Handout mit Twitter-URL, QR-Code und Kontaktdaten. Dazu habe ich MOO Minicards verwendet. Bei diesem Produkt gibt es die Möglichkeit ein Design mit einer Vorder- und vielen unterschiedlichen Rückseiten zu entwerfen (Printfinity).

Dies war eine schöne Möglichkeit die Vielfalt des EuropeanaBots zu zeigen und ergibt einen schönen „Lotteriemoment“ und Gesprächseinstieg wenn die Leute eine individuellen Karte ziehen dürfen (im Endeffekt hatte ich 23 verschiedene Versionen mit jeweils unterschiedlichen Tweets).

Im Vorfeld hatte ich bei den Organisatoren einmal angefragt, wieviele Handouts ich den einplanen soll. Mir wurde da zu 1000 Stück geraten. Glücklicherweise bin ich dem Rat nicht gefolgt und beim Druck wesentlich darunter geblieben.

Bei mir konnte ich die Handouts am Poster befestigen, sie gingen also auch ohne mein Zutun weg. Insgesamt würde ich sagen, kommt man mit 200-300 Stück ganz gut aus.

Bei der eigentlichen Poster-Session steht das eigene Projekt im Wettbewerb mit über 200 anderen Poster. Hilfreich ist es da, die Intention in einem Satz formulieren zu können. Bei mir lief das ungefähr so ab:

Person X riskiert einen Blick auf das Poster

„We hide our great digital collections behind search forms and in databases!“

Person X läuft nicht weg

„This project tries out new approaches to present digital items in the social web!“

Person X ist immer noch da

Und los geht’s mit der langen Erklärung und den einzelnen Beispielen…

Auch die Handouts sind natürlich ein guter Einstieg („Do you want an analog tweet of the EuropeanaBot?“), der auch zu einigen interessanten Gesprächen geführt hat.

Written by Peter

September 15, 2014 at 10:14 pm

IFLA Tag 5: E-Fernleihe und Webarchive

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Am heutigen Tag stand eine Session der IFLA-Sektion „Document Delivery and Resource Sharing“ am Programm: „Conversion of print to electronic – impact on resource sharing – Document Delivery and Resource Sharing“.

Im Vortrag „New module for secure electronic resource sharing in Turkey“ ging es um die Fernleihe auf elektronische Ressourcen. Das türkische ANKOS-Konsortium betreibt dazu das System „KiTS“ an dem derzeit 166 Bibliotheken teilnehmen.

Seit 2008 gibt es ein Fernleihsystem (2014 gab es darüber ca. 10 000 Bestellungen auf Monographien und ca. 2 500 auf Aufsätze), seit 2013 ist auch die Lieferung elektronischer Ressourcen möglich. Dazu bekommen die teilnehmenden Bibliotheken Zugang zur ANKOS-Datenbank in der die Lizenzinformationen der verhandelten Verträge in strukturierter Form abgelegt sind.

Entscheidet sich eine Bibliothek zu liefern, so kann sie noch festlegen, wie oft und in welchen Zeitraum das übermittelte Dokument heruntergeladen werden kann.

In Zukunft ist eine Ausweitung dieses Dienstes geplant und Kooperationspartner auch außerhalb der Türkei werden gesucht.

Auch nächstes Jahr wird die Türkei im Fokus der internationalen Fernleihe stehen: das ANKOS Konsortium veranstaltet die 14. IFLA ILDS-Konferenz.

Ein kleines „Abfallprodukt“ von KiTS ist ein Webservice, mit dem man mehrere Bilddateien (z.B. aus Scans) zu einem EPub zusammenführen kann. Der Sourcecode dazu ist frei verfügbar.

Der nächste Vortrag hatte nur sehr entfernt mit Fernleihe zu tun, vielleicht ja unter dem Gesichtspunkt, dass wir mit der Fernleihe kollektive Sammlungen schaffen, die gemeinsam genutzt werden: „The integrity of research is at risk: Capturing and preserving web sites and web documents and the implications for resource sharing“.

Die Bibliothek der Columbia University beschäftigt sich mit thematischer Webarchivierung. Ein Projekt ist das „Human Rights Web Archive“. Der Einstieg über Suche und Browsing erfolgt über die Seiten der Bibliothek, gehostet werden die Daten in Kooperation mit dem Internet Archiv.

Im letzten Vortrag der Session ging es um die Herausforderungen die Fernleihe im Rahmen des „open distance learning“ anzubieten: „Just in time Interlending – the ODL perspective“.

Die Bibliothek der University of South Africa hat mehrere Zweigstellen (auch in Großbritannien und Äthiopien), einen Bücherbus und Kooperationen, um in Partnerbibliotheken „access points“ anbieten zu können.

Die Herausforderung für Bibliotheken im Bereich des „open distance learning“ beruhen auf den drei Säulen:

  1. Zugang zu Information
  2. Verbreiten (broadcasting) von Informationen
  3. Exzellenz in der Bereitstellung von Dienstleistungen

Um mehr über die Bedürfnisse der NutzerInnen herauszufinden (und damit die Servicequalität zu steigern), wurde eine Umfrage durchgeführt (allerdings wurden die Bibliotheken und nicht die EndnutzerInnen befragt). Interessanterweise kam heraus, dass der Großteil mit einer Lieferung zwischen 3 und 7 Tagen zufrieden ist und nicht alle alles sofort haben wollen.

Für den Bereich der Informationsverbreitung wurde Online-Schulungsmaterial und ein Podcast zur Fernleihe erstellt. Auch über SMS, Twitter und Facebook werden Informationen verbreitet (auch Statusmeldungen zu den Bestellungen werden über SMS verschickt).

Written by Peter

August 21, 2014 at 3:19 pm

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IFLA Tag 4: Die General Assembly

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Hier noch ein Bild aus der IFLA-Generalversammlung, die am Mittwoch Nachmittag stattfand.

Die Abstimmung

Die Abstimmung

Das sieht jetzt sehr beeindruckend aus, im Endeffekt wurde aber nur über den Termin der nächsten Generalversammlung abgestimmt.

Da nicht alle Mitglieder zu den Konferenzen reisen können, kann man sein Stimmrecht übertragen, daher die unterschiedliche Farbe der Stimmzettel: rot ist eine Stimme, blau 10 Stimmen und grün 20.

Ansonsten gab es die üblichen Tagesordnungspunkte die man von jeder Vereinssitzung kennt: Rückblick, Ausblick und Bericht des Schatzmeisters.

Für die zukünftigen Aktivitäten wird natürlich die „Lyon Declaration“ eine große Rolle spielen.

Written by Peter

August 21, 2014 at 1:08 pm

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IFLA Tag 3: Kunst trifft Naturwissenschaft

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Nachmittags gab es noch eine interessante Kooperation zwischen den Sektionen „Art Libraries“ und der „Science and Technology Libraries“: „Science+Art = Creativity: Libraries and the New Collaborative Thinking“.

Im ersten Vortrag ging es um „Buildings with brain power: library architecture in neural terms“. Gebäude haben einen messbaren Einfluss auf Körper und Geist, beispielsweise gab es eine Studie, bei der Patienten in Zimmern mit Ausblick ins Grüne schneller geheilt wurden. So stehen Architektur und Neurowissenschaften bereits im Dialog, es wurde sogar eine „Academy for Neuroscience in Architecture“ gegründet.

Ein Gebäude darf nicht nur funktional sein, sondern soll auch Kreativität unterstützen. Im Bibliotheksbau wird oft vom notwendigen „Wow!“ Effekt gesprochen, der inspirierend auf die NutzerInnen wirken soll. Das Design einer Bibliothek sollte ein „liberating poetic image“ sein, dass neue Horizonte öffnet.
Auch verschiedene Beispiele aus der Firmenarchitektur wurden gezeigt: von den Bell Labs von 1941, in dem die Trennung zwischen Abteilungen aufgehoben werden sollte bis zum neuen Apple Campus, der quasi ohne Ecken und Kanten auskommt.

Der nächste Vortrag hatte den spannenden Titel „Integrating science and art: the scriptospatial visualization interface“. In ihm wurden verschiedene forensische Methoden gezeigt, mit denen an der Library of Congress alte Dokumente untersucht werden. Ähnlich wie bei Geoinformationssystemen, wird hier über „Manuskriptlandschaften“ navigiert.

Written by Peter

August 20, 2014 at 12:07 pm

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IFLA Tag 3: Auch BibliothekarInnen lesen die Vogue

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Dieser Tag begann mit der Session „Research in the big data era: legal, social and technical approaches to large text and data sets“.

Der erste Vortrag beschäftigte sich mit den Digital Humanities: „Mining large datasets for the humanities“. Der Redner hat seine Ausgangsfrage: „How can libraries support humanities scholars in making sense of large digitized collections of cultural material?“ in die einzelnen Bestandteile zerlegt:

  • humanities scholars
    Es gibt kein „Labor“ im traditionellen Sinn (und damit einen zentralen Ort des Austausches) in den Geisteswissenschaften. Für Bibliotheken besteht daher die Möglichkeit hier aktiv zu werden und die Zusammenarbeit zwischen FachreferentInnen („subject librarians“), „data librarians“ und WissenschaftlerInnen zu fördern.
  • making sense
    Bibliotheken konzentrieren sich zu stark auf die Anzeige von Information statt auf die Analyse. Als Beispiel für die Datenanalyse wurde das Vogue-Archiv herangezogen und eine zeitliche Auswertung des Vorkommens der Begriffe „girl“, „woman“, „lady“, bei der man schön sah, wie der Begriff „girl“ in den 70ern durch „woman“ ersetzt wurde. Dazu wurde eine Software namens „Bookworm“ erstellt.
    Das ist allerdings nur eine relativ primitive Analyse, bei der man nach Dingen sucht, von denen man weiß, dass sie vorhanden sind. Interessanter ist es, „die Daten sich selber organisieren zu lassen“. Eine Methode dazu ist „Topic Modeling“:
Topic Modeling discovers statistical patterns of words that occur near each other
and — with some help fine-tuning from a human with a basic understanding of the corpus
— it can produce uncannily interesting result
Damit wurde zum Beispiel eine Korrelation zwischen der Berichterstattung über Frauengesundheitsthemen und den einzelnen Chefredakteurinnen der Vogue herausgefunden.
  • large digitized collections from cultural material
    viele Daten lassen sich unter Umständen sogar im eigenen Keller finden (eigene Digitalisierungsprojekte, Datenlieferungen von Anbietern, etc.). Es lohnt sich aber auch Anbieter direkt um Daten zur Analyse zu fragen. Mit der Aufteilung „Analyse durch die Bibliothek“, „Darstellung durch den Anbieter“ lässt sich die Sichtbarkeit der Verlagsdaten steigern und beide Seiten profitieren somit.

Der nächste Vortrag „Do we need to believe Data/Tangible or Emotional/Intuition?“ war leider etwas deplatziert. Es ging um Empfehlungssysteme in E-Commerce Anwendungen. Es gab aber keine Übertragung auf Bibliothekssysteme und die mentalen/emotionalen Modelle von Kauf und Ausleihe halte ich jetzt nur bedingt für vergleichbar. (Zumindest der eine Redner hat immer den Glückszustand einer Shoppingerfahrung betont..)

Written by Peter

August 20, 2014 at 11:33 am

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IFLA Tag 2: Die Veranstaltung mit dem Millionen-Scheck..

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Abschluss des Tages war dann die Verleihung des „Access to Learning Awards (ATLA)“ der Bill & Melinda Gates Foundation (dotiert mit einer Million Dollar).

Nanasala

Nanasala

Gewonnen hat das E-Library Programm „Nanasala“ aus Sri Lanka (Fotos). Es gibt an die 800 Standorte und jede Einrichtung ist mit Computern und Internetzugang ausgestattet. Darüber sind dann etwa Gesundheits- und Agrarinformationen zugänglich, aber auch die Unterstützung lokaler Kleinunternehmer.

Die Initiative ist in die regionalen Strukturen integriert, für jede neue Einrichtung übernimmt eine lokale Vertrauensperson die „Patronanz“. Oft werden die Nanasalas auch in lokalen religiösen Einrichtungen (Tempeln, Moscheen, Kirchen) aufgebaut, da diesen Institutionen bereits hoch angesehen sind. Lokal gibt es dann auch unterstützende Maßnahmen wie Straßentheater, Werbung in Bussen oder Handzettel.

Die Ergebnisse sind ganz beeindruckend: gestartet wurde das Programm 2005 (zufälligerweise ein paar Tage nach dem Tsunami) und während dieser Zeit stieg die „ICT literacy rate“ von 5% auf fast 50%.

Leider wird dieses Projekt das letzte sein, dass sich über einen ATLA-Preis freuen kann. Die Gates-Stiftung wendet sich anderen Prioritäten zu und stoppt damit die Finanzierung.

Der Preis zeigt das Problem mit diesen privaten Stiftungen: natürlich ist es schön, wenn die Familie Gates Bibliotheken Geld geben will, aber besonders nachhaltig scheint das alles ja nicht zu sein.

(Kleine Anekdote am Rande: anscheinend wurde die bedauernswerte Vertreterin der Stiftung wirklich noch von einem Teilnehmer auf Microsoft-Software Problem angesprochen.. 😉 )

Written by Peter

August 20, 2014 at 10:32 am

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, wlic2014

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