Hatori Kibble

Jo eh…

Archive for the ‘Konferenzen’ Category

IFLA Tag 2: Die Veranstaltung mit dem Millionen-Scheck..

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Abschluss des Tages war dann die Verleihung des „Access to Learning Awards (ATLA)“ der Bill & Melinda Gates Foundation (dotiert mit einer Million Dollar).

Nanasala

Nanasala

Gewonnen hat das E-Library Programm „Nanasala“ aus Sri Lanka (Fotos). Es gibt an die 800 Standorte und jede Einrichtung ist mit Computern und Internetzugang ausgestattet. Darüber sind dann etwa Gesundheits- und Agrarinformationen zugänglich, aber auch die Unterstützung lokaler Kleinunternehmer.

Die Initiative ist in die regionalen Strukturen integriert, für jede neue Einrichtung übernimmt eine lokale Vertrauensperson die „Patronanz“. Oft werden die Nanasalas auch in lokalen religiösen Einrichtungen (Tempeln, Moscheen, Kirchen) aufgebaut, da diesen Institutionen bereits hoch angesehen sind. Lokal gibt es dann auch unterstützende Maßnahmen wie Straßentheater, Werbung in Bussen oder Handzettel.

Die Ergebnisse sind ganz beeindruckend: gestartet wurde das Programm 2005 (zufälligerweise ein paar Tage nach dem Tsunami) und während dieser Zeit stieg die „ICT literacy rate“ von 5% auf fast 50%.

Leider wird dieses Projekt das letzte sein, dass sich über einen ATLA-Preis freuen kann. Die Gates-Stiftung wendet sich anderen Prioritäten zu und stoppt damit die Finanzierung.

Der Preis zeigt das Problem mit diesen privaten Stiftungen: natürlich ist es schön, wenn die Familie Gates Bibliotheken Geld geben will, aber besonders nachhaltig scheint das alles ja nicht zu sein.

(Kleine Anekdote am Rande: anscheinend wurde die bedauernswerte Vertreterin der Stiftung wirklich noch von einem Teilnehmer auf Microsoft-Software Problem angesprochen.. 😉 )

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Written by Peter

August 20, 2014 at 10:32 am

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IFLA Tag 2: Die Lightning Talks: Fluffige Statistiken und Bibliothekstourismus

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Ich verstehe zwar das Problem bei einer großen Veranstaltung Internetzugang anzubieten (viele ausländische TeilnehmerInnen mit Zweit- und Drittgeräten und ohne Handydatenrate, hohe Personendichte, etc.), aber das nur sehr sporadische W-LAN nervt doch ziemlich. Daher gibt es hier leider nur etwas unregelmäßig Blogposts…

Wie auch immer: Die Lightning Talks am Montag.

  • Lightning talk 1: How to make a difference: using statistics for advocacy
    Claudia Lux gab Tipps zum Umgang mit PolitikerInnen. Man sollte immer seine grundlegenden Statistiken parat haben und ansprechend präsentieren können: das älteste/größte/kleinste Buch, das Alter des/der jüngsten/ältesten NutzerIn, etc. „Fluffige“ Statistiken wie „Mehr Leute besuchen Bibliotheken, als Bundesligaspiele“ bleiben bei EntscheidungsträgerInnen hängen.
  •  What libraries are good for: attempting to measure outcomes of public libraries
    Bibliotheken sind gut darin „Input“ und „Output“ zu messen, wichtiger wäre aber der „Outcome“ (das Ergebnis, die Folge). Der Output (Ausleihzahlen, etc..) sind nur das Mittel zum Zweck, der eigentliche Zweck (z.B. Lese- Schreibfähigkeit steigern) ist das Relevante.
    Interessanterweise gibt es eine relativ neue ISO-Norm um die Auswirkungen von Bibliotheken zu messen: ISO 16439:2014, Methods and procedures for assessing the impact of libraries. Den Wert dieser Norm hat der Vortragende auch darin gesehen, dass eine einheitliche Terminologie geschaffen wird, die die Kommunikation in diesem Bereich verbessern kann.
  • Measuring spaces: how to assess library spaces & behaviour
    Sehr spannender Talk, allerdings wollte die Rednerin da ein Programm für eine halbe Stunde in 7 Minuten pressen, daher bin ich nicht mit dem Mitschreiben nachgekommen.
    Alleine das Anbieten von (nicht-kommerziellem) Raum ist auch schon eine öffentliche Dienstleistung. Man sollte die Anforderungen an eigene Bibliotheksräume evaluieren, auch wenn es im Moment noch keine Mittel für Erweiterungen, etc. gibt, um dann schnell reagieren zu können.
    Für die Evaluierung in die Literatur und in die „social media“-Kanäle schauen, „Bibliothekstourismus“ und Hospitationen betreiben, neue MitarbeiterInnen mit einer Kamera ausstatten und auf „Beobachtungstour“ durch die eigene Institution schicken, Fokusgruppen mit Nutzern einrichten. Kontakt mit lokalen Gruppen halten, um ein Gefühl für die Nachbarschaft zu bekommen (auch mit der Polizei und „social services“).
    In dieser Bibliothek wird „LibSat“ zur NutzerInnen-Umfrage benutzt.

Written by Peter

August 20, 2014 at 9:46 am

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IFLA Tag 2 und 3: Rumstehen auf der Poster-Session

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Montag und Dienstag fanden die Poster Sessions statt.

EuropeanaBot – using open data and open APIs to present digital collections 

Für jeweils zwei Stunden bin ich in der Nähe meines Posters gestanden und jedeR, der/die auch nur einen Seitenblick auf mein Poster geworfen hat, ist gleich von mir angesprochen worden: „Do you want a paper tweet of the EuropeanaBot?“.

Die analogen Tweets zum Mitnehmen

Die analogen Tweets zum Mitnehmen

Diese Idee ist auch ganz gut angekommen und wurde auch auf Twitter positiv kommentiert.

Auch „analog“ hatte ich viele interessante Gespräche und positive Rückmeldungen bekommen.

Von daher hat sich die Teilnahme auf jeden Fall gelohnt.

Wer interessiert ist, hier noch eine kleinere Version des Posters als PDF.

 

Written by Peter

August 19, 2014 at 6:57 pm

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IFLA Tag 2: NutzerInnenforschung mit Chaostheorie?

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Auf Twitter  wurde schon über den Besuch der Prinzessin geschrieben, ich habe aber lieber den Morgen genutzt, um entspannt mit dem Fahrrad durch einen herrlichen Park zum Tagungsgelände zu fahren.

Meine erste Session war daher:

„Telling the Library Story: creating metrics for management, advocacy and community building“

Gleich der erste Vortrag: „Recent developments in library evaluation, statistics and measurement – and why they are important“ war ziemlich spannend.

Eine These war die Notwendigkeit von den reinen „busyness statistics“ (wir sind aktiv und machen ganz viele Sachen in der Bibliothek) zu nutzer-zentrierter Evaluation zu kommen. So wie ich das verstehe, geht – in üblicher Polemik – ja auch UltraBibliothekas Kritik am BIX in diese Richtung.

Hier noch die anderen Thesen des Vortrags:

  1. Der Bedarf an Evaluations-Expertise übersteigt das Angebot in Bibliotheken
  2. Der Fokus in Evaluation und Forschung muss ich von der Bibliothek weg, hin zu der Informationswelt der NutzerInnen hin bewegen
  3. Über Kennzahlen hinaus gehen: Auswirkungen (den „impact“) von Bibliotheken global messen
    Für 17 EU-Staaten gibt es schon eine Studie, die das öffentliche Bild von Bibliotheken erhoben hat. Wichtig bei solchen Vergleichen ist, dass das Lernen von einander im Vordergrund steht und nicht das Beurteilen
  4. Nachhaltige Evaluierungen sind der Schlüssel zu nachhaltigen Bibliotheken
    Um mit Veränderungen umgehen zu können, muss man über diese Bescheid wissen
  5. Eine Bewegung hin zu einer ethischen Evaluation
    Einerseits das Spannungsfeld zwischen Daten zur Nutzung erheben und dem „Ausspionieren“ unserer NutzerInnen. Andererseits muss eine Evaluation ein wirklich demokratischer Prozess unter Einbeziehung unterschiedlicher Gruppen sein. Die Leute sollen uns sagen können, was sie erwarten und nicht nur auf von uns gestellte Fragen antworten
  6. Die Grenzen unserer simplen Evaluierungsmodelle beginnen sich zu zeigen
    Es gibt in den seltensten Fällen eine direkte Beziehung zwischen Eingabe (Dienstleistungen), Ausgabe und Auswirkungen. Eher muss man da schon mit chaostheoretischen Ansätzen arbeiten.

Written by Peter

August 18, 2014 at 11:57 am

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IFLA Tag 1: Die Eröffnung und der bibliothekarische Baedeker

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Heute fand dann die offizielle Eröffnung statt. Neben den obligatorischen Grußworten gab es auch einen kleinen Beitrag vom Institut Lumiere, bei dem die ersten Filme der (Lyoner) Brüder Lumière gezeigt wurden. Dabei gelernt: Katzenvideos sind keine Erfindung des Internetzeitaltes.

Den Festvortrag hielt Bernard Stiegler über die Zukunft des Lesens. Ich hoffe, dass es davon noch eine englische Version geben wird. Da ich mich nicht in die lange Schlange vor der Kopfhörerausgabe einreihen wollte, ist mein Verständnis eher rudimentär geblieben (allerdings schön, wie die deutschen Begriffe „Umwelt“, „Aufklärung“ und „Vernunft“ auch in der französischen Philosophie verwendet werden..)

Den Abschluss des Programms bildete ein Auftritt der französischen Breakdance-Gruppe „Pockemon“ (nein, hat nichts mit Pikachu zu tun..). Hier ein kleiner Eindruck:

Danach begann dann der fachliche Teil. Meine erste Session war „1001 libraries to see before you die“, in der es um öffentliche Bibliotheken ging. Im ersten Teil wurde ein gemeinsamer Preis der dänischen Agentur für Kultur („Kultur Styrelsen“) und einer dänischen Architekturfirma verliehen. Die australische „Craigieburn Library“ darf sich jetzt „best Public Library of the Year 2014“ nennen. (Mehr Informationen zu diesem Wettbewerb)

Namensgeber dieser Session war aber das Blog „1001 Libraries to see before you die“.

BibliothekarInnen reisen gerne, was aber fehlt ist eine Art Reiseführer, der auf besonders interessante Bibliotheken im jeweiligen Reiseland aufmerksam macht:

Planning a trip, want to visit some libraries but not sure where you should go? Wonder no more! Your colleagues from the IFLA Public Libraries Section are busily compiling the ultimate guide for Librarians 1001 libraries to see before you die. Our online initiative aims to bring together best practice examples of public library buildings and spaces from around the world.

Im Moment wurden bereits an die hundert Einträge gesammelt, die nach und nach eingepflegt werden. Es fehlen also noch ca. 900 Bibliotheken ;-). Vorschläge nimmt die Koordinatorin der IFLA Sektion „Public Libraries“ gerne entgegen!

Written by Peter

August 17, 2014 at 4:42 pm

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IFLA Tag 0: Die Schokoladenbibliothek

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Vor der eigentlichen Tagungseröffnung finden immer sogenannte „Caucus Meetings“ statt, bei denen sich die Vertreter einzelner Länder oder Sprachen versammeln. Bei den deutschsprachigen Ländern waren dann hauptsächlich TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreten.

Zu Beginn hat das deutsche IFLA-Nationalkomitee aus seiner Arbeit berichtet: die Website wurde neu gestaltet und ein Leitbild erstellt. Eines der zentralen Vorhaben des Komitees ist die deutsche Übersetzung der allgemeinen IFLA-Seite. Dieses Projekt wird erfreulicherweise von Bibliotheksverbänden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz finanziert.

Als kleine Vorübung für die kollaborative Arbeit wurde zunächst einmal der IFLA-Trendreport ins Deutsche übersetzt. Es sieht so aus – und wenn ja, wäre das wirklich lobenswert, dass dies nur „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ – sprich einer intensiveren, multinationalen Zusammenarbeit der Verbände ist. Nächster Schritt soll eine gemeinsame Vorstandssitzung sein, aus der dann hoffentlich weitere konkrete Aktivitäten entstehen.

Ein Vertreter des französischen Nationalkomitees hat dann auch noch über deren Projekte und Veranstaltungen rund um den Kongress berichtet: unter dem Titel „My French Library/Ma bibliothèque en France“ gibt es unter anderem eine Bookcrossing Aktion, den „French Library Boulevard“ und auch eine „Tattoo Bar“ (für ein bleibendes Souvenir ;-)).

Als nächstes wurden die – heuer neu eingeführten – Orientierungsstipendien von BII und BID vorgestellt. Die ausgewählten StipendiatInnen sollen in einem gemeinsamen Blog täglich von Ihren Erfahrungen in Lyon berichten. Wahrscheinlich ist diese Form besser als die üblichen nachträglichen PDF-Artikel geeignet, Informationen aus den Tagungen in die deutsche Fachcommunity zu tragen.

Ebenfalls von den deutschen Verbänden unterstützt wird das Team der ÜbersetzerInnen und des deutschen IFLA-Express. Auch hier wurden die KollegInnen vorgestellt. Schön, dass sich immer wieder BibliothekarInnen finden, die sich diese stressige Arbeit antun!

Ein besonderes Schmankerl hat dann noch Herr Locher vom Verband „Bibliothek Information Schweiz“ mitgebracht: eine Schokoladen-Bibliothek. (Auch wenn die Terminologie nicht ganz korrekt war: glücklicherweise bestand bei den Schokotäfelchen keine Rückgabepflicht…)

 

 

 

Written by Peter

August 17, 2014 at 3:52 pm

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Kongress-Notizen Teil 1: Ein Willkommensgruß, Keime, Parasiten und die Hashtag-Hotline

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Lyon ist IFLA-Stadt

Bereits bei meiner letzten Tagung fand ich die Organisation bemerkenswert gut. Auch heuer wimmelt es überall nur so von volunteers. Im Bahnhof ist sogar ein kleiner Infostand aufgebaut und die Busse, die zum Kongresszentrum fahren, haben IFLA Plakate im Fenster.

Plakat

Seid willkommen BibliothekarInnen aller Länder

Nett fand ich auch, dass überall in der Stadt (nicht nur in der Nähe der Konferenz) Plakate hängen, auf denen die TeilnehmerInnen begrüßt werden.

Keime und Parasiten

Der Preis für das schrägste Rahmenprogramm geht eindeutig an:

„The Doctor Merieux Museum of Biological Sciences will check out which germs or parasites are on your skin and explain [to] you the major international challenges facing public health.“

Die Hashtag-Hotline

Eine nützliche Idee, die man gerne auch für das Bibcamp und den nächsten Bibliothekartag übernehmen könnte:

 

Written by Peter

August 16, 2014 at 3:41 pm

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