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Archive for the ‘Bibliotheken’ Category

IFLA Tag 5: E-Fernleihe und Webarchive

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Am heutigen Tag stand eine Session der IFLA-Sektion „Document Delivery and Resource Sharing“ am Programm: „Conversion of print to electronic – impact on resource sharing – Document Delivery and Resource Sharing“.

Im Vortrag „New module for secure electronic resource sharing in Turkey“ ging es um die Fernleihe auf elektronische Ressourcen. Das türkische ANKOS-Konsortium betreibt dazu das System „KiTS“ an dem derzeit 166 Bibliotheken teilnehmen.

Seit 2008 gibt es ein Fernleihsystem (2014 gab es darüber ca. 10 000 Bestellungen auf Monographien und ca. 2 500 auf Aufsätze), seit 2013 ist auch die Lieferung elektronischer Ressourcen möglich. Dazu bekommen die teilnehmenden Bibliotheken Zugang zur ANKOS-Datenbank in der die Lizenzinformationen der verhandelten Verträge in strukturierter Form abgelegt sind.

Entscheidet sich eine Bibliothek zu liefern, so kann sie noch festlegen, wie oft und in welchen Zeitraum das übermittelte Dokument heruntergeladen werden kann.

In Zukunft ist eine Ausweitung dieses Dienstes geplant und Kooperationspartner auch außerhalb der Türkei werden gesucht.

Auch nächstes Jahr wird die Türkei im Fokus der internationalen Fernleihe stehen: das ANKOS Konsortium veranstaltet die 14. IFLA ILDS-Konferenz.

Ein kleines „Abfallprodukt“ von KiTS ist ein Webservice, mit dem man mehrere Bilddateien (z.B. aus Scans) zu einem EPub zusammenführen kann. Der Sourcecode dazu ist frei verfügbar.

Der nächste Vortrag hatte nur sehr entfernt mit Fernleihe zu tun, vielleicht ja unter dem Gesichtspunkt, dass wir mit der Fernleihe kollektive Sammlungen schaffen, die gemeinsam genutzt werden: „The integrity of research is at risk: Capturing and preserving web sites and web documents and the implications for resource sharing“.

Die Bibliothek der Columbia University beschäftigt sich mit thematischer Webarchivierung. Ein Projekt ist das „Human Rights Web Archive“. Der Einstieg über Suche und Browsing erfolgt über die Seiten der Bibliothek, gehostet werden die Daten in Kooperation mit dem Internet Archiv.

Im letzten Vortrag der Session ging es um die Herausforderungen die Fernleihe im Rahmen des „open distance learning“ anzubieten: „Just in time Interlending – the ODL perspective“.

Die Bibliothek der University of South Africa hat mehrere Zweigstellen (auch in Großbritannien und Äthiopien), einen Bücherbus und Kooperationen, um in Partnerbibliotheken „access points“ anbieten zu können.

Die Herausforderung für Bibliotheken im Bereich des „open distance learning“ beruhen auf den drei Säulen:

  1. Zugang zu Information
  2. Verbreiten (broadcasting) von Informationen
  3. Exzellenz in der Bereitstellung von Dienstleistungen

Um mehr über die Bedürfnisse der NutzerInnen herauszufinden (und damit die Servicequalität zu steigern), wurde eine Umfrage durchgeführt (allerdings wurden die Bibliotheken und nicht die EndnutzerInnen befragt). Interessanterweise kam heraus, dass der Großteil mit einer Lieferung zwischen 3 und 7 Tagen zufrieden ist und nicht alle alles sofort haben wollen.

Für den Bereich der Informationsverbreitung wurde Online-Schulungsmaterial und ein Podcast zur Fernleihe erstellt. Auch über SMS, Twitter und Facebook werden Informationen verbreitet (auch Statusmeldungen zu den Bestellungen werden über SMS verschickt).

Written by Peter

August 21, 2014 at 3:19 pm

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Die Ideas-Box: eine Bibliothek-To-Go

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Vor dem Kongresszentrum haben die „Libraries Without  Borders“ einen Stand und präsentieren die Ideas-Box. Das ist eine Bibliothek die kompakt auf 2 Europaletten verladen und in Krisengebiete verschickt werden kann.

Natürlich haben Geflüchtete zuerst einmal andere Prioritäten, wie Unterkunft und Nahrung, aber das ist nur der erste Schritt:

But once this priorities have been met, they need a way to re-establish social links, rebuild an informed civil society, fight against boredom and develop resilience for the inevitable struggles that lay ahead.

Through access – in their language – to the Internet, computers, books, education resources, theatre and film customized the Ideas box empowers individuals and provides important tools to begin to reconstruct what has been lost.

Die eingepackte Bibliothek

Die einpackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Der Inhalt wird jeweils angepasst, neben technischen Geräten wie Tablets, Notebooks, Kameras und GPS-Empfängern, waren hier auch Bücher, Spiele und Bastelmaterialien zu sehen.

Auf der Website gibt es noch mehr Informationen zum Einsatz der Ideas Box und wie man das Projekt unterstützen kann.

Written by Peter

August 20, 2014 at 12:52 pm

IFLA Tag 2: Die Veranstaltung mit dem Millionen-Scheck..

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Abschluss des Tages war dann die Verleihung des „Access to Learning Awards (ATLA)“ der Bill & Melinda Gates Foundation (dotiert mit einer Million Dollar).

Nanasala

Nanasala

Gewonnen hat das E-Library Programm „Nanasala“ aus Sri Lanka (Fotos). Es gibt an die 800 Standorte und jede Einrichtung ist mit Computern und Internetzugang ausgestattet. Darüber sind dann etwa Gesundheits- und Agrarinformationen zugänglich, aber auch die Unterstützung lokaler Kleinunternehmer.

Die Initiative ist in die regionalen Strukturen integriert, für jede neue Einrichtung übernimmt eine lokale Vertrauensperson die „Patronanz“. Oft werden die Nanasalas auch in lokalen religiösen Einrichtungen (Tempeln, Moscheen, Kirchen) aufgebaut, da diesen Institutionen bereits hoch angesehen sind. Lokal gibt es dann auch unterstützende Maßnahmen wie Straßentheater, Werbung in Bussen oder Handzettel.

Die Ergebnisse sind ganz beeindruckend: gestartet wurde das Programm 2005 (zufälligerweise ein paar Tage nach dem Tsunami) und während dieser Zeit stieg die „ICT literacy rate“ von 5% auf fast 50%.

Leider wird dieses Projekt das letzte sein, dass sich über einen ATLA-Preis freuen kann. Die Gates-Stiftung wendet sich anderen Prioritäten zu und stoppt damit die Finanzierung.

Der Preis zeigt das Problem mit diesen privaten Stiftungen: natürlich ist es schön, wenn die Familie Gates Bibliotheken Geld geben will, aber besonders nachhaltig scheint das alles ja nicht zu sein.

(Kleine Anekdote am Rande: anscheinend wurde die bedauernswerte Vertreterin der Stiftung wirklich noch von einem Teilnehmer auf Microsoft-Software Problem angesprochen.. 😉 )

Written by Peter

August 20, 2014 at 10:32 am

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IFLA Tag 1: Die Eröffnung und der bibliothekarische Baedeker

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Heute fand dann die offizielle Eröffnung statt. Neben den obligatorischen Grußworten gab es auch einen kleinen Beitrag vom Institut Lumiere, bei dem die ersten Filme der (Lyoner) Brüder Lumière gezeigt wurden. Dabei gelernt: Katzenvideos sind keine Erfindung des Internetzeitaltes.

Den Festvortrag hielt Bernard Stiegler über die Zukunft des Lesens. Ich hoffe, dass es davon noch eine englische Version geben wird. Da ich mich nicht in die lange Schlange vor der Kopfhörerausgabe einreihen wollte, ist mein Verständnis eher rudimentär geblieben (allerdings schön, wie die deutschen Begriffe „Umwelt“, „Aufklärung“ und „Vernunft“ auch in der französischen Philosophie verwendet werden..)

Den Abschluss des Programms bildete ein Auftritt der französischen Breakdance-Gruppe „Pockemon“ (nein, hat nichts mit Pikachu zu tun..). Hier ein kleiner Eindruck:

Danach begann dann der fachliche Teil. Meine erste Session war „1001 libraries to see before you die“, in der es um öffentliche Bibliotheken ging. Im ersten Teil wurde ein gemeinsamer Preis der dänischen Agentur für Kultur („Kultur Styrelsen“) und einer dänischen Architekturfirma verliehen. Die australische „Craigieburn Library“ darf sich jetzt „best Public Library of the Year 2014“ nennen. (Mehr Informationen zu diesem Wettbewerb)

Namensgeber dieser Session war aber das Blog „1001 Libraries to see before you die“.

BibliothekarInnen reisen gerne, was aber fehlt ist eine Art Reiseführer, der auf besonders interessante Bibliotheken im jeweiligen Reiseland aufmerksam macht:

Planning a trip, want to visit some libraries but not sure where you should go? Wonder no more! Your colleagues from the IFLA Public Libraries Section are busily compiling the ultimate guide for Librarians 1001 libraries to see before you die. Our online initiative aims to bring together best practice examples of public library buildings and spaces from around the world.

Im Moment wurden bereits an die hundert Einträge gesammelt, die nach und nach eingepflegt werden. Es fehlen also noch ca. 900 Bibliotheken ;-). Vorschläge nimmt die Koordinatorin der IFLA Sektion „Public Libraries“ gerne entgegen!

Written by Peter

August 17, 2014 at 4:42 pm

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Neulich im Feedreader (Teil XIV): Geschichten, Ver.di in der Cloud, Amazon vs. Open Library und nochmals OpenGLAM

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Arbeitnehmervertretungen stehen jetzt vor der wichtigen und schwierigen Aufgabe, die Software-Ergonomie zu beurteilen und zu beeinflussen. Sie müssen versuchen sicherzustellen, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt werden, die Systeme verständlich und gebrauchstauglich sind und zu guten Arbeitsbedingungen führen.

In Berlin konnten die Personalräte der Hochschulen gemeinsam mit Datenschützern eine vor- schnelle Unterschrift unter einen Vertrag mit ExLibris verhindern.

For a monthly cost of zero dollars, it is possible to read six million e-texts at the Open Library, right now.

Das Ausleihen von Büchern bei „Open Library“ hatte ich gerade getestet. Das funktioniert auch für halbwegs aktuelle Titel, mein Beispiel war leider nur im Browser zu lesen. Andere Bücher sind anscheinend auch als ePub erhältlich.

OCLC’s WorldCat database has long been a database of contradictions. On the one hand, the WorldCat database has represented the deep collaborative nature of libraries and librarians. On the other hand, the WorldCat database has long been one of the most impenetrable datasets within the library community, with access to the resource carefully guarded by its OCLC gatekeepers. The development of the Metadata API, along with a handful of other services specifically targeted at making WorldCat data more accessible, represent a welcome shift in how libraries are able to interact with their data, and a set of opportunities to develop new collaborations and workflows around the library community’s metadata operations.

Written by Peter

Juli 31, 2014 at 10:32 pm

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Neulich im Feedreader (Teil XII): der zzZwitscherwecker, ungelesene Bücher und der Buchladen der Zukunft

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  • zzZwitscherwecker
    Am 6. Juli war die Preisverleihung beim „Coding Da Vinci“ Hackathon, der auch hier im Blog schon einmal Thema war.  Eines der prämierten Projekte hat mir besonders gut gefallen: der zzZwitscherwecker. Diese App verwendet zur Verfügung gestellte Tierstimmen des Museums für Naturkunde Berlin um einen mit Vogelstimmen zu wecken.

    Der zzZwitscherwecker

    Der zzZwitscherwecker

    Der Clou dabei ist, dass sich der Alarm nur ausschalten lässt wenn man die Vogelart richtig erkannt hat (aus vier Möglichkeiten). Das beugt also schon einmal dem gedankenlosen Drücken der Schlummertaste vor…
    Wer mag, kann das auf deren Website einmal ausprobieren.
    Auch die anderen Projekte sind ziemlich spannend und noch ein schöner Nebeneffekt der Veranstaltung wurde auf Twitter genannt:

The first surprise is that you don’t have to enter the store to shop from it: the glass façade is a touchscreen that can be tapped on to download e-books from QR codes. The choice could be infinite—“the whole catalogue of the British Library,” said Roberts, taking on Amazon with a sheet of smart glass.

Written by Peter

Juli 8, 2014 at 9:44 pm

#elag2014 – Tag 1: Schöne Daten aus der Bibliothek

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Wegen ein paar Terminen (von großartig bis Na ja..) bin ich erst Donnerstag mittags zur ELAG 2014 in Bath eingetroffen und mein erste Präsentation dort war auch schon meine eigene (dazu später mehr).

Danach kam „Datavisualization as a library service? Examples from Chalmers library“. Diese schwedische Bibliothek hat eine eigene Abteilung für Bibliometrie und die KollegInnen dort erstellen auch Visualisierungen aus den eigenen (Repository-)Daten (z.B. Karten die Ko-Autorenschaften visualisieren oder ein Google-Earth Layer „Who has cited researcher X?“).

Das ist natürlich ein spannendes Aufgabengebiet für Bibliotheken und auf Twitter kam dann auch gleich der Gedanke, ob wir den Begriff des „data librarians“ nicht durch einen „data visualisation librarian“ ergänzen müssen. Wenn wir die Daten schon haben, warum sollen wir nicht interessante Dinge damit bauen?

(Im Vortrag wurden auch erfolgreiche Kollaborationen mit FachwissenschaftlerInnen, das ist natürlich auch ein guter Weg.)

Interessant war auch der Blick in die Werkzeugkiste, die Vortragende hat einige Tools kurz vorgestellt, die man sich vielleicht einmal näher anschauen sollte:

 

 

Written by Peter

Juni 13, 2014 at 10:19 am

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, Software

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#bibtag14 – Tag 4: Im Kampf gegen die Monster-Excel-Tabelle

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Die Vortragenden, die am Morgen nach dem Festabend präsentieren müssen, sind nicht zu beneiden. Diesmal hat es die Session „Zur ‚Neuausrichtung überregionaler Informationsservices'“ erwischt, einen Block, der sich mit der berühmten DFG-Ausschreibung und ihrer Folgen beschäftigte.

Begonnen wurde mit dem Vortrag „Electronic Resource Management System – Vernetzung von Lizenzinformationen“. Elektronische Ressourcen werden für Bibliotheken immer wichtiger. Laut DBS war deren Anteil 2010 33% am Gesamterwerbungsetat und 2013 bereits 45%. Die Verwaltung erfolgt in den Bibliotheken meist mit unterschiedlichen Tools, vom dediziertem System bis zur Monster-Excel-Tabelle. Mit ERMS soll jetzt ein bundesweit, verfügbares modulares System zur Verwaltung von elektronischen Ressourcen entwickelt werden (und das auf allen Ebenen von lokalen Verträgen bis zu Konsortial- und Allianzlizenzen).

Die Nutzung kann direkt oder über Schnittstellen erfolgen (wenn man z.B. schon ein Bibliothekssystem mit ERM-Modul hat).

Der Vorteil dieses Systems ist auch die Knowledgebase mit Metadaten, die um Lizenzinformationen angereichert werden. Darauf lassen sich dann wieder neue Services aufsetzen (z.B. ein Anbieterverzeichnis, oder ein Verfügbarkeitsdienst). Erfreulicherweise wird das Projekt in enger Absprache mit den zukünftigen AnwenderInnen entwickelt, im jetzigen Arbeitspaket finden sich ExpertInnen-Interviews und eine NutzerInnen-Umfrage.

Der folgende Vortrag betraf den wohl meistdiskutierten Antrag dieser DFG Runde: „CIB – auf dem Weg in eine internationale Infrastruktur für Bibliotheksdaten Abstract“.

Der Weg in die Cloud wurde als Ziel im Oktober 2012 gemeinsam von der AG Bibliothekarisches Verbundsystem der KMK, der DFG und den deutschen Verbünden festgelegt. Das CIB Projekt will jetzt mit den beiden bereits vorhandenen Plattformen von Ex Libris (Alma) und OCLC (WorldCat) starten. Dabei soll die GND (über eine direkte Synchronisation) und die ZDB (über eine Versorgungsschnittstelle) integriert werden.

Ein einheitlicher Datenraum soll über die Synchronisation zwischen Alma und Worldcat hergestellt werden, als Sicherung um den herstellerunabhängigen Zugriff auf die Daten zu gewährleisten wird ein „Datenfenster“ aufgebaut werden, das ebenfalls über eine Synchronisation aktuell gehalten wird. Die Daten in diesem Datenfenster sollen als CC0 bereitgestellt werden, um andere Dienste darauf aufzubauen.

Problematisch wird es wenn die Cloud nicht nur Titeldaten, sondern – im Rahmen des Lokalsystemhostings – auch Benutzerdaten enthält. Derzeit laufen Gespräche mit Datenschutzbeauftragen, wie man so eine Auftragsdatenverarbeitung rechtskonform gestalten kann. Für ein Rechtsgutachten, das Klarheit bringen könnte, fanden sich keine Mittel.

Die Zwischenbilanz des Projekts war etwas vage: erste Schritte zur Datensynchronisation Alma/WorldCat wurden unternommen und die Integration der GND und der ZDB wird gerade vertraglich und technisch geklärt.

Im letzten Vortrag der Session berichtete die DFG: „Der gegenwärtige Stand zur Umsetzung der „Neuausrichtung überregionaler Informationsservices“ – eine Einführung der DFG“. Es wurde nochmals die Vorgeschichte des Antrags erläutert und das Ziel, nämlich die Entstehung einer modularen Gesamtstruktur in der Informationsversorgung zu stimulieren.

Begutachtungskriterien waren also neben Qualität, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit auch die Frage, ob das Vorhaben zu einer Strukturbildung beiträgt. Gerade CIB ist für die DFG kein normales Projekt, sondern ein Experiment. Die DFG sieht sich nicht in der Pflicht Überzeugungsarbeit bei den Bibliotheken zu leisten, das ist Aufgabe des Projektes selber.

Allerdings will die DFG die Kommunikation zwischen beteiligten und nicht-beteiligten Verbünden unterstützen. Gemeinsam mit der KMK wurde bereits ein Workshop organisiert, weitere Treffen sollen stattfinden. Der DFG ist die Anschlußfähigkeit wichtig und sie will sicherstellen, dass auch nichtbeteiligte Bibliotheken und Verbünde profitieren können.

Bei Bedarf gibt es weitere Förderoptionen für komplementäre Projekte zu CIB. Als Beispiel wurde eine Evaluierung des Datenaustausches mit Kuali OLE genannt.

So das war’s mit #bibtag14, nächste Woche gibt es nochmals einen kurzen Konferenzmodus mit Berichten zur ELAG Tagung. Bleiben Sie dran!

Written by Peter

Juni 6, 2014 at 6:51 pm

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#bibtag14 – Tag 3: Raus mit den Büchern, rein mit den Menschen!

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Für den Nachmittag habe ich mal in die Session „Bibliotheksräume: Mehr als nur Nutzflächen“ geschaut.

Im ersten Vortrag „Das neue Gesicht des Instituts für Medienbildung der pädagogischen Hochschule Bern – Vorstellung einer innovativen Bibliotheksgestaltung zwischen virtueller und räumlicher Verschmelzung“ wurde die Neukonzeption einer Schweizer Mediothek vorgestellt.

Die Einrichtung war vorher mehr auf die Bedürfnisse der  BibliothekarInnen und weniger auf die der NutzerInnen ausgelegt. Die Kommunikationsstruktur mit einer großen Infotheke und den BenutzerInnen davor ähnelte etwas dem Frontalunterricht im Klassenzimmer. Eine Änderung der Organisationsstruktur brachte nun auch eine Anpassung der räumlichen Situation mit sich und statt der großen Theke wurden kleinere, flexiblere und modulare Möbel aufgestellt.

Kernstück ist die „Experimentierwand“: auf der einen Seite ist ein großer Touchscreen (mit der Aufschrift „Bitte berühren“), auf der anderen Seite sind kleine modulare Regale um physischen Bestand zu präsentieren (bei Bedarf können auch dort Displays eingebaut werden). Eine schöne Verbindung von analog und digital.

Der nächste Vortrag war „Mit Raumprojekten gegen das Bibliotheksstereotyp“, eine best practice Studie zu internationalen Bibliotheksprojekten. Unter dem Motto „Breaking the Library Stereotype One Room at a Time“ wurden Experteninterviews geführt um gemeinsame Charakteristika und lessons learned zu ermitteln. Der Projektbericht ist online verfügbar. Bei allen untersuchten Projekte gab es die Bereitschaft „alte Zöpfe“ abzuschneiden (Auskunft nicht mehr hinter der Theke, Essen und Trinken erlauben, unter Umständen auch Dienstleistungen abzuschaffen um freie Ressourcen zu bekommen). Auch Kooperationspartner und ein genaues Verständnis der Zielgruppe sind wichtig. Die meisten Projekte hatten einen starken Technolgiefokus, außer „Explore Outdoors“, eine Art Abenteuerspielplatz für Kinder.

Im nächsten Vortrag ging es wieder zurück nach Deutschlang genauer gesagt nach Münster: „Mehr Raum für Menschen- ein Werkstattbericht“. Das Gebäude der Stadtbücherei Münster war bei seiner Eröffnung 1993 ein „Leuchtturmprojekt“. Inzwischen sind aber einige Jahre ins Land gegangen und die Rahmenbedinungen haben sich stark verändert, sowohl die Medienlandschaft allgemein, als auch die Inanspruchnahme der Bibliothek als Raum (Stichwort „Lernort“).

In der Bibliothek wurde das früh erkannt und 2007/2008 die „Ideentanke“ gegründet. Eine AG innerhalb der Bibliothek die eine Stärken/Schwächenanalyse erstellt hat, dabei ließ man sich auch von anderen Bibliotheken inspirieren (z.B. die OBA).

Einzelne Maßnahmen konnten relativ schnell durchgeführt werden (etwa WLAN Zugang im Haus, oder die Aufnahme von Konsolenspielen in den Bestand). Eine größere Umgestaltung soll – im laufenden Betrieb – bis März 2015 durchgeführt werden. Kernstück ist das „JuWel“ (Junge Welt) ein geplanter Freizeitreff für junge Leute mit Mangas, Gaming, Musik, etc.

Zur Betreung der Jugendlichen wird auch ein Medienpädagoge eingestellt.

Allgemein gestaltet sich die Umgestaltung durch die moderne Architektur als schwierig und das Ziel „Mehr Räume für Menschen“ bedingt leider auch „Weniger Raum für Bücher“. Insgesamt soll 20 % des Bestands an Erwachsenenliteratur (vornehmlich im Sachbereich) reduziert werden.

Das Projekt wird mit einem Blog begleitet.

Der letzte Vortrag dieser Session war „Die Bibliothek als Kuratorin heterogener Quellen: Der ZLB-Themenraum“. Ziel ist es aktuelle Themen in die Bibliothek zu holen, bibliothekarische Ressourcen zu kontextualisieren und damit auch zur Inspirationsquelle zu werden.

Da mit klassischen Monographien die Gewährleistung von Aktualität schwierig ist, wird in hohem Maße auf elektronische Quellen zurückgegriffen. Damit wird die Bibliothek zum digitalen Kuratorin. Im Gegensatz zum klassischen Kuratieren gibt es neben dem reinen Sammlungsprozess auch eine starke Filterkomponente. Blogs, Twitteraccounts oder Hashtags werden identifiziert und in die Sammlung geleitet, was natürlich bedeutet ein Stück weit auch Kontrolle abzugeben (im Nachhinein können unpassende Quellen natürlich gelöscht werden..).

Eine eigene Themenraum-App wurde in Auftrag gegeben um diese digitalen Informationen zu präsentieren, mit Kooperationspartnern werden Veranstaltungen durchgeführt und auch eine klassisch-analoge Auswahlbibliographie wird gedruckt (und überraschend gut nachgefragt).

Aus dem Projekt entstanden einige lessons learned: keine Aktualität ohne elektronische Information, digitales Kuratieren ist ein Experimentierfeld (Auswahl und Bewertung der Quellen) und digitale Information braucht Vermittlung.

Aus dem letzten Punkt entstand die Idee von KuratorInnen-Führungen als geplante Erweiterung.

Das das Projekt erfolgreich ist, zeigt auch eine Auszeichnung mit einer presidential citation durch die American Library Association.

 

Written by Peter

Juni 6, 2014 at 10:40 am

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#bibtag14 – Tag 2: Mitarbeiter in der Cloud verbauen

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Das zentrale Thema des heurigen Bibliothekartags sind ja Resource Discovery Systems, am Nachmittag hatte ich dann erstmals Zeit mir Vorträge aus diesem Block anzuhören.

Es begann mit „Verbundübergreifender Fernleihindex als Prototyp verteilter indexbasierter Lösungen für Recherchesysteme“. Gerade für die Fernleihe wäre ein „Deutschland-Katalog“, der die Verbundbestände zusammenführt, natürlich ideal. Das Projekt versucht über die Zusammenschaltung verteilter Suchindizes so eine Recherchemöglichkeit zu schaffen. Es gibt schon einen Prototyp mit knapp 100 Millionen Titeldaten aus dem SWB, GBV, HEBIS und den B3Kat Daten.

Allerdings gibt es keine Deduplizierung und damit ist dieses Tool nur begrenzt brauchbar. (Beispielsweise wird in der hbz-Fernleihe über eine Metasuche eine Abfrage in den einzelnen Verbundkatalogen gestartet und die Doubletten aus den Ergebnissen zusammengeführt. Damit ist es möglich einen verbundübergreifenden Leitweg zu bauen und die Fernleihbestellung bequem auf die Reise zu bringen.)

In der Aufgabenliste des Projekts steht, dass man eine FRBRisierung der  Daten plant. Damit wäre eine Deduplizierung natürlich möglich. Alternativ könnte man auch einfach den Resolving-Dienst von CultureGraph verwenden (wenn man sich denn bei diesem Dienst auf eine kontinuierliche Aktualisierung der Daten verlassen könnte).

Weiter ging es mit „Wissensexploration mit bibliothekarischen Daten: Ein EFRE-Projekt zur Entwicklung einer LOD-basierten Datenmanagement-Plattform“. In dem Vortrag wurde d:swarm vorgestellt, eine Plattform zum Datenmanagement. Eigene oder importierte Datensammlungen können bequem über eine graphische Oberfläche konvertiert, transformiert oder mit anderen Quellen verknüpft werden. Normalerweise würden diese Prozesse innerhalb eines Discovery-Systems passieren, mit d:swarm kann man so ein vendor lock-in vermeiden oder Workflows innerhalb der bibliothekarischen community teilen. Durch die graphische Oberfläche soll ein Einstieg auch für System-BibliothekarInnen (und nicht nur für ProgrammiererInnen) möglich sein.

Der nächste Vortrag war „Das Suchmaschinenprojekt finc – von der Umsetzung der Ziele und der Zukunft des Projektes“. finc ist ein schönes Beispiel für ein von den Bibliotheken selbst entwickeltes Discovery-System, das auf VuFind aufbaut. 11 Hochschulbibliotheken setzen das System derzeit ein. Neben einer Suchmaschine bietet finc auch die Integration von Lokalsystemfunktionen, dafür wurde eine Integrationsschicht für Libero-Systeme programmiert. Das ursprünglich geförderte Projekt läuft im November aus, eine Nutzergemeinschaft soll aber den Betrieb und die Weiterentwicklung gewährleisten.

In der letzten Session des Tages ging es dann um die Cloud: „Bibliothekssysteme in der Cloud: Perspektiven zukünftiger ‚Lokalsysteme‘“.

Der erste Vortrag „Next Generation Systems (Alma, WMS, Kuali OLE) – was können wir von ihnen erwarten?“ (der Kuali Teil wurde in einen eigenen Vortrag ausgelagert) war eine Kooperation zwischen hbz und GBV. Die Rahmenbedingungen in den beiden Verbünden sind sehr unterschiedlich: während im GBV die Lokalsystemlandschaft sehr homogen ist, existiert im hbz ein ganzer „Zoo“ von Lokalsystemen, für die von den Herstellern Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden.

Auch in cloudbasierten Systemen müssen diese Schnittstellen vorhanden sein. Ansonsten erwartet man sich von einem Umstieg Modernisierungsgewinne in puncto Funktionalitäten, Personaleinsatz und Kosten. Gerade letzteres ist wichtiger Faktor, denn der Innovationsschub wurde nur als eher „mäßig“ bezeichnet (ERM, Zahlungssysteme…). Der Einsatz großer, internationaler Systeme führt auch zu einer Zentralisierung und Standardisierung von Abläufen („Sie müssen den Mitarbeiter um das System herum bauen und nicht mehr das System um den Mitarbeiter“). Trotzdem ist aber ein flexibler, modularer Aufbau notwendig um erweiterbar und damit zukunftssicher zu sein.

Um ein solches modulares „next generation system“ ging es dann im nächsten Vortrag: „Kuali OLE: Foundations, Roadmap, & Community Participation“. Kuali OLE ist ein Bibliothekssystem, das gemeinsam von Bibliotheken und kommerziellen Partnern entwickelt wird. Aktuell sind in der Kuali Foundation 77 institutionelle Mitglieder und 12 kommerzielle Partner organisiert, so dass insgesamt 50 VZÄ ProgrammiererInnen-Stellen zur Verfügung stehen.

Interessant an dem Vortrag fand ich, wie ein Bibliothekssystem konzipiert wird, wenn man mit einem weißen Blatt Papier starten kann und nicht auf gewachsene Strukturen Rücksicht nehmen muss. Kuali OLE besteht jetzt aus 4 Modulen: „select & acquire“ (Erwerbung, ERM), „describe & manage“ (Katalogisierung), „deliver“ (Ausleihe, Fernleihe, aber auch etwa der Zugang zu elektronischen Ressourcen) und „systems integration“ (Schnittstellen z.B. zum Identity Management der Hochschule).

 

Written by Peter

Juni 5, 2014 at 10:44 pm

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