Hatori Kibble

Jo eh…

Archive for the ‘Bibliotheken’ Category

IFLA Tag 5: E-Fernleihe und Webarchive

leave a comment »

Am heutigen Tag stand eine Session der IFLA-Sektion „Document Delivery and Resource Sharing“ am Programm: „Conversion of print to electronic – impact on resource sharing – Document Delivery and Resource Sharing“.

Im Vortrag „New module for secure electronic resource sharing in Turkey“ ging es um die Fernleihe auf elektronische Ressourcen. Das türkische ANKOS-Konsortium betreibt dazu das System „KiTS“ an dem derzeit 166 Bibliotheken teilnehmen.

Seit 2008 gibt es ein Fernleihsystem (2014 gab es darüber ca. 10 000 Bestellungen auf Monographien und ca. 2 500 auf Aufsätze), seit 2013 ist auch die Lieferung elektronischer Ressourcen möglich. Dazu bekommen die teilnehmenden Bibliotheken Zugang zur ANKOS-Datenbank in der die Lizenzinformationen der verhandelten Verträge in strukturierter Form abgelegt sind.

Entscheidet sich eine Bibliothek zu liefern, so kann sie noch festlegen, wie oft und in welchen Zeitraum das übermittelte Dokument heruntergeladen werden kann.

In Zukunft ist eine Ausweitung dieses Dienstes geplant und Kooperationspartner auch außerhalb der Türkei werden gesucht.

Auch nächstes Jahr wird die Türkei im Fokus der internationalen Fernleihe stehen: das ANKOS Konsortium veranstaltet die 14. IFLA ILDS-Konferenz.

Ein kleines „Abfallprodukt“ von KiTS ist ein Webservice, mit dem man mehrere Bilddateien (z.B. aus Scans) zu einem EPub zusammenführen kann. Der Sourcecode dazu ist frei verfügbar.

Der nächste Vortrag hatte nur sehr entfernt mit Fernleihe zu tun, vielleicht ja unter dem Gesichtspunkt, dass wir mit der Fernleihe kollektive Sammlungen schaffen, die gemeinsam genutzt werden: „The integrity of research is at risk: Capturing and preserving web sites and web documents and the implications for resource sharing“.

Die Bibliothek der Columbia University beschäftigt sich mit thematischer Webarchivierung. Ein Projekt ist das „Human Rights Web Archive“. Der Einstieg über Suche und Browsing erfolgt über die Seiten der Bibliothek, gehostet werden die Daten in Kooperation mit dem Internet Archiv.

Im letzten Vortrag der Session ging es um die Herausforderungen die Fernleihe im Rahmen des „open distance learning“ anzubieten: „Just in time Interlending – the ODL perspective“.

Die Bibliothek der University of South Africa hat mehrere Zweigstellen (auch in Großbritannien und Äthiopien), einen Bücherbus und Kooperationen, um in Partnerbibliotheken „access points“ anbieten zu können.

Die Herausforderung für Bibliotheken im Bereich des „open distance learning“ beruhen auf den drei Säulen:

  1. Zugang zu Information
  2. Verbreiten (broadcasting) von Informationen
  3. Exzellenz in der Bereitstellung von Dienstleistungen

Um mehr über die Bedürfnisse der NutzerInnen herauszufinden (und damit die Servicequalität zu steigern), wurde eine Umfrage durchgeführt (allerdings wurden die Bibliotheken und nicht die EndnutzerInnen befragt). Interessanterweise kam heraus, dass der Großteil mit einer Lieferung zwischen 3 und 7 Tagen zufrieden ist und nicht alle alles sofort haben wollen.

Für den Bereich der Informationsverbreitung wurde Online-Schulungsmaterial und ein Podcast zur Fernleihe erstellt. Auch über SMS, Twitter und Facebook werden Informationen verbreitet (auch Statusmeldungen zu den Bestellungen werden über SMS verschickt).

Written by Peter

August 21, 2014 at 3:19 pm

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, wlic2014

Tagged with ,

Die Ideas-Box: eine Bibliothek-To-Go

leave a comment »

Vor dem Kongresszentrum haben die „Libraries Without  Borders“ einen Stand und präsentieren die Ideas-Box. Das ist eine Bibliothek die kompakt auf 2 Europaletten verladen und in Krisengebiete verschickt werden kann.

Natürlich haben Geflüchtete zuerst einmal andere Prioritäten, wie Unterkunft und Nahrung, aber das ist nur der erste Schritt:

But once this priorities have been met, they need a way to re-establish social links, rebuild an informed civil society, fight against boredom and develop resilience for the inevitable struggles that lay ahead.

Through access – in their language – to the Internet, computers, books, education resources, theatre and film customized the Ideas box empowers individuals and provides important tools to begin to reconstruct what has been lost.

Die eingepackte Bibliothek

Die einpackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Der Inhalt wird jeweils angepasst, neben technischen Geräten wie Tablets, Notebooks, Kameras und GPS-Empfängern, waren hier auch Bücher, Spiele und Bastelmaterialien zu sehen.

Auf der Website gibt es noch mehr Informationen zum Einsatz der Ideas Box und wie man das Projekt unterstützen kann.

Written by Peter

August 20, 2014 at 12:52 pm

IFLA Tag 2: Die Veranstaltung mit dem Millionen-Scheck..

leave a comment »

Abschluss des Tages war dann die Verleihung des „Access to Learning Awards (ATLA)“ der Bill & Melinda Gates Foundation (dotiert mit einer Million Dollar).

Nanasala

Nanasala

Gewonnen hat das E-Library Programm „Nanasala“ aus Sri Lanka (Fotos). Es gibt an die 800 Standorte und jede Einrichtung ist mit Computern und Internetzugang ausgestattet. Darüber sind dann etwa Gesundheits- und Agrarinformationen zugänglich, aber auch die Unterstützung lokaler Kleinunternehmer.

Die Initiative ist in die regionalen Strukturen integriert, für jede neue Einrichtung übernimmt eine lokale Vertrauensperson die „Patronanz“. Oft werden die Nanasalas auch in lokalen religiösen Einrichtungen (Tempeln, Moscheen, Kirchen) aufgebaut, da diesen Institutionen bereits hoch angesehen sind. Lokal gibt es dann auch unterstützende Maßnahmen wie Straßentheater, Werbung in Bussen oder Handzettel.

Die Ergebnisse sind ganz beeindruckend: gestartet wurde das Programm 2005 (zufälligerweise ein paar Tage nach dem Tsunami) und während dieser Zeit stieg die „ICT literacy rate“ von 5% auf fast 50%.

Leider wird dieses Projekt das letzte sein, dass sich über einen ATLA-Preis freuen kann. Die Gates-Stiftung wendet sich anderen Prioritäten zu und stoppt damit die Finanzierung.

Der Preis zeigt das Problem mit diesen privaten Stiftungen: natürlich ist es schön, wenn die Familie Gates Bibliotheken Geld geben will, aber besonders nachhaltig scheint das alles ja nicht zu sein.

(Kleine Anekdote am Rande: anscheinend wurde die bedauernswerte Vertreterin der Stiftung wirklich noch von einem Teilnehmer auf Microsoft-Software Problem angesprochen.. 😉 )

Written by Peter

August 20, 2014 at 10:32 am

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, wlic2014

Tagged with , , ,

IFLA Tag 1: Die Eröffnung und der bibliothekarische Baedeker

leave a comment »

Heute fand dann die offizielle Eröffnung statt. Neben den obligatorischen Grußworten gab es auch einen kleinen Beitrag vom Institut Lumiere, bei dem die ersten Filme der (Lyoner) Brüder Lumière gezeigt wurden. Dabei gelernt: Katzenvideos sind keine Erfindung des Internetzeitaltes.

Den Festvortrag hielt Bernard Stiegler über die Zukunft des Lesens. Ich hoffe, dass es davon noch eine englische Version geben wird. Da ich mich nicht in die lange Schlange vor der Kopfhörerausgabe einreihen wollte, ist mein Verständnis eher rudimentär geblieben (allerdings schön, wie die deutschen Begriffe „Umwelt“, „Aufklärung“ und „Vernunft“ auch in der französischen Philosophie verwendet werden..)

Den Abschluss des Programms bildete ein Auftritt der französischen Breakdance-Gruppe „Pockemon“ (nein, hat nichts mit Pikachu zu tun..). Hier ein kleiner Eindruck:

Danach begann dann der fachliche Teil. Meine erste Session war „1001 libraries to see before you die“, in der es um öffentliche Bibliotheken ging. Im ersten Teil wurde ein gemeinsamer Preis der dänischen Agentur für Kultur („Kultur Styrelsen“) und einer dänischen Architekturfirma verliehen. Die australische „Craigieburn Library“ darf sich jetzt „best Public Library of the Year 2014“ nennen. (Mehr Informationen zu diesem Wettbewerb)

Namensgeber dieser Session war aber das Blog „1001 Libraries to see before you die“.

BibliothekarInnen reisen gerne, was aber fehlt ist eine Art Reiseführer, der auf besonders interessante Bibliotheken im jeweiligen Reiseland aufmerksam macht:

Planning a trip, want to visit some libraries but not sure where you should go? Wonder no more! Your colleagues from the IFLA Public Libraries Section are busily compiling the ultimate guide for Librarians 1001 libraries to see before you die. Our online initiative aims to bring together best practice examples of public library buildings and spaces from around the world.

Im Moment wurden bereits an die hundert Einträge gesammelt, die nach und nach eingepflegt werden. Es fehlen also noch ca. 900 Bibliotheken ;-). Vorschläge nimmt die Koordinatorin der IFLA Sektion „Public Libraries“ gerne entgegen!

Written by Peter

August 17, 2014 at 4:42 pm

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, wlic2014

Tagged with , ,

Neulich im Feedreader (Teil XIV): Geschichten, Ver.di in der Cloud, Amazon vs. Open Library und nochmals OpenGLAM

leave a comment »

Arbeitnehmervertretungen stehen jetzt vor der wichtigen und schwierigen Aufgabe, die Software-Ergonomie zu beurteilen und zu beeinflussen. Sie müssen versuchen sicherzustellen, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt werden, die Systeme verständlich und gebrauchstauglich sind und zu guten Arbeitsbedingungen führen.

In Berlin konnten die Personalräte der Hochschulen gemeinsam mit Datenschützern eine vor- schnelle Unterschrift unter einen Vertrag mit ExLibris verhindern.

For a monthly cost of zero dollars, it is possible to read six million e-texts at the Open Library, right now.

Das Ausleihen von Büchern bei „Open Library“ hatte ich gerade getestet. Das funktioniert auch für halbwegs aktuelle Titel, mein Beispiel war leider nur im Browser zu lesen. Andere Bücher sind anscheinend auch als ePub erhältlich.

OCLC’s WorldCat database has long been a database of contradictions. On the one hand, the WorldCat database has represented the deep collaborative nature of libraries and librarians. On the other hand, the WorldCat database has long been one of the most impenetrable datasets within the library community, with access to the resource carefully guarded by its OCLC gatekeepers. The development of the Metadata API, along with a handful of other services specifically targeted at making WorldCat data more accessible, represent a welcome shift in how libraries are able to interact with their data, and a set of opportunities to develop new collaborations and workflows around the library community’s metadata operations.

Written by Peter

Juli 31, 2014 at 10:32 pm

Veröffentlicht in Bibliotheken, Texte

Tagged with , , , , , ,

Neulich im Feedreader (Teil XII): der zzZwitscherwecker, ungelesene Bücher und der Buchladen der Zukunft

leave a comment »

  • zzZwitscherwecker
    Am 6. Juli war die Preisverleihung beim „Coding Da Vinci“ Hackathon, der auch hier im Blog schon einmal Thema war.  Eines der prämierten Projekte hat mir besonders gut gefallen: der zzZwitscherwecker. Diese App verwendet zur Verfügung gestellte Tierstimmen des Museums für Naturkunde Berlin um einen mit Vogelstimmen zu wecken.

    Der zzZwitscherwecker

    Der zzZwitscherwecker

    Der Clou dabei ist, dass sich der Alarm nur ausschalten lässt wenn man die Vogelart richtig erkannt hat (aus vier Möglichkeiten). Das beugt also schon einmal dem gedankenlosen Drücken der Schlummertaste vor…
    Wer mag, kann das auf deren Website einmal ausprobieren.
    Auch die anderen Projekte sind ziemlich spannend und noch ein schöner Nebeneffekt der Veranstaltung wurde auf Twitter genannt:

The first surprise is that you don’t have to enter the store to shop from it: the glass façade is a touchscreen that can be tapped on to download e-books from QR codes. The choice could be infinite—“the whole catalogue of the British Library,” said Roberts, taking on Amazon with a sheet of smart glass.

Written by Peter

Juli 8, 2014 at 9:44 pm

#elag2014 – Tag 1: Schöne Daten aus der Bibliothek

with one comment

Wegen ein paar Terminen (von großartig bis Na ja..) bin ich erst Donnerstag mittags zur ELAG 2014 in Bath eingetroffen und mein erste Präsentation dort war auch schon meine eigene (dazu später mehr).

Danach kam „Datavisualization as a library service? Examples from Chalmers library“. Diese schwedische Bibliothek hat eine eigene Abteilung für Bibliometrie und die KollegInnen dort erstellen auch Visualisierungen aus den eigenen (Repository-)Daten (z.B. Karten die Ko-Autorenschaften visualisieren oder ein Google-Earth Layer „Who has cited researcher X?“).

Das ist natürlich ein spannendes Aufgabengebiet für Bibliotheken und auf Twitter kam dann auch gleich der Gedanke, ob wir den Begriff des „data librarians“ nicht durch einen „data visualisation librarian“ ergänzen müssen. Wenn wir die Daten schon haben, warum sollen wir nicht interessante Dinge damit bauen?

(Im Vortrag wurden auch erfolgreiche Kollaborationen mit FachwissenschaftlerInnen, das ist natürlich auch ein guter Weg.)

Interessant war auch der Blick in die Werkzeugkiste, die Vortragende hat einige Tools kurz vorgestellt, die man sich vielleicht einmal näher anschauen sollte:

 

 

Written by Peter

Juni 13, 2014 at 10:19 am

Veröffentlicht in Bibliotheken, Konferenzen, Software

Tagged with , ,