Hatori Kibble

Jo eh…

Archive for Mai 2016

Library Freedom Project Teil 2:Tor und Bibliotheken

leave a comment »

Das Library Freedom Project kooperiert auch mit dem Tor Project. Ziel ist es, Bibliotheken dazu zu bringen, ein aktiver Teil des Anonymisierungsnetzwerk Tor zu werden. Die teilnehmenden Institutionen sollen dazu einen sogenannten Tor relay betreiben. Neben idealistischen Motiven (der Einsatz von Bibliotheken für freien Zugang zu Informationen und gegen Zensur) gibt es dafür auch praktische Gründe:

As public internet service providers, libraries are shielded from some of the legal concerns that an individual exit relay operator might face, such as trying to explain to law enforcement that the traffic leaving her exit is not her own. Furthermore, libraries are protected from DMCA takedowns by safe harbor provisions.

Pilotbibliothek war im Juli 2015 die Kilton Public Library, die einen sogenannten Tor middle relay betreibt.

Middle relays add to the speed and robustness of the Tor network without making the owner of the relay look like the source of the traffic. Middle relays advertise their presence to the rest of the Tor network, so that any Tor user can connect to them. Even if a malicious user employs the Tor network to do something illegal, the IP address of a middle relay will not show up as the source of the traffic. That means a middle relay is generally safe to run in your home, in conjunction with other services, or on a computer with your personal files.

Kurz danach bekam die Bibliothek gleich einmal einen unangenehmen Brief vom Department of Homeland Security. Die daraufhin einsetzende öffentliche Aufmerksamkeit führte aber schließlich dazu, dass in dem betreffenden Bundesstaat eine eigene gesetzliche Grundlage geschaffen wurde, die es Bibliotheken explizit erlaubt, aktiv am Tor Netzwerk teilzunehmen. 2016 folgte dann eine kanadische Universitätsbibliothek.

Das eigentliche Ziel auch „exit relays“ in Bibliotheken anzubieten, konnte aber nicht erreicht werden. Das Problem dabei ist, dass die IP-Adresse der Bibliothek nach außen mit dem über Tor geleiteten Datenverkehr verknüpft ist. Mehr Informationen zu den Auswirkungen und speziell der Situation in Deutschland finden sich etwa in diesem Artikel.

Written by Peter

Mai 29, 2016 at 12:32 pm

Veröffentlicht in Allgemein

Tagged with ,

Library Freedom Project Teil 1: Privatsphäre aus dem Werkzeugkasten

leave a comment »

Nun ja, dann will ich mal wieder vorsichtig den Zeh in die Blogosphäre tauchen…

Seit längerem möchte ich schon das Library Freedom Project (Wikipedia) kurz vorstellen.

In einem Video für die Knight Foundation beschrieb die Gründerin Alison Macrina das Projekt so:

As stewards of information and providers of Internet access, librarians are in a prime position to educate patrons about their digital rights. The Library Freedom Project aims to make real the promise of intellectual freedom in libraries by bringing together a coalition of librarians, technology experts and lawyers to scale a series of privacy workshops for librarians. The workshops will provide librarians and their patrons with tools and information to better understand technology, privacy and law related to use of the Internet.

Wie oben erwähnt, sind Schulungen für BibliothekarInnen ein wichtiger Teil des Library Freedom Projects, hier z. B. die Folien zur Präsentation “Digital Privacy Toolkits” bei einer Konferenz der Oregon Library Association.
Einerseits werden hier 20 Werkzeuge für mehr Sicherheit und Privatsphäre im Internet vorgestellt, andererseits gibt es aber auch Tipps und Erfahrungsberichte, wie man die eigenen BibliotheksnutzerInnen für die Thematik sensibilisieren kann.

Beispielsweise in dem man sich Partnerorganisationen für Veranstaltungen holt (in Deutschland etwa der CCC oder der lokale Hackerspace) oder auch so einfache Dinge, wie an den Bibliotheksrechnern HTTPS Everywhere zu installieren und zu bewerben. Weitere Materialien (unter anderem für Jugendliche) finden sich auf der Website.

httpseverywhere

„HTTPS Everywhere“ in der Watertown Library

Zuletzt war das “Library Freedom Project” in den Medien, weil es den “Award for Projects of Social Benefit” der Free Software Foundation gewann. Auch im Bibliothekswesen wird die Arbeit von Alsion Macrina gewürdigt: vom Library Journal wird sie zu den “Movers & Shakers 2015” gezählt.

Wer über dieses Projekt am Laufenden gehalten werden will, dem sei der Twitter Account @libraryfreedom oder die monatlichen Updates per Mailing-Liste empfohlen. Im zweiten Teil dieses Artikels wird es dann um Kooperationen zwischen Bibliotheken und dem Tor-Projekt gehen.

Written by Peter

Mai 23, 2016 at 12:23 pm

Veröffentlicht in Allgemein

Tagged with ,