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Jo eh…

Archive for August 20th, 2014

Die Ideas-Box: eine Bibliothek-To-Go

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Vor dem Kongresszentrum haben die „Libraries Without  Borders“ einen Stand und präsentieren die Ideas-Box. Das ist eine Bibliothek die kompakt auf 2 Europaletten verladen und in Krisengebiete verschickt werden kann.

Natürlich haben Geflüchtete zuerst einmal andere Prioritäten, wie Unterkunft und Nahrung, aber das ist nur der erste Schritt:

But once this priorities have been met, they need a way to re-establish social links, rebuild an informed civil society, fight against boredom and develop resilience for the inevitable struggles that lay ahead.

Through access – in their language – to the Internet, computers, books, education resources, theatre and film customized the Ideas box empowers individuals and provides important tools to begin to reconstruct what has been lost.

Die eingepackte Bibliothek

Die einpackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Die ausgepackte Bibliothek

Der Inhalt wird jeweils angepasst, neben technischen Geräten wie Tablets, Notebooks, Kameras und GPS-Empfängern, waren hier auch Bücher, Spiele und Bastelmaterialien zu sehen.

Auf der Website gibt es noch mehr Informationen zum Einsatz der Ideas Box und wie man das Projekt unterstützen kann.

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Written by Peter

August 20, 2014 at 12:52 pm

IFLA Tag 3: Kunst trifft Naturwissenschaft

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Nachmittags gab es noch eine interessante Kooperation zwischen den Sektionen „Art Libraries“ und der „Science and Technology Libraries“: „Science+Art = Creativity: Libraries and the New Collaborative Thinking“.

Im ersten Vortrag ging es um „Buildings with brain power: library architecture in neural terms“. Gebäude haben einen messbaren Einfluss auf Körper und Geist, beispielsweise gab es eine Studie, bei der Patienten in Zimmern mit Ausblick ins Grüne schneller geheilt wurden. So stehen Architektur und Neurowissenschaften bereits im Dialog, es wurde sogar eine „Academy for Neuroscience in Architecture“ gegründet.

Ein Gebäude darf nicht nur funktional sein, sondern soll auch Kreativität unterstützen. Im Bibliotheksbau wird oft vom notwendigen „Wow!“ Effekt gesprochen, der inspirierend auf die NutzerInnen wirken soll. Das Design einer Bibliothek sollte ein „liberating poetic image“ sein, dass neue Horizonte öffnet.
Auch verschiedene Beispiele aus der Firmenarchitektur wurden gezeigt: von den Bell Labs von 1941, in dem die Trennung zwischen Abteilungen aufgehoben werden sollte bis zum neuen Apple Campus, der quasi ohne Ecken und Kanten auskommt.

Der nächste Vortrag hatte den spannenden Titel „Integrating science and art: the scriptospatial visualization interface“. In ihm wurden verschiedene forensische Methoden gezeigt, mit denen an der Library of Congress alte Dokumente untersucht werden. Ähnlich wie bei Geoinformationssystemen, wird hier über „Manuskriptlandschaften“ navigiert.

Written by Peter

August 20, 2014 at 12:07 pm

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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IFLA Tag 3: Auch BibliothekarInnen lesen die Vogue

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Dieser Tag begann mit der Session „Research in the big data era: legal, social and technical approaches to large text and data sets“.

Der erste Vortrag beschäftigte sich mit den Digital Humanities: „Mining large datasets for the humanities“. Der Redner hat seine Ausgangsfrage: „How can libraries support humanities scholars in making sense of large digitized collections of cultural material?“ in die einzelnen Bestandteile zerlegt:

  • humanities scholars
    Es gibt kein „Labor“ im traditionellen Sinn (und damit einen zentralen Ort des Austausches) in den Geisteswissenschaften. Für Bibliotheken besteht daher die Möglichkeit hier aktiv zu werden und die Zusammenarbeit zwischen FachreferentInnen („subject librarians“), „data librarians“ und WissenschaftlerInnen zu fördern.
  • making sense
    Bibliotheken konzentrieren sich zu stark auf die Anzeige von Information statt auf die Analyse. Als Beispiel für die Datenanalyse wurde das Vogue-Archiv herangezogen und eine zeitliche Auswertung des Vorkommens der Begriffe „girl“, „woman“, „lady“, bei der man schön sah, wie der Begriff „girl“ in den 70ern durch „woman“ ersetzt wurde. Dazu wurde eine Software namens „Bookworm“ erstellt.
    Das ist allerdings nur eine relativ primitive Analyse, bei der man nach Dingen sucht, von denen man weiß, dass sie vorhanden sind. Interessanter ist es, „die Daten sich selber organisieren zu lassen“. Eine Methode dazu ist „Topic Modeling“:
Topic Modeling discovers statistical patterns of words that occur near each other
and — with some help fine-tuning from a human with a basic understanding of the corpus
— it can produce uncannily interesting result
Damit wurde zum Beispiel eine Korrelation zwischen der Berichterstattung über Frauengesundheitsthemen und den einzelnen Chefredakteurinnen der Vogue herausgefunden.
  • large digitized collections from cultural material
    viele Daten lassen sich unter Umständen sogar im eigenen Keller finden (eigene Digitalisierungsprojekte, Datenlieferungen von Anbietern, etc.). Es lohnt sich aber auch Anbieter direkt um Daten zur Analyse zu fragen. Mit der Aufteilung „Analyse durch die Bibliothek“, „Darstellung durch den Anbieter“ lässt sich die Sichtbarkeit der Verlagsdaten steigern und beide Seiten profitieren somit.

Der nächste Vortrag „Do we need to believe Data/Tangible or Emotional/Intuition?“ war leider etwas deplatziert. Es ging um Empfehlungssysteme in E-Commerce Anwendungen. Es gab aber keine Übertragung auf Bibliothekssysteme und die mentalen/emotionalen Modelle von Kauf und Ausleihe halte ich jetzt nur bedingt für vergleichbar. (Zumindest der eine Redner hat immer den Glückszustand einer Shoppingerfahrung betont..)

Written by Peter

August 20, 2014 at 11:33 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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IFLA Tag 2: Die Veranstaltung mit dem Millionen-Scheck..

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Abschluss des Tages war dann die Verleihung des „Access to Learning Awards (ATLA)“ der Bill & Melinda Gates Foundation (dotiert mit einer Million Dollar).

Nanasala

Nanasala

Gewonnen hat das E-Library Programm „Nanasala“ aus Sri Lanka (Fotos). Es gibt an die 800 Standorte und jede Einrichtung ist mit Computern und Internetzugang ausgestattet. Darüber sind dann etwa Gesundheits- und Agrarinformationen zugänglich, aber auch die Unterstützung lokaler Kleinunternehmer.

Die Initiative ist in die regionalen Strukturen integriert, für jede neue Einrichtung übernimmt eine lokale Vertrauensperson die „Patronanz“. Oft werden die Nanasalas auch in lokalen religiösen Einrichtungen (Tempeln, Moscheen, Kirchen) aufgebaut, da diesen Institutionen bereits hoch angesehen sind. Lokal gibt es dann auch unterstützende Maßnahmen wie Straßentheater, Werbung in Bussen oder Handzettel.

Die Ergebnisse sind ganz beeindruckend: gestartet wurde das Programm 2005 (zufälligerweise ein paar Tage nach dem Tsunami) und während dieser Zeit stieg die „ICT literacy rate“ von 5% auf fast 50%.

Leider wird dieses Projekt das letzte sein, dass sich über einen ATLA-Preis freuen kann. Die Gates-Stiftung wendet sich anderen Prioritäten zu und stoppt damit die Finanzierung.

Der Preis zeigt das Problem mit diesen privaten Stiftungen: natürlich ist es schön, wenn die Familie Gates Bibliotheken Geld geben will, aber besonders nachhaltig scheint das alles ja nicht zu sein.

(Kleine Anekdote am Rande: anscheinend wurde die bedauernswerte Vertreterin der Stiftung wirklich noch von einem Teilnehmer auf Microsoft-Software Problem angesprochen.. 😉 )

Written by Peter

August 20, 2014 at 10:32 am

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IFLA Tag 2: Die Lightning Talks: Fluffige Statistiken und Bibliothekstourismus

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Ich verstehe zwar das Problem bei einer großen Veranstaltung Internetzugang anzubieten (viele ausländische TeilnehmerInnen mit Zweit- und Drittgeräten und ohne Handydatenrate, hohe Personendichte, etc.), aber das nur sehr sporadische W-LAN nervt doch ziemlich. Daher gibt es hier leider nur etwas unregelmäßig Blogposts…

Wie auch immer: Die Lightning Talks am Montag.

  • Lightning talk 1: How to make a difference: using statistics for advocacy
    Claudia Lux gab Tipps zum Umgang mit PolitikerInnen. Man sollte immer seine grundlegenden Statistiken parat haben und ansprechend präsentieren können: das älteste/größte/kleinste Buch, das Alter des/der jüngsten/ältesten NutzerIn, etc. „Fluffige“ Statistiken wie „Mehr Leute besuchen Bibliotheken, als Bundesligaspiele“ bleiben bei EntscheidungsträgerInnen hängen.
  •  What libraries are good for: attempting to measure outcomes of public libraries
    Bibliotheken sind gut darin „Input“ und „Output“ zu messen, wichtiger wäre aber der „Outcome“ (das Ergebnis, die Folge). Der Output (Ausleihzahlen, etc..) sind nur das Mittel zum Zweck, der eigentliche Zweck (z.B. Lese- Schreibfähigkeit steigern) ist das Relevante.
    Interessanterweise gibt es eine relativ neue ISO-Norm um die Auswirkungen von Bibliotheken zu messen: ISO 16439:2014, Methods and procedures for assessing the impact of libraries. Den Wert dieser Norm hat der Vortragende auch darin gesehen, dass eine einheitliche Terminologie geschaffen wird, die die Kommunikation in diesem Bereich verbessern kann.
  • Measuring spaces: how to assess library spaces & behaviour
    Sehr spannender Talk, allerdings wollte die Rednerin da ein Programm für eine halbe Stunde in 7 Minuten pressen, daher bin ich nicht mit dem Mitschreiben nachgekommen.
    Alleine das Anbieten von (nicht-kommerziellem) Raum ist auch schon eine öffentliche Dienstleistung. Man sollte die Anforderungen an eigene Bibliotheksräume evaluieren, auch wenn es im Moment noch keine Mittel für Erweiterungen, etc. gibt, um dann schnell reagieren zu können.
    Für die Evaluierung in die Literatur und in die „social media“-Kanäle schauen, „Bibliothekstourismus“ und Hospitationen betreiben, neue MitarbeiterInnen mit einer Kamera ausstatten und auf „Beobachtungstour“ durch die eigene Institution schicken, Fokusgruppen mit Nutzern einrichten. Kontakt mit lokalen Gruppen halten, um ein Gefühl für die Nachbarschaft zu bekommen (auch mit der Polizei und „social services“).
    In dieser Bibliothek wird „LibSat“ zur NutzerInnen-Umfrage benutzt.

Written by Peter

August 20, 2014 at 9:46 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2014

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