Hatori Kibble

Jo eh…

#elag2014 – Tag 2: Geschichten (und Bilder!) aus der British Library

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Auch wenn die Konferenz jetzt schon vorbei ist, ein bisschen ELAG-Nachschlag gibt es hier noch aus meinen Notizen…

Ich geb’s zu, ich bin ja ziemlicher Fan von der British Library Labs Initiative und deren „Mechanical Curator“ (gibt es übrigens auch als TwitterBot). Daher war die Vorfreude auf den Talk „The surprising adventures of the Mechanical Curator and other tales“ ziemlich groß.

Die British Library Labs sollen neue und innovative Methoden entwickeln und ermöglichen, um mit den bereits bestehenden digitalen Inhalten der Bibliothek zu arbeiten. Es geht auch darum, digitale Inhalte, die eigentlich technisch verfügbar sind, auch wirklich für ForscherInnen zugänglich zu machen (die übrigens oft weniger an APIs als an den eigentlichen Dateien interessiert sind).

Die Zusammenarbeit zwischen Lab und WissenschaftlerInnen erfolgt sowohl informell, als auch über einen „Research Pitch“.  Dem Lab werden verschiedene Ideen vorgeschlagen und eine Jury entscheidet, wer die Arbeitszeit der EntwicklerInnen bekommt (ich stelle mir das gerade für meine Arbeit in der Verbundzentrale vor: Bibliotheken müssen sich bei uns bewerben um Feature XY zu bekommen, interessanter Ansatz😉).

Auf der ELAG wurden die Gewinner des heurigen Wettbewerbs vorgestellt, einer davon ist die „Victorian Meme Machine“:

Die Labs beschäftigen sich intensiv mit der Erkennung und der Analyse von Bildern aus den digitalen Inhalten. Beispielsweise wurde untersucht, ob konventionelle Algorithmen zur Gesichtserkennung auch für Portraits aus dem 19. Jahrhundert eingesetzt werden. Das funktioniert bei weiblichen Gesichtern besser, weil diese oft symmetrischer dargestellt wurden und bei männlichen das Programm oft durch die damalige Bartmode und/oder Hüten verwirrt wurde.

Der „Mechanical Curator“ war eigentlich nur ein „Abfallprodukt“ dieser Software. Aus dem Vortrag:

There was something else though:

People on their way past would occasionally pause and look over my shoulder.

Every day it dug up illustrations that surprised me and the team around me.

S0… I wonder if anyone else might be surprised and intrigued by them too?

Die British Library arbeitet aber nicht nur selber mit den Bildern, sondern stellt sie auch anderen zur Verfügung. Aktuell finden sich auf deren Flickr-Account über eine Million Illustrationen, die der „Mechanical Curator“ in den Digitalisaten entdeckt hat.

The British Library’s collections on Flickr Commons offer access to millions of public domain images, which we encourage you to explore and re-use. The release of these collections into the public domain represent the Library’s desire to improve knowledge of and about them, to enable novel and unexpected ways of using them, and to begin working with researchers to explore and interpret large scale digital collections.

The first set we have added come from a British Library Labs project dubbed the Mechanical Curator, which located more than a million images from within our digitised collection of over 65,000 books from the 17th, 18th and 19th centuries. Over time more public domain collections will be added.

Dieses Projekt ist ziemlich erfolgreich, bereits in den ersten 4 Tagen gab es 55 Millionen Aufrufe. Andere Flickr-NutzerInnen haben diese Bilder dann verschlagwortet und so konnte die British Library daraus verschiedene Kollektionen z.B. zu  Kinderbüchern, Comic Art, Werbung, etc. erstellen.

Auch Kunstprojekte (und sogar Malbücher) wurden durch diese Bilder inspiriert: beim „Burning Man“ Festival gab es eine Kunstinstallation und auf Youtube findet sich eine schönes Video, in dem alte Illustrationen animiert werden:

All dies zeigt, wie wichtig es ist, unsere Inhalte dorthin zu bringen, wo unsere NutzerInnen sind, damit neue, inspirierende Anwendungen für unsere Daten gefunden werden.

Ein anderes Projekt – und Gewinner des Wettbewerbs vom letzten Jahr – ist der „Sample Generator“, der schön die Differenz zwischen Bestand in Print und Digitalisaten zeigt:

Written by Peter

Juni 15, 2014 um 2:25 pm

2 Antworten

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  1. […] als Empfehlung (unter vielen…) natürlich noch “The suprising adventures of the Mechanical Curator” (inklusive Gänsehaut-Moment ab Minute 25…😉 […]

  2. […] hatte ja schon einmal über die British Library Labs und deren Projektwettbewerb geschrieben. Gewinner 2014 war die “Victorian Meme Machine” “Victorian Meme […]


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