Hatori Kibble

Jo eh…

#sigint Tag 2: Die Drossel als Vogel des Jahres und Aluhüte für E-Autos…

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Das Vortragsprogramm begann für mich heute mit dem „Kampf um die Netzneutralität“ von Markus Beckedahl. Das „end-to-end principle“ ist ein wichtiges „Urprinzip“ des Internets. Es besagt – grob gesprochen, dass sich die Geräte und Programme an den Enden der Verbindung um die Funktionalität kümmern und die Netzwerkknoten einfach nur durchleiten sollen.

Inzwischen gibt es aber das – euphemistisch benannte – „Verkehrsmanagement“ etwa durch die Deep Packet Inspection. Dabei wird während der Übertragung in die Datenpakete geschaut und z.B. VOIP unterbunden. Mit der selben Technologie können aber auch unliebsame Inhalte ausgefiltert werden. „Der Unterschied zwischen demokratischen und totalitären Staaten ist nur eine Konfigurationsdatei“.

Netzneutralität ist schon länger auch in der Politik Thema: 2011 gab es einen Zwischenbericht zum Thema Netzneutralität der Internet Enquete. Die Mitglieder konnten sich aber nicht auf Handlungsempfehlungen dazu einigen.

Auch die NetzaktivistInnen wurden tätig: die Digitale Gesellschaft hatte zum Beispiel eine „Vodafail“-Kampagne gestartet. So wirklich verfing das alles aber nicht.. bis dann die Drosselkom kam. Damit war das Thema in der Tagesschau und auf der politischen Agende angekommen.

Angesichts des Bundestagswahlkampfs ist die Regierung dann auch aktiv geworden. § 41a TKG gibt dem Bund die Möglichkeit eine Rechtsverordnung zum Thema Netzneutralität zu erlassen. Einen Entwurf (PDF) hat das Wirtschaftsministerium auch bereits veröffentlicht. Der Entwurf legt eine Gleichbehandlung aller Datenpakete fest, damit wäre beispielsweise der Telekom-Spotify Deal nicht mehr möglich. Sogenannte „Managed Services“ wären aber weiterhin erlaubt.

Im folgenden Vortrag ging es dann wieder um etwas ganz anderes: „E-Mobility as Privacy Game Changer“. An der normalen Tankstelle kann man ja noch bar zahlen (zwei Drittel aller Deutschen machen das) und dadurch anonym bleiben. Bei Ladestationen ist das aus verschiedenen Gründen (dezentrale verteilte Lage, Vandalismusgefahr, …) nicht wirklich praktikabel. Dazu kommt noch, dass es so etwas wie „range anxiety“ gibt, also BesitzerInnen von E-Fahrzeugen lieber einmal mehr ihr Auto aufladen, statt in Gefahr zu laufen mit leerem Akku dazustehen.

Es besteht also die Gefahr, dass durch die Anmeldung an den Ladestationen ein neues Überwachungsnetzwerk entsteht. Der Vortragende hatte dann natürlich eine irrsinnig komplexe Lösung, aber statt mir da die Erklärung anzuhören bin ich lieber raus in die Sonne…

Written by Peter

Juli 6, 2013 um 8:43 pm

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