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Archive for Juni 2013

GitHub – die OctoCat kann mehr als nur Quellcode

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OctoCat Logo

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GitHub, eine kollaborative Versionsverwaltung gibt es jetzt seit nunmehr über 5 Jahren. In letzter Zeit kommen mir aber immer mehr Anwendungen unter, die über das reine Verwalten von Quellcode hinausgehen.
Bei der InetBib-Tagung etwa wurde über die kollaborative EHEC Analyse berichtet und bei der SIGINT ist ein GitHub-Repository eine Art Wiki-Ersatz.

Aber natürlich lässt sich jede Art von Texten damit verwalten.

Ein relativ aktuelles Beispiel ist das HoTT Buch, ein Mathematik Lehrbuch zur Homotopien Typen Theorie (was immer das dann auch genau ist..)

29 MathematikerInnen haben da innerhalb eines Jahres ein 600 Seiten Buch geschrieben. Einerseits ein schönes Projekt, andererseits ist der kollaborative Ansatz über Git explizit auch als Strategie im Sinn von „Open Science“ gedacht:

However, there is something else we can do. It is more radical, but also more useful. Rather than letting people only evaluate papers, why not give them a chance to participate and improve them as well? Put all your papers on github and let others discuss them, open issues, fork them, improve them, and send you corrections. Does it sound crazy? Of course it does, open source also sounded crazy when Richard Stallman announced his manifesto. Let us be honest, who is going to steal your LaTeX source code? There are much more valuable things to be stolen. If you are tenured professor you can afford to lead the way. Have your grad student teach you git and put your stuff somewhere publicly. Do not be afraid, they tenured you to do such things.

So we are inviting everyone to help us improve the book by participating on github. You can leave comments, point out errors, or even better, make corrections yourself! We are not going to worry who you are, how much you are contributing, and who shall take credit. The only thing that matters is whether your contributions are any good.

Auch an anderer Stelle wird für den Einsatz von GitHub im akademischen Bereich plädiert:

So slap an open license on that syllabus, that assignment, that article draft, that grad school seminar paper, that primer you wrote for your students that you wish was in the textbook, and push it to GitHub! Then fork someone else’s project, make it better, and send them a pull request. Push, pull, fork — the open-source way to create and curate human knowledge.

GitHub ist aber nur eine Art Oberfläche für die Versionsverwaltung Git (entwickelt von Linus Torvalds, dadurch hat das System natürlich einiges an nerd-credibility…). Ein anderer Ansatz, um Git für das gemeinsame Schreiben von Texten zu verwenden ist SciGit (Infobib hat schon mal darüber berichtet).
So viel scheint sich da allerdings nicht zu tun und die Feature Demonstration auf Youtube ist etwas unleserlich, hat irgendwer schon damit gearbeitet?

Auch ein review, den ich auf Google+ gefunden habe, ist nicht sehr enthusiastisch. Mal sehen, wie und wohin sich SciGit noch entwickelt.

GitHub sollte man aber auf jeden Fall in Betracht ziehen, wenn man  kollaborativ Texte erstellen will. Man kann sich dadurch nicht nur die Arbeit in fixen Teams erleichtern, sondern gibt durch die Git-Funktionalitäten auch anderen eine einfache Möglichkeit beizutragen.

 

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Written by Peter

Juni 26, 2013 at 10:34 pm

Veröffentlicht in Software, Soziale Netzwerke

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Die SIGINT kütt!

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Letztes Jahr hatte ich ja relativ begeistert von der SIGINT 12 berichtet und war besonders vom breiten Themenspektrum angetan…

Weil's so schön war, nochmals das Raketenfoto...

Weil’s so schön war, nochmals das Raketenfoto…

Nun ist es wieder soweit: die SIGINT 2013 findet vom 5. bis zum 7. Juli im KOMED im Kölner Mediapark statt.

Organisiert wird die Tagung vom Chaos Computer Club und Ziel ist es, sowohl die technischen, als auch die sozialen Aspekte unserer digitalen Gesellschaft zu beleuchten.

Auch das heurige Programm ist wieder ziemlich divers: natürlich gibt es viele Sicherheitsthemen (Schwachstellen bei embedded devices, aber auch offline bei der Briefwahl), aber eben auch Vorträge zu Politik (EU-DatenschutzrichtlinieTransparenzgesetze, ver.di erzählt etwas zu guter Arbeit) und Gesellschaft (Internet Meme, Trollfeminismus oder die Frage, warum in der deutschen Netz- und Hackerszene so viel gestritten wird).

An bibliothekarischen Anknüpfungspunkten habe ich diesmal im Programm weniger gefunden, aber zumindest Open Data scheint auch ein Thema zu sein.

Neben den eigentlichen Vorträgen gibt es noch Workshops (z.B. Programmieren für Kinder), lightning talks und einen „Capture The Flag“-Wettbewerb. Die Keynote wird heuer von Meredith L. Patterson gehalten, einer amerikanischen Software-Entwicklerin, Autorin und Biohackerin.

Rein formal finde ich an der Website auch ganz interessant, dass sie  kollaborativ angelegt ist, aber nicht als Wiki sondern als Github-Repository. Interessierte können die Website forken und Änderungswünsche per Pull Request melden. 

Written by Peter

Juni 19, 2013 at 10:12 pm

Veröffentlicht in Konferenzen

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Blogs und Bier? Das lob‘ ich mir!

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Was sind Iron Blogger?

Heimat

„Heimat“ by dasEbb (CC-A)

Auf der re:publica (siehe auch meine Links dazu) gab es eine Session mit dem ansprechenden Titel „Blogs und Bier? Das lob‘ ich mir!“ (Folien, Video).

Darin wurde das Phänomen des ironblogging vorgestellt: Im Prinzip ist das eine Art Selbsthilfegruppe für BloggerInnen mit dem Ziel, mindestens einmal in der Woche einen Blogpost zu schreiben.

Wer das nicht schafft, zahlt 5 Euro in eine Gemeinschaftskassa ein und wenn genügend zusammengekommen ist, wird das Geld in Bier umgesetzt. Wobei man „Bier“ jetzt natürlich nicht allzu wörtlich nehmen muss. In den Regeln der allerersten Iron Blogger heißt es:

I use a very loose definition of beer. Food and other drinks may be considered “beer” for the purpose of this excercise.

und auch die Kölner Regeln sind da etwas freier formuliert.

Warum ist das jetzt spannend?

Ich finde diesen Ansatz aus mehreren Gründen interessant:

„Reclaiming“

2012 hat Sascha Lobo zum Jahr der Blogs ausgerufen und schrieb dazu auch eine Kolumne „Euer Internet ist nur geborgt“, in der er vor der Abhängigkeit von sozialen Netzwerken warnte:

Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.

Gut, dieses Blog wird jetzt zwar auch von WordPress gehostet, ich bin aber, was Inhalte und Datenimport und -export angeht relativ unabhängig.

Regionalisierung

Interessant finde ich auch den regionalen Aspekt. Durch die Plattform lernt man neue Blogs aus der eigenen Stadt kennen, die es sonst nicht in meine Filterblase geschafft hätten.

Kleiner „Opa-erzählt-vom-Krieg“-Einschub: bei meinem ersten Einstieg in das Internet, 1995 im Museum Arbeitswelt, gab es so wenige Internetseiten, dass man da auch bequem über eine nach Ländern sortierte Liste einsteigen konnte. Damals hieß das noch „internationales Computernetzwerk“ und „Datenhighway“

Extrinsische Motivation

Im Prinzip schreibe ich ja gerne und freue mich auch immer, wenn meine Texte wahrgenommen und gelesen werden. Allerdings ist das auch immer etwas mühsam und mehr Praxis würde mir sicher auch helfen einfach besser zu schreiben.

Dabei ist dann natürlich die Einbindung in eine Gruppe und der damit verbundene Druck von außen ganz hilfreich. Darüber hinaus, ist es auch spannend, herauszufinden, ob ich überhaupt jede Woche einen halbwegs brauchbaren Artikel raushauen kann oder ob ich irgendwann auf belanglose Links oder herzige Faultierbilder zurückgreifen muss um die Quote zu erfüllen…

IronBiblioBlogger?

Im Bereich der Biblioblogs gab es ja so etwas Ähnliches schon einmal: die Stimmen. Der (sehr ambitionierte) Ansatz war, dass jeden Tag eine Bibliobloggerin/ein Biblioblogger einen Artikel publiziert. Das hat leider nicht so richtig funktioniert und die Stimmen sind etwas eingeschlafen. Bei mir war es wahrscheinlich der (selbstgemachte) Druck termingerecht einen „wichtigen Artikel“ zu produzieren, der es verdient in den Stimmen und nicht im eigenen Blog zu erscheinen…

Keine Ahnung, ob in diesem Umfeld auch so ein „Iron Blogger“ Ansatz mit seiner Belohnung/Strafe-Komponente funktionieren würde, da es hier ja einen thematischen und keinen regionalen Bezug geben würde und man sich realistischerweise nur einmal im Jahr auf den BibliothekarInnentagen/Bibliothekskongressen treffen könnte um die Gemeinschaftskassa zu verfeiern (was in Bier umgesetzt wahrscheinlich ein episches Besäufnis ergeben würde 😉 ).

Written by Peter

Juni 13, 2013 at 8:57 pm

Veröffentlicht in iron blogger, Konferenzen

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