Hatori Kibble

Jo eh…

InetBib Tag 2: Gaderobenpflicht und Elfenpriester

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Die Nachmittags-Session hatte den Titel: „Nutzerwünsche erkennen“ und begann mit einem Vortrag vom BIS Oldenburg: „Digitale Dienstleistungen und ihre Nutzung: Wie erfahren wir mehr über Nutzerwünsche online?“

Zu Beginn wurden einige Methoden der Nutzerforschung vorgestellt, etwa die Netnographie, eine Übertragung von ethnographischen Forschungsmethoden auf das Internet. In dem – frei verfügbaren – Buch „My Life as a Night Elf Priest“ hat etwa eine amerikanische Forscherin „World of Warcraft“ untersucht. Wenn allerdings einmal unsere NutzerInnen in unseren Bibliothekskatalogen so viel Zeit wie in „World of Warcraft“ verbringen haben wir ein ernsthaftes Usability Problem… , daher eignet sich diese Methode nur bedingt. Denkbar ist aber eine Untersuchung von Bibliotheksangeboten als Teil übergreifender Online-Umgebungen (Facebook, Lernumgebungen).

Eine andere Methode sind kontextuelle Interviews (also im Umfeld der TeilnehmerInnen), dabei können deren spezifische Arbeitsweisen nicht nur erklärt, sondern auch gleich vorgeführt werden.

Im Kontext der Primo-Einführung am BIS Oldenburg wurden dann „Videofeedback-Interviews“ durchgeführt. Die Versuchspersonen benutzen das Informationsangebot und dabei wird das Geschehen am Bildschirm, aber auch die Reaktionen der TeilnehmerInnen aufgezeichnet. Einige solcher Videos wurden im Vortrag gezeigt und waren irgendwo zwischen instruktiv und bestürzend..

Als zweite Technik wurden in Oldenburg dann noch Design-Workshops mit Beteiligung der zukünftigen NutzerInnen eingesetzt.

Fazit des Vortrages war, dass NutzerInnen-Tests relativ unkompliziert sind und möglichst frühzeitig und begleitend in der Entwicklung eingesetzt werden sollen. Dies erlaubt schnelle Aussagen zur Wahrnehmung der Oberflächen und gibt die Möglichkeit noch korrigierend einzugreifen, außerdem können konkrete Fragestellungen zu Funktionalitäten und mögliche alternative Lösungsansätze abgeprüft werden.

Der folgende Vortrag „Und was erwarten wir von unseren NutzerInnen? Warum wir auch auf uns selbst schauen müssen, um Nutzerorientierung möglich zu machen“ von Anne Christensen ist erfreulicherweise schon auf Slideshare verfügbar.

Bei dem hochgehaltenen Ziel NutzerInnen-Orientierung klafft eine ziemliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ein Beispiel dafür sind etwa die 35 Schritte um eben etwas mal auszudrucken. Auch die Gaderobenpflicht ist so ein Klassiker, denn das Durchsetzen von Verhaltensregeln ist erstmal ein großer Stressfaktor.

Im Endeffekt plädiert Christensen dafür, selbstverantwortliches Handeln zu stärken ohne dabei Verantwortung aus der Hand zu geben, um aus dem bibliothekarischen Dreiklang „Ermahnen/Vorgeben/Erziehen“ ein „Ermöglichen/Neugierig machen/Begeistern“ zu machen.

Im letzten Vortrag der Session erzählte Maren Krähling von Praxisbeispielen aus den USA „Join the Conversation“ – Wie integrieren wir Benutzerwünsche in unsere eigene Strategie? Die Vortragende war im Rahmen des „Librarian in Residence“ Programm 2012 in den USA, ihre Erfahrungen sind auch im Projektblog zu finden.

Spannend fand ich das Beispiel der Queens Public Library, die eng mit der Nachbarschaft zusammenarbeitet und z.B.: gemeinsam Bestandsaufbau betreibt (etwa in Sprachen, die keiner der BibliothekarInnen spricht, die aber in der Zielgruppe verbreitet ist). Die Zusammenarbeit findet dabei auf Augenhöhe statt (die BenutzerInnen arbeiten beispielsweise auch an der strategischen Ausrichtung mit), als entscheidende Haltung sieht Krähling daher auch Respekt, Toleranz und Kontextsensitivität (in welche Umgebung ist die Bibliothek eingebunden?)

Written by Peter

März 6, 2013 um 6:11 pm

Veröffentlicht in Konferenzen

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2 Antworten

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  1. […] => Mehr zum Nachlesen über diese beiden Vorträge findet man sich im Open Knowledge Pad von Dörte Böhner sowie im Blogbeitrag von Hatori Kibble. […]

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