Hatori Kibble

Jo eh…

IFLA Tag 5 – Janis Joplin schaut vorbei

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Der fünfte Tag fing für mich mit der Session „Master of contents or How to win the battle over freedom in cyberspace?“ an. Da am Vorabend allerdings der cultural evening war, habe ich mir einen etwas späteren Anfang gegönnt und kam erst zum Vortrag Lawful access legislation, its risks and why libraries must care rein. Lawful access – also die Nutzung von Vorratsdaten durch die Exekutive – wird gesehen als

  • an extension of policing powers
  • makes mobile and internet data more accessible
  • places data preservation and production into the hand of telcom providers

Im Vortrag ging es zwar um die spezielle kanadische Situation, entsprechende Regelungen sind aber auch in Deutschland immer wieder im Gespräch, auch wenn die Vorratsdatenspeicherung zuletzt vom Verfassungsgerichtshof gekippt wurde (auf diese bezog sich dann auch Shaked Spier in seiner comment speech).

Der Referent ging auch auf die Frage ein, ob sich Bibliotheksverbände dazu äußern sollen. Prinzipiell ist ein Bibliotheksverband eine Organisation der Bürgergesellschaft und hat daher natürlich das Recht Stellung zu beziehen. Oft gibt es aber eine Scheu seine „political comfort zone“ zu verlassen, es fehlt an tiefer gehenden Wissen zu Thematik oder man glaubt, es gibt relevantere Gruppen die sich darum kümmern sollten.

So sieht eine "diligent search" bei verwaisten Werken aus

So sieht eine „diligent search“ bei verwaisten Werken aus

Der nächste Vortrag war von Ellen Broad: „Update from Australia: the copyright cloud over our national collection“. Broad arbeitet für die Australian Digital Alliance und das Australian Libraries Copyright Committee. Auch in Australien ist die Urheberrechts-Gesetzgebung nicht auf der Höhe der Zeit, auch dort ist von „printed copies“ und „bound in leather“ die Rede.

Sie ruft dann auch noch dazu auf, Transparenz und Zurechenbarkeit in den Handelsverträgen (Stichwort ACTA im europäischen Fall) zu fordern, die dann auch die Richtlinien im eigenen Land betreffen.

Darauf ging dann auch Harald Müller in seiner comment speech ein, er kritisierte den Trend, bei Urheberrechtsverhandlungen bilateral Vereinbarungen zu beschließen, statt die – eigentlich dazu installierten – Gremien (WIPO, WTO) zu verwenden.  Letztere sind immer noch demokratischer und transparenter als die bilateralen Verhandlungen.

ACTA ist für Müller noch nicht tot, sondern eher ein Zombie, mit CETA steht schon das nächste Vertragswerk in der Discussion.

Interessant war auch eine Folie in der Müller gezeigt hat, wie sich die Rechteinhaber eine „diligent search“ bei verwaisten Werken vorstellen.

Die Lobbyarbeit der Bibliotheken findet Müller sehr wichtig, gerade um auch in den aktuell laufenden WIPO Verhandlungen zu Schranken des Urheberrechts eine starke Verhandlungsposition zu haben.

Geendet hat der Vortrag dann mit Janis Joplin (bzw. Kristofferson/Foster): „Freedom’s just another word for nothin left to lose„. Naja, kann man jetzt interpretieren wie man will..

Written by Peter

August 17, 2012 um 7:20 am

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2012

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