Hatori Kibble

Jo eh…

IFLA Tag 2

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Trotz der Überschrift eigentlich der erste Tag, da heute die „Opening Sessions“ stattfand.

Vor der Eröffnung gab es aber noch eine Newcomers Session. Neben einem Grußwort von IFLA Secretary General Jennefer Nicholson standen noch zwei kleine Panels am Programm, in denen IFLA-Mitglieder erzählten, was ihnen die Konferenzen so gebracht haben ( Einer davon war auch Shaked Spier vom sehr empfehlenswerten Drawer 2.0-Blog.) Alle haben eigentlich erzählt wie wichtig das „Drumherum“ neben den eigentlichen Vorträgen ist, also das Ganze „Networking“ und Kontakte knüpfen. Außerdem wird das eigentliche Berufsbild geschärft, man wird durch den Austausch mit den KollegInnen inspiriert, erkennt neue Möglichkeiten und übernimmt dadurch auch mehr Verantwortung für die eigene berufliche Entwicklung.

Etwas gestört hat mich an dieser Session der leichte „Erweckungs-Prediger“ Tonfall („the IFLA family“, „I blossomed through IFLA“, „fell in love with IFLA“, „IFLA treats you like family“). Da hätte ich halt gerne weniger Emotionen und dafür mehr Informationen über die IFLA an sich gehabt. Wenigstens gab es am Eingang ein Handout mit einer Beschreibung der IFLA Strukturen.
Nächster Programmpunkt war dann die offizielle Opening Session. Gleich zu Beginn kam etwas Gänsehautfeeling auf, als im Dunkeln eine finnische Sängerin ein Willkommenslied sang, danach die üblichen Grußworte und dann die Keynote von Helena Ranta, einer forensischen Zahnärztin, die unter anderem Gutachterin bei Kriegsverbrecherprozessen in Völkermordfällen ist.

Alles sehr wichtig und spannend was Helena Ranta erzählt hat, die Verbindung zur Konferenz war halt etwas vage, nur als sie vom kulturellen Genozid sprach, könnte man sagen, das Bibliotheken hier als Bewahrer kulturellen Erbes hier eine Rolle spielen.

Nach der Keynote hatte ein extrem talentierter, witziger finnischer Klavierspieler seinen Auftritt, was natürlich auch ziemlich ein Bruch war.

Nach der Eröffnung stand ich vor der schweren Aufgabe mich zwischen Interesse („Sleepwalking into a control society“ von FAIFE) und Pflicht (eine Session zur Fernleihe) zu entscheiden..

Naja, „Innovation in Resource Sharing: new methods, new technologies“ hat gewonnen..

Im ersten Vortrag ging es um „Plan B“. In den UK wächst die Unzufriedenheit mit den großen Paketangeboten der Verlage, den „Big Deals“.  Einige Bibliotheken haben sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen, es gibt Absprachen beim Zeitschriftenerwerb und schnelle Fernleihen um die Lücken zu schließen (und ein Mammut-Excel-Sheet für die Auswertung).

Der nächste Vortrag war eine Vorstellung von subito: Aufbau des Dienstes, rechtliches Umfeld etc. Neu war mir, dass Subito eine Kooperation zur Doklumentenlieferung mit drei chinesischen Bibliotheken hat. Ansonsten gingen die Bestellzahlen 2007 nach dem Prozess um rund 40% zurück, diese Jahr soll es aber anscheinend wieder 3 bis 4 % Zuwachs gegeben haben, und was mich auch wundert, ist das viele Bestellungen auf Altbestand gehen.

so sieht ein chinesisches Fernleihsystem aus

So sieht ein chinesisches Fernleihsystem aus

Der nächste Vortrag war über „resource sharing“ in Mexiko, im Prinzip ging es da um Konsortien.

Zwei Vorträge behandelten die Situation in China: „SaaS Based Resource Sharing“ klang spannend, das „software-as-a-service“ bezog sich aber nur auf das Bestellsystem an sich und nicht auf die Bereitstellung von elektronischen Ressourcen selbst.

Das Paper zum zweiten chinesischen Vortrag über das Bereitstellen digitaler Kulturinformation ist online verfügbar, der Vortrag zur iranischen Situation fiel leider aus.

Written by Peter

August 13, 2012 um 1:42 pm

Veröffentlicht in Konferenzen, wlic2012

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