Hatori Kibble

Jo eh…

Archive for August 2012

IFLA Tag 6 – Gratulation an Münster, und aus!

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Letzter offizieller Programmpunkt war noch die „Closing Session“. Neben Reden und einigen Ehrungen („IFLA Scroll of Appreciation“ klingt für mich allerdings nach etwas, das man in einem  Online-Rollenspiel erbeutet..) gab es auch eine Prämierung des besten Posters. Den Preis dafür hat Gerhard Peschers von der Bibliothek der JVA Münster gewonnen. Herzliche Gratulation dazu!

Poster ohne Preis, dafür mit hbz Logo

Poster ohne Preis, dafür aber mit hbz Logo

Danach haben sich die Austragungsorte der nächsten Konferenzen vorgestellt. Das der Kongress 2013 in Singapur ist, war ja schon bekannt. Neu angekündigt wurde aber, dass 2014 der Kongress in Lyon abgehalten wird.

Letzteres wäre von der Entfernung ja noch eher machbar. Und irgendwie hat mir Helsinki schon Lust auf weitere IFLA Tagungen gemacht. Es ist ein sehr vielfältiger Kongress (das sieht man teilweise schon an der Kleidung der TeilnehmerInnen) und man hat die Möglichkeit sich mit KollegInnen aus der ganzen Welt auszutauschen.

Die Organisation war exzellent, bereits am Hauptbahnhof/Flughafen empfingen einem Volunteers, auch während der Konferenz wurde man gut betreut. Die Räume waren immer ausreichend groß (markanter Unterschied zum Bibliothekartag) und die überall aufgestellten Wasserspender waren auch ein netter Zug.

Danke auch an die LeserInnen und die kleine Werbung in NetBib! Je länger die Tagung läuft, desto geschlauchter ist man nach den Vorträgen und damit sinkt natürlich die Motivation drastisch, sich noch an den Laptop zu setzen und eine kleine Zusammenfassung und Linkliste zu machen. Wenn man aber in die Statistik schaut und sieht, das liest ja doch irgendwer da draußen, geht das natürlich leichter. 😉

In diesem Sinne „Kiitos“ und ich bin dann mal weg auf die Aland Inseln..

Eine Konferenz geht zu Ende

Eine Konferenz geht zu Ende..

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Written by Peter

August 17, 2012 at 9:09 am

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IFLA Tag 6 – Textmining im Auskunftsdienst

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Und schon wieder letzte offizielle Tag der IFLA..

Finnischer Bücherbus

Finnischer Bücherbus vorm Kongresszentrum

Am letzten Tag hatte ich mir noch eine Session der „social sciences libraries“ angeschaut: „Empowering library users to solve problems: our stories“.

Im ersten Vortrag ging es um die Erkenntnisse die man aus Auskunftsanfragen ziehen kann. Susan Gardner Archambault präsentierte: Desk statistics under a microscope = improved library services.

In ihrer Bibliothek wird Gimlet verwendet (ein review dazu) um die Anfragen am Infoschalter statistisch auszuwerten. Das macht zwar etwas Aufwand erlaubt aber dann text mining in den erhobenen Daten zu machen. Die Bibliothek kategorisiert dazu die Anfragen z.B. in Orientierungs- oder technische Anfragen und macht dann Wortfrequenzanalysen.

Daraus lassen sich dann Verbesserungsvorschläge ableiten, die von simpel (bessere Wegweiser zu Toilette) bis auwändiger (eine Software die freie Computer auf einer Karte darstellt) reichen.

Außerdem wird noch in der Bibliothek Libanswers eingesetzt um eine knowledge base an Benutzerfragen aufzubauen oder Umfragen vor dem Kauf neuer technischer Ausstattungen durchgeführt (dies hat den netten Nebeneffekt, dass die Bibliothek gemerkt hat, dass die NutzerInnen nicht unbedingt den teuersten Scanner brauchen..).

Der nächste Vortrag war wieder ein deutscher Beitrag. Sebastian Nix vom Wissenschaftszentrum Berlin sprach über: Was wir von unseren Nutzern lernen können – und wie. und hat dort drei Fallstudien seiner Einrichtung vorgestellt: eine allgemeine Kundenzufriedenheitsumfrage, eine Usability-Studie zur Website und eine Umfrage zu Literaturverwaltungssystemen. Hilfreich zur Durchfürhung solcher Projekte gerade in kleineren Einrichtungen sind Kooperationen mit Ausbildungseinrichtungen (im WZB Fall die FH Potsdam oder das Institut für Bibliothekswissenschaften an der HU), außerdem ist natürlich eine Rückmeldung an die NutzerInnen über Ergebnisse und Konsequenzen wichtig.

Written by Peter

August 17, 2012 at 8:34 am

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IFLA Tag 5 – Mit Tintin und der Retrieval Rocket zum Mond

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Die zweite Session des Tages für mich war: „National Libraries and open data: new discovery and access services“.

Im ersten Vortrag von Elisabeth Niggemann ging es um die open data Aktivitäten an der DNB: The importance of open data to national libraries. Dort wurden ja Normdateien und ein großer Teil der bibliographischen Daten als open data zur Verfügung gestellt. Positiv überrascht hat mich die Vehemenz mit der Niggemann sich für die Freigabe von Daten einsetzt. Sie wolle auch andere zur Freigabe motivieren und sieht das sogar als Überlebensfrage für Bibliotheken.

Alte sollte die Entscheidung zur Freigabe sorgfältig überlegt werden, da sie eben nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Problematisch ist auch, dass mit der Freigabe die Nutzung und der Erfolg der eigenen Daten nicht mehr so einfach festgestellt werden kann.

Dann ging Niggemann noch kurz auf die Europeana ein. Im dortigen data exchange agreement ist die Freigabe der Daten als CC-0 festgeschrieben. Dies ist für das semantische Netz wichtig, da nur so die Daten in Anwendung, Wikipedia oder Blogs mit kommerzieller Aktivität (das kann ja auch schon Google AdWords sein) integriert werden können.

Allerdings können im Rahmen des Vertrags Europeana Partner Vorschaubilder unter eine andere Lizenz stellen, was den Austausch natürlich wieder einschränkt.

Tintin reist mit der "Retrieval Rocket" der BNF

Tintin reist mit der „Retrieval Rocket“ der BNF

Nach dieser deutschen Perspektive kam ein sehr guter Vortrag (auch visuell schön untermalt mit Hergé Comics) von Gildas Illien von der französischen Nationalbibliothek: Are you ready to drive in? A case of open data in national libraries.

Besonders interessant waren die „lessons learnt“: Immer mit benchmarks arbeiten, also schauen was die anderen machen. In der Diskussion die Freigabe eher von der wirtschaftlichen Seite argumentieren und die Angelegenheit nicht zu einer Ideologiefrage oder eine technischen Notwendigkeit machen. Allerdings hat Illien erzählt, dass sie in der vorherigen Rechts-Regierung eher wirtschaftlich argumentiert haben und in der jetzigen Links-Regierung eher die Werte „Transparenz“ und „Freiheit“ betonen und so eigentlich immer ganz gut fahren ;-).

Und man sollte echte Anwendungsfälle parat haben, im Zweifelsfall würden Geschichten auf der Managerebene noch besser als reine Zahlen wirken.

Written by Peter

August 17, 2012 at 7:57 am

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IFLA Tag 5 – Janis Joplin schaut vorbei

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Der fünfte Tag fing für mich mit der Session „Master of contents or How to win the battle over freedom in cyberspace?“ an. Da am Vorabend allerdings der cultural evening war, habe ich mir einen etwas späteren Anfang gegönnt und kam erst zum Vortrag Lawful access legislation, its risks and why libraries must care rein. Lawful access – also die Nutzung von Vorratsdaten durch die Exekutive – wird gesehen als

  • an extension of policing powers
  • makes mobile and internet data more accessible
  • places data preservation and production into the hand of telcom providers

Im Vortrag ging es zwar um die spezielle kanadische Situation, entsprechende Regelungen sind aber auch in Deutschland immer wieder im Gespräch, auch wenn die Vorratsdatenspeicherung zuletzt vom Verfassungsgerichtshof gekippt wurde (auf diese bezog sich dann auch Shaked Spier in seiner comment speech).

Der Referent ging auch auf die Frage ein, ob sich Bibliotheksverbände dazu äußern sollen. Prinzipiell ist ein Bibliotheksverband eine Organisation der Bürgergesellschaft und hat daher natürlich das Recht Stellung zu beziehen. Oft gibt es aber eine Scheu seine „political comfort zone“ zu verlassen, es fehlt an tiefer gehenden Wissen zu Thematik oder man glaubt, es gibt relevantere Gruppen die sich darum kümmern sollten.

So sieht eine "diligent search" bei verwaisten Werken aus

So sieht eine „diligent search“ bei verwaisten Werken aus

Der nächste Vortrag war von Ellen Broad: „Update from Australia: the copyright cloud over our national collection“. Broad arbeitet für die Australian Digital Alliance und das Australian Libraries Copyright Committee. Auch in Australien ist die Urheberrechts-Gesetzgebung nicht auf der Höhe der Zeit, auch dort ist von „printed copies“ und „bound in leather“ die Rede.

Sie ruft dann auch noch dazu auf, Transparenz und Zurechenbarkeit in den Handelsverträgen (Stichwort ACTA im europäischen Fall) zu fordern, die dann auch die Richtlinien im eigenen Land betreffen.

Darauf ging dann auch Harald Müller in seiner comment speech ein, er kritisierte den Trend, bei Urheberrechtsverhandlungen bilateral Vereinbarungen zu beschließen, statt die – eigentlich dazu installierten – Gremien (WIPO, WTO) zu verwenden.  Letztere sind immer noch demokratischer und transparenter als die bilateralen Verhandlungen.

ACTA ist für Müller noch nicht tot, sondern eher ein Zombie, mit CETA steht schon das nächste Vertragswerk in der Discussion.

Interessant war auch eine Folie in der Müller gezeigt hat, wie sich die Rechteinhaber eine „diligent search“ bei verwaisten Werken vorstellen.

Die Lobbyarbeit der Bibliotheken findet Müller sehr wichtig, gerade um auch in den aktuell laufenden WIPO Verhandlungen zu Schranken des Urheberrechts eine starke Verhandlungsposition zu haben.

Geendet hat der Vortrag dann mit Janis Joplin (bzw. Kristofferson/Foster): „Freedom’s just another word for nothin left to lose„. Naja, kann man jetzt interpretieren wie man will..

Written by Peter

August 17, 2012 at 7:20 am

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IFLA Tag 4 – Vom „Jewa System“ und wachelnden Dolmetschern

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Gestern war also der Tag der Tage. Session 139: Treating print in an increasing digital collection: issues, dilemmas and directions mit meinem Vortrag zu unserem EVA-Projekt. Aus den Erfahrungen in Hamburg habe ich gelernt und noch ein paar rudimentäre Statistiken eingebaut, die ich netterweise von unseren Bibliotheken bekommen habe.

10 Minuten vor der Session wurde ich noch darauf hingewiesen, dass unser Paper einen doppelten Absatz wegen eines blöden copy/paste-Fehlers hat. Etwas unschön, aber immerhin ein Zeichen, dass das wer gelesen hat. 😉

Während der Präsentation konnte ich einmal weit ausgreifendes Gestikulieren in der Dolmetscherkabine sehen, meine übersetzende Kollegin hat mir mitgeteilt, dass ich viel zu schnell spreche. Ich schiebe das auf meinen jugendlichen Enthusiasmus… Die Resonanz war ganz gut, es gab persönliche Nachfragen (unter anderem von einem Kollegen aus Aserbaidschan, der mit starkem russischen Akzent immer vom „Jewa System“ sprach, hat ein bisschen gedauert, bis ich das als „EVA“ identifizieren konnte ;-). Auch auf Twitter gab’s eine Nachfrage und eine kleine Erwähnung in einem schwedischen Blog.

Für das Mitschreiben bei den anderen Vorträgen in der Session hatte ich nicht so wirklich die Ruhe, die Papers sind aber alle online verfügbar.

Written by Peter

August 15, 2012 at 1:35 pm

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IFLA Tag 3 – Bibliothekare schrecken ab

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Die zweite Session am Montag war „Generation Google needs us: new roles for visibility in the digital age for information and reference services“.

Der erste Vortrag Information „Lost and Found“ – new models for library reference service beschäftigte sich mit den Informationsdiensten der Stadtbibliothek Helsinki. Die KollegInnen sind ziemlich innovativ, so gab es beispielsweise das Projekt einer „Informationstonne“ mit der die Stadtbibliothek auf öffentlichen Veranstaltungen in Helsinki präsent war. Großartige Idee eigentlich, die in der Praxis aber nicht so richtig funktioniert hat. Wahrscheinlich ist ein Auskunftsinterview nichts, dass die NutzerInnen im öffentlichen Raum führen wollen?

Ansonsten handelte der Vortrag vom „Ask Anything“ Service der Stadtbibliothek. Interessant ist, dass dieser Dienst eben nicht „Ask A Librarian“ heißt, nach Meinung einiger KollegInnen hat gerade das Fehlen des Begriffs Bibliothek dazu geführt, Hemmschwellen abzubauen und damit zum Erfolg des Dienstes beigetragen. Auch das Fragenspektrum ist dadurch sehr breit, so wurde etwa auch gefragt wie man einen Knopf annäht.

Die Stadtbibliothek hat auch eine sehr interessante Kooperation mit dem öffentlichen Radio. Dort läuft eine zehnminütige Sendung, in der BibliothekarInnen Anfragen der HörerInnen beantworten. Im Stadtradio gibt es auch eine Kooperationssendung „Secrets of Helsinki“ in der die Stadtbibliothek interessante Fakten zur Stadt präsentiert.

Auf der kommenden, neuen Website von „Ask Anything“ gibt es ein Fragenarchiv, in dem die NutzerInnen Antworten kommentieren und bewerten können. Dies kann unter Umständen auch dazu führen, dass eine Nutzerantwort besser als die der Stadtbibliothek bewertet wird..

An die BibliothekarInnen hat dieser Dienst auch neue Anforderungen gestellt: weg von den ausführlichen, enzyklopädischen hin zu den kurzen, knackigen Antworten um die Leute nicht mit Informationen zu erschlagen.

Der nächste Vortrag war Does GENERATION Google REALLY need us? von zwei Kollegen aus Hongkong. Interessant war etwa eine Umfrage zum Vergleich der Wichtigkeit von Bibliotheksdienstleistungen 2005-2011. Bei den HochschullehrerInnen war der Auskunftsdienst die einzige Dienstleistung die über die Jahre weniger wichtig geworden war (bei den Studierenden waren das auch noch andere).

Eine anthropologische Studie unter College-StudentInnen kam zum Schluss, dass für diese Beziehungen die auf Einfluss und Familiarität beruhen wichtig sind und zu BibliothekarInnen eben keine Beziehung besteht.

Nach einem Programm an der Universität, in dem die Bibliothek in die Lehre integriert wurde, hat sich das geändert und die Anzahl der „higher level questions“ ist gestiegen.

Den nächsten Vortrag hatte die Bibliothekarin der „Itinerant Poetry Library“, die auch beim letzten Bibcamp in Köln war: Reference Librarianship on the Fly: taking the Librarian out of the Library. Interessanter Vortrag, es ging um Bibliotheksarbeit außerhalb der Bibliothek. Angefangen vom „Open Air Lesesaal“ der New York Public Library, bis hin zur „radical reference“ bei Demos und Festivals oder der „Occupy Wall Street“ Library (Ich hatte dazu auch einmal eine Stimme geschrieben).

Auch eine „Mile High Reference Library“ wurde vorgestellt, dort kann man im Flugzeug z.B. Infos über das Zielland bekommen. Das Projekt wurde allerdings inzwischen eingestellt.

Allen diesen Ansätzen ist gemein, dass es einfach eine andere Qualität im Umgang mit den BenutzerInnen gibt, wenn das gewohnte Umfeld der Bibliothek verlassen wird.

Danach ging es wieder in die klassische Bibliothek zurück mit einem Vortrag zweier junger schwedischer Kolleginnen: How can we make our digital material more visible in the physical library? Das Problem bei digitalen Ressourcen ist, dass die NutzerInnen in die Bibliothek kommen, an den BibliothekarInnen vorbei zum Regal gehen und damit einfach nicht mitbekommen, welchen tollen E-Book Bestand es gibt.

2010 wurden in deren Bibliothek E-Books nur von einem Drittel der NutzerInnen genutzt. Übrigens auch nicht von den BibliothekarInnen selber. Daher gab es ein kleines Nebenprojekt: die MitarbeiterInnen bekamen die „Hausaufgabe“ ein E-Book auf einem beliebigen Endgerät zu lesen und tauschten sich danach in einem „Runden Tisch“ darüber aus.

Danach wurden zur Verbesserung der Sichtbarkeit von elektronischen Ressourcen kleine, billige Fotoframes mit Präsentationen in die Regale gestellt (oder an die Wand geschraubt). Auch QR-Codes wurden innerhalb und außerhalb (Plakate am Campus, der QR Code lud dazu ein, sich an der Infotheke eine Geschenktüte abzuholen) der Bibliothek eingesetzt.

Das Projekt war auch ziemlich erfolgreich, der Anteil von E-Book NutzerInnen ist auf zwei Drittel angestiegen.

Der letzte Vortrag handelte von einer SMS-Auskunft an einer kalifornischen Universität: If we build it, will they come? Understanding reference users in the age of texting. Für Faktenfragen eignen sich SMS ganz gut, die Anforderungen an die Antwortzeiten sind allerdings relativ hoch. Die NutzerInnen erwarten in der Regel eine Antwort innerhalb von 20 Minuten.

Written by Peter

August 15, 2012 at 9:56 am

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IFLA Tag 3 in der Cloud

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Heute war irgendwie der Tag der guten Sessions: in der Früh begann es gleich mit Cloud computing: its impact on privacy, jurisdiction, security, lawful access, ownership and permanence of data.

Im ersten Vortrag hat Clifford Lynch von der Coalition for Networked Information eine kleine Einführung in die Cloud Thematik gegeben, unter anderem mit einem Verweis auf ein empfehlenswertes Papier des NIST: Cloud Computing Synopsis and Recommendations.

Lynch unterscheidet drei Klassen von Clouds: storage clouds, computing clouds (wie etwa von Amazon) und applications as a service. Als Vorteil sieht er, das das Verwalten von Kapazitäten ausgelagert wird und man so etwa Stoßzeiten gut abfedern kann.

Negativ ist die Abhängigkeit vom Anbieter und das Fehlerhandling (bei den großen Stromausfällen in den USA hatten etwa einige große Webdienste Ausfälle, weil die Amazon Cloud doch nicht so ausfallsicher war wie gedacht..).

Im Netz der Webtracker

Das Netz der Webtracker

Danach sprach Christine Runnegar von der „Internet Society“ in Genf über Privacy on the Internet: looking to the future. Im Prinzip wird es immer leichter Daten aus verschieden Quellen abzugleichen und zusammenzuführen. Wir hinterlassen Fingerabdrücke und Fussspuren im Netz, die sehr flüchtig oder aber sehr langlebig sein können.

In diesem Zusammenhang hat sie auch das Browser-Addon „Collusion“ (Firefox, Chrome) vorgestellt, das Webtracker (normale Cookies, oder Flash- oder HTML5-Storage-Cookies) vorgestellt. Viele dieser Tracker verwenden eindeutige IDs und machen also das individuelle Surfverhalten über verschiedene Websites für Werbefirmen etc. sichtbar.

Ein anderes Beispiel von ihr waren Nutzungstatistiken, so kann man z.B.: für Kobo-Nutzer sagen, dass beim letzten Teil der Hunger-Games-Trilogie durchschnittlich 57 Seiten pro Stunde gelesen wurden und welches der am häufigsten angestrichene Satz war. Interessant war dann auch noch Runnegars Definition von Online Privacy als:

 consensual sharing of personal data within specific context with an expectation of scope

Beim letzten Vortrag von Patrick Flaherty ist wieder das ganze Paper verfügbar. Der Vortrag handelte von rechtlichen Problemen bei der CLoud-Nutzung. Die Vorteile der Cloud sieht Flaherty in den Kosteneinsparungen (Schätzungen gehen von bis zu 30 % aus) und des Zugangs zur IT-Expertise und neuer Software. Auch Flexibilität und schnelle Einsetzbarkeit nannte er als weitere positive Punkte.

Beim Umgang mit der Privatsphäre gibt es einerseits die „alten“ Probleme, wie beim gewohnten „Outsourcing“ sonst auch, andererseits kommt durch die transnationale Struktur eine neue Komplexität hinzu. Er nannte ein Beispiel eines Falles bei dem australische Nutzerdaten in eine Cloud geladen wurden, die von einer US-amerikanischen Firma verwaltet wurde, die die eigentliche Datenverarbeitung nach Indien ausgelagert hatten. Die dortigen Mitarbeiter arbeiteten auf Servern die in Uruguay standen und das Backup wurde in Irland gemacht. Rechtliche Einschätzungen werden dadurch natürlich etwas verkompliziert…

Written by Peter

August 14, 2012 at 8:59 am

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