Hatori Kibble

Jo eh…

#sigint12 Tag 3: One more Mate for the road…

with one comment

(Ajah, die Überschriften sind Links auf die Programmdetails, das kommt mit diesem CSS nicht wirklich rüber..)

„Integrity is doing the right thing, even if nobody is watching“

Großartiger Vortrag von @tante, der einen Diskussionsprozess anstossen will, die Hacker Ethik des CCC zu aktualisieren. Die Folien und seine Thesen sind auf seiner Seite zu finden. Ich werd auf meinem anderen Blog noch einen detaillierten Beitrag dazu schreiben.

Nochmal das Raumschiff

Nochmal das Raumschiff..

Computer in die Parlamente

Der IT-Admin der Berliner Piratenfraktion hat über deren Infrastruktur erzählt – denn „ohne Netzwerktechnologie keine Basisdemokratie“ – und ein paar Tools wie Redmine oder SOGo vorgestellt. Außerdem will die Fraktion open-source Projekte fördern und einen summer of code veranstalten. Selbst entwickelter Code wird auf deren GitHub-Account veröffentlicht.

Die maschinenlesbare Regierung

Der Begriff der „maschinenlesbaren Regierung“ ist auch schon 25 Jahre alt und stammt aus einem Artikel in der Datenschleuder, heute ist eher der Begriff „open data“ gebräuchlich. Interessant war der Aspekt, dass „open data“ in Zusammenhang mit der Verwaltungsmodernisierung gesehen werden muss und damit dann „Milliardenvergaben an IT Dienstleister“ verbunden sind, was noch zu Problemen führen könnte.

Der Geist von ACTA

Markus Beckedahl von der Digitalen Gesellschaft e.V. ist zuerst nochmals auf die grundlegenden Probleme mit ACTA eingangen: schwammige Formulierungen, geheime Zusatzprotokolle und Verpflichtung die „Kooperation zwischen Internetprovidern und Rechteinhabern zu fördern“, was im Endeffekt die Provider zu Hilfspolizisten der Content-Industrie machen würde. ACTA wurde von ihm auch als Richtungsentscheidung gegen die Reform des Urheberrechts gesehen.

Spannend war auch der Blick hinter die Kulissen der Protestorganisation. Beispielsweise wurde ein altes Anti-ACTA Video (das einen inzwischen veralteten Diskussionsstand widergibt) massenhaft viral unter SchülerInnen verbreitet. Deren Mobilisierung und Auftauchen auf den Demos hat die „alteingesessenen AktivistInnen“ dann ziemlich überrascht. Das führte aber im Endeffekt dazu, dass am 11. Februar über 100 000 Menschen in Deutschland demonstrierten. Der nächste Aktionstag ist der 9. Juni, um vor der Abstimmung im EU-Parlament nochmals zu mobilisieren. Auf der Kampagnen-Seite kann man sehen, welche Einstellung Deutschlands MEPs haben, um diese gegebenenfalls zu kontaktieren.

What is forensic software doing in journalism (and elsewhere)?

Am Beginn des Vortrags gab es Beispiele, wie neue Technologien den investigativen Journalismus erschweren. Beispielsweise wurde ein mit einem digitalen Wasserzeichen versehenes Bild von Anders Breivik von der norwegischen Polizei verwendet um ein Leak aufzuspüren. Das Wasserzeichen ist selbst dann noch nachzuweisen, wenn das Foto ausgedruckt und neu eingescannt wurde. Problematisch sind auch Spielkonsolen wie die XBox oder Dienste wie Dropbox die alle IP-Adressen von denen aus zugegriffen wurde speichern und natürlich ist auch das Abhören von Datenleitungen ein Problem.

kappuchino hat dann auch noch das Tool Jigsaw vorgestellt, das in Dokumenten Entitäten wie Datum, Telefonnummer, Personen, Geldbeträge, E-Mail Adressen, etc. erkennen kann. Die gefundenen Objekte lassen sich auch verknüpfen, z.B. Geldbeträge und Personen. Dies erleichtert die Analyse von großen Datenmengen. Ähnliche Software wird auch von Ermittlungsbehörden eingesetzt um etwa konfiszierte Festplatten schnell untersuchen zu können.

ownCloud

Cloudservices sind ja aus Datenschutzgründen immer etwas bedenklich. ownCloud ist jetzt der Versuch eine Alternative als freie Software anzubieten. Die Features entsprechen dem was man von Dropbox und so kennt, es gibt Multiplattform-Clients, alles wird natürlich verschlüsselt, Kalenderformate werden unterstützt und auch das Streaming von Musik oder Filmen ist möglich. Dokumente könne auch gemeinsam bearbeitet oder auch nur als Link (auch mit Ablaufdatum) verschickt werden.

Über offene APIs können auch eigene Dienste entwickelt werden. Klingt alles ziemlich großartig allerdings ist es keine „echte“ Cloudlösung. ownCloud ist kein Service und hat somit keine eigene Speicherinfrastruktur. Man muss also entweder selber einen Server haben (anscheinend gibt es aber auch eine Version die man ohne Rootrechte über PHP im eigenen Webspace laufen lassen kann) oder wieder Fremdanbietern vertrauen.

Fazit

Kurz: Das war meine erste SIGINT Konferenz und ich fand’s großartig! Spannende Vorträge aus einem breiten Themenspektrum (nicht nur Hardcore-Technikthemen), konstruktive Diskussionen, angenehme Leute, schräger Humor und der Tschunk kann auch was..

Ich denke gerade für technisch-orientierte BibliothekarInnen wäre die SIGINT eine gute Ergänzung zu unseren Konferenzen. Semantic Web und Linked Open Data sind ja auch durchaus Thema für uns, da wäre ein Austausch sicher sinnvoll. Bei neuen technischen Entwicklungen neige ich ja schnell zu Enthusiasmus, hier wären die Leute, die technisches  Wissen haben und Sachen auch fundiert hinterfragen können. Auch die konstruktive und transparente Ethikdiskussion kann ein Vorbild für uns BibliothekarInnen sein.

Written by Peter

Mai 20, 2012 um 8:29 pm

Veröffentlicht in Konferenzen

Tagged with , ,

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. […] OwnCloud bin ich ja das erste Mal auf der SigInt gestolpert. OwnCloud ist quasi die open-source Alternative zu Dropbox, zusätzlich lassen sich aber auch noch […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: