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Jo eh…

#sigint12 Tag 1: BibliothekarInnen sind Wehs…

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Vor zwei Jahren hatte ich die SIGINT ja schon einmal empfohlen, dieses Jahr habe ich es endlich hingeschafft.

Plakat der SIGINT 2012

Die SIGINT ist eine Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom Chaos Computer Club e.V. im KOMED in Köln, Deutschland vom 18. bis 20. Mai 2012.
Bei der SIGINT geht es um Mitwirkung und Veränderungen, um gesellschaftspolitische Forderungen und Utopien, um Hacktivismus, kreative Normverletzungen und Spaß am Gerät.

Folgende Vorträge hatte ich mir am ersten Tag angehört:

Eigentum, Sex, Cloud – Das Ende der Exklusivität

Interessanter Vortrag der auf Gedanken „Access statt Besitz“ basierte (vgl. dazu auch Jeremy Rifkin). These ist, dass die Vernetzung die Transaktionskosten so stark senkt, dass die Vorteile von Besitz gegenüber temporären Eigentum verschwinden (ein gutes Beispiel dafür ist Carsharing, oder Hackerspaces statt der Werkstatt im Keller).

Ein bisschen dystopisch wurde die Anwendung dieses Gedankens auf Beziehungen: flexible Anbahnung über OKCupid und Polyamorie statt der monogamen Zweierbeziehung, Grindr zur Bedürfnisbefriedigung.

Dass die beiden Vortragenden Nerds sind, merke man daran, dass deren Laptops für sie als unverzichtbares Eigentum angesehen wurde, während ja beispielsweise die Chromebooks auch auf das „Access-Paradigma“ ausgerichtet sind. Durch die Cloud ist der physische Computer irrelevant und kann einfach ausgetauscht werden.

Gesellschaftspolitisch wurde dann die Idee eines offenen „Property Abstraction Layer“ ins Spiel gebracht, der „den Kapitalismus abschaffen soll“. Im Prinzip gab/gibt es solche Ansätze ja im (sozialdemokratischen) Staat bzw. dessen Infrastruktur: Leute die sich kein Häuschen im Grünen leisten können, bekommen vom Staat Arbeiterwohnungen zur Miete; öffentliche Verkehrsmittel statt Individualverkehr; Wasserleitungen statt Hausbrunnen, etc. (naiv gesprochen, jeder Politologe wird mich wahrscheinlich widerlegen😉. Auch die Fernleihe folgt ja auch diesem Prinzip, auch hier wurden die Transaktionskosten (früher: Leihschein ausfüllen, an den Zentralkatalog schicken, warten; heute: TAN besorgen, die tolle DigiBib benutzen, warten) radikal verringert.

Social Swarm – Freie soziale Netzwerke vereinigt euch!

Nach etwas – wahrscheinlich berechtigten – Facebook Bashing, wurde der Ansatz präsentiert, freie soziale Netzwerke durch Gateways zu verbinden um die Daten dezentral halten zu können. Die dazu notwendigen Standards sollen über Liquid Feedback entwickelt werden.

Ich bin mir nicht sicher, inwieweit das jetzt schöne Utopie oder konkretes Projekt ist, ich werd mal die Website „Social Swarm“ studieren..

Sie haben das Recht zu schweigen

Udo Vetter vom Lawblog präsentierte sehr unterhaltsam Tipps und Tricks zum Umgang mit der Polizei, bei der Einvernahme als Beschuldigter/Zeuge, Hausdurchsuchungen, etc.

Immer sinnvoll über bürgerliche Abwehrrechte des Staates Bescheid zu wissen, trotzdem hoffe ich, dass ich diese Infos nie brauchen werden😉

Rhetorik für Linux-Admins

Der erste richtig technische Vortrag für mich auf dieser Konferenz, es ging „best practices“ beim Erstellen von Shell-Scripts.

Der Alltagsgegenstand im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Interessanter Vortrag über 3D-Drucker. Konsens war, dass es wahrscheinlich in nächster Zukunft kein Haushaltsgegenstand werden wird (und wenn dann eher so etwas wie eine Brotbackmaschine: anfangs cool, dann steht das Teil herum..), aber etwa durch eine „community“ verwendet wird (z.B.: Hackerspaces) oder Copyshops das als Dienstleistung einführen könnten.

„You have a Farmville gift request!“ Zu Social Casual Gaming

Spannender Vortrag zu Mechanismen des „social casual gaming“ am Beispiel FarmVille. (Nett auch der Einstieg der Referentin: Sie hat keine Ahnung von Hackerkonferenzen und hat nur von einem Freund die Vorgabe bekommen, dass es 42 Folien sein müssen und irgendwas mit Ponys vorkommen muss. Daran hat sie sich  gehalten😉

„Hallo Welt“ in Assembler

Um 23:00 einen Vortrag zu Assembler-Programmierung anzusetzen ist schon hart, brachte aber immerhin zwei Erkenntnisse: Wir BibliothekarInnen sind Wehs (de_DE: Warmduscher), unsere Bibliothekartage enden um 18:00 und ich weiß jetzt warum Club Mate hier das Getränk der Wahl ist.

Im Vortrag ging es um eine kleine Lerngruppe die sich das Ziel gesetzt hatte Assembler zu lernen. Gründe dafür waren etwa Interesse an der Funktionsweise von Computern und das Aufbrechen vom Herrschaftswissen Programmieren. Aus dem Publikum kam auch der schöne Ausspruch „Programmieren ist das Eliminieren von Magie“.

Dazwischen gab es auch eine schöne Gender-Nebendiskussion ob der – Zitat – „Hello Kitty“ Ansatz der „Rails Girls“ (mit so Werbung wie „I❤ Ruby more than Ashton Kutcher“) jetzt sexistisch oder hipstermäßig ironisch gebrochen ist.

Hintergrund zum Projekt gibt es im Blog „Fiona lernt programmieren“.

Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, aber der zweite Tag ruft….

Written by Peter

Mai 19, 2012 um 9:30 am

Veröffentlicht in Konferenzen

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