Archiv für die Kategorie ‘Literaturverwaltung’
“Literaturverwaltungssysteme im Überblick” – 2012er Version
Gestern fand die mittlerweise 3. Auflage des Kurses “Literaturverwaltung heute” an der ÖNB statt. Darin erzählt am zweiten Tag die “Library Mistress” etwas über “social bookmarking” und ich eben etwas über Systeme zur Literaturverwaltung.
Da dieses Feld naturgemäß ein breites ist, geht es darin mehr um Hilfe zur Selbsthilfe: also was sind Literaturverwaltungssysteme überhaupt, welche Typen gibt es, was sind sinnvolle Bewertungskriterien zur Auswahl, etc. In einem Praxisteil untersuchten dabei die TeilnehmerInnen auch eigenständig ausgewählte Programme, um sich einen besseren Eindruck machen zu können.
Anhand von Citavi, Zotero und BibSonomy hatte ich dann noch verschiedene Typen exemplarisch vorgestellt und den Tag dann mit verschiedenen Beispielen von bibliothekarischen Dienstleistungen rund um dieses Thema beendet.
Hier die Folien:
Das Skriptum zum Kurs enthält noch einmal eine Vorstellung der drei behandelten Systeme:
1 Einleitung
2 Funktionalitäten von Literaturverwaltungssystemen
2.1 Bibliographische Daten importieren
2.1.1 Exkurs Mikroformate
2.1.2 Bibliographische Daten verwalten
2.1.3 Bibliographische Daten exportieren
3 Beispiele
3.1 Citavi
3.1.1 Übersicht
3.1.2 Datenimport
3.1.3 Verknüpfungen mit Textverarbeitungen
3.1.4 KollaborativesArbeiten
3.1.5 Besonderheiten
3.1.6 WeitereInformationen
3.2 Zotero
3.2.1 Übersicht
3.2.2 Datenimport
3.2.3 Verknüpfungen mit Textverarbeitungen
3.2.4 Kollaboratives Arbeiten
3.2.5 Besonderheiten
3.2.6 WeitereInformationen
3.3 BibSonomy
3.3.1 Übersicht
3.3.2 Datenimport
3.3.3 Verknüpfung mit Textverarbeitungen
3.3.4 Kollaboratives Arbeiten
3.3.5 Besonderheiten
3.3.6 Weitere Informationen
4 Weiterführende Informationen
Hurra, offene Forschungsdaten!
Für einen Kurs bin ich gerade auf der Suche nach Zahlen zur Nutzung von Literaturverwaltungssystemen. Die TIB/UB Hannover hatte vor einiger Zeit eine große Umfrage (n=1000) zu diesem Thema gestartet und die Ergebnisse dazu wurden im Jänner präsentiert.
Es gibt eine wahnsinnig schicke Ergebnisseite, auf der man sogar dynamisch eigene Filtersets erstellen kann. Aber eigentlich habe ich nur ganz einfache Fragen: “Welche Programme sind bekannt?” und “Welche Programme werden verwendet?”.
Das Großartige ist nun, dass die Rohdaten der Umfrage auch auf E-LIS hochgeladen wurden und somit eigene Auswertungen ermöglicht werden. Mit Perl ist das sogar relativ einfach: mit Hilfe des Moduls DBD::CSV können SQL-Abfragen auf eine CSV-Datei durchgeführt werden. (Wahrscheinlich können das Excel-SpezialistInnen auch ohne den Umweg über Perl…)
Hier ein kleines Beispielprogramm um Herauszufinden, welche Literaturverwaltungsprogramme schon einmal benutzt wurden:
Zotero und Texmaker verbandeln
In Word und OpenOffice gibt es ja bereits eine ziemlich gute Zotero-Integration. Bei LaTeX-Programmen – wie etwa TexMaker - habe ich das ja immer etwas mühsam gefunden (Bibliothek als BibTeX exportieren und immer manuell aktuell halten…).
Vor kurzem bin ich über eine Erweiterung gestolpert, die das etwas komfortabler macht: AutoZotBib. Dieses Add-On lässt sich sowohl in die Firefox- als auch in die stand-alone Version von Zotero installieren und synchronisiert eine BibTeX-Datei mit der jeweils aktuellen Zotero-Bibliothek.
In den Einstellungen wird dazu der Dateiname eingetragen. Wenn man diese Datei danach in Texmaker als Bibliographie definiert können Zotero-Einträge direkt zitiert werden.
Zotero spricht jetzt auch DigiBib
Vor Jahren hatte ich ja einmal auf die Möglichkeit hingewiesen, aus Zotero heraus direkt über die OpenURL-Schnittstelle in die DigiBib zu springen.
Seit kurzem gibt es nun auch eine elegante Lösung für den umgekehrten Fall: In Zotero ist nun ein sogenannter Translator integriert, der es ermöglicht, Suchergebnisse aus der DigiBib direkt in das Programm zu übernehmen. Dieser neue Filter wird automatisch verteilt, so dass in Kürze alle NutzerInnen davon profitieren sollten.
Da der DigiBib-Translator unter die GPL gestellt wurde, können sich alle Interessierten an etwaigen Verbesserungen beteiligen.
Neue Zotero Version
Ende Jänner erschien ja die Version 3.0 von Zotero. Das komplette Changelog hist relativ umfangreich, hier nur zwei Neuerungen:
Doublettenerkennung
Im Kontextmenü gibt es den neuen Punkt “Duplikate anzeigen”. Die Duplikate und unterschiedliche Feldbelegungen werden dann angezeigt und können bei Bedarf zu einem Datensatz zusammengefügt werden.
Neue Oberflächen zum Einfügen der Literaturangaben
Zum Einfügen der Literaturangaben gibt es jetzt einen neuen, schicken Suchbalken (bei Bedarf kann aber auch auf die “klassische Ansicht” gewechselt werden).
Hilfreich ist auch ein neues Hilfesymbol in den Einstellungsdialogen. Dieses ist direkt mit der Dokumentation auf den Zotero.org verlinkt.
Die neue Version kann als Firefox-Plugin oder als “standalone” Version von der Homepage heruntergeladen werden.
Jeden Tag eine gute (bibliothekarische) Tat!
Vor einer Zeit hat Jürgen Fenn in einem Blogbeitrag auf einen Löschantrag der Literaturvorlage in Wikipedia hingewiesen und auch noch einmal die Wichtigkeit dieses Bausteins erklärt (Hervorhebung durch mich):
Sie erfüllt einen doppelten Zweck: Wird sie verwendet, wird das Zitat automatisch richtig formatiert. Aber darüberhinaus stehen die Daten auch gleich in einem Format bereit, das die weitere Verarbeitung der bibliographischen Daten erlaubt. Nur so können die Metadaten mithilfe von Tools wie Zotero ausgelesen und in einer Literaturverwaltung weiter bearbeitet werden. Die Stichworte hierzu lauten Semantic Web und Bibliothek 2.0. In der englischsprachigen Wikipedia ist die Literaturvorlage deshalb standardmäßig in Gebrauch. Sie ist die technische Voraussetzung dafür, bibliographische Angaben aus Wikipedia unmittelbar in einer wissenschaftlichen Arbeit weiter verarbeiten zu können.
Die gute Nachricht: die Vorlage bleibt! In der Begründung des Admins, der über die Beibehaltung entschieden hat, heißt es aber auch:
Ja, Neulinge können von der Vorlage abgeschreckt werden. Sie ist nicht besonders nutzerfreundlich, hat mithin zu viele Kategorien und ist nicht immer einwandfrei zu bedienen.
Aber Literaturaufnahmen sind ja eigentlich unser Spezialgebiet. Wir Bibliothekarinnen und Bibliothekare machen ja so etwas mit Begeisterung!
Daher möchte ich einfach dazu aufrufen, einfach mal den “Zufälliger Artikel” Link in der Wikipedia zu betätigen und wenn man dann auf einen Beitrag mit Literaturangaben stößt – und Zotero aber nichts erkennt – diese einfach im richtigen Format einzutragen (für das Recherchieren fehlender ISBNs gibt es noch ein Fleißsternchen..).
Mit dem Templator existiert auch ein Werkzeug, das schön an bibliothekarische Erfassungsmasken erinnert und diese Arbeit wirklich vereinfacht.
Alsdann, an die Tastaturen!
Zotero jetzt auch alleinstehend zu haben
Im September wurde ja eine Version als eigenständiges Programm angekündigt, die es ermöglicht Zotero auch mit dem Internet Explorer Google Chrome oder Safari zu nutzen. Gestern schließlich wurde die erste Version dieses Standalone Clients veröffentlicht.
Das Programm kann eine bereits existierende Datenbank nachnutzen, dazu muss aber auf die neueste Version des Firefox-Addons aktualisiert werden.
Nach einer Installation der Safari Extension erscheint dann auch dort das Zotero Icon.
Damit Literaturnachweise importiert werden können muss zuerst das Programm gestartet werden. Die Oberfläche entspricht der Firefox-Erweiterung, da hat sich jetzt nichts groß getan. Auch der Import und das Erkennen verschiedener Medienarten funktionieren wie gewohnt.

Zotero mal alleinstehend

Ein kleiner Warnhinweis noch: die Zotero-Macher weisen eindrücklich darauf hin, dass es sich bei der jetzigen Veröffentlichung nur um eine Alpha-Version handelt und Probleme auftauchen können.
Aber trotzdem ist zu sehen, dass Zotero jetzt auch ein ernsthaftes Angebot an Safari und Internet Explorer Google Chrome Nutzer machen kann und damit eine weitere wichtige Entwicklungsstufe genommen hat.
Nachtrag: Danke für den Hinweis in den Kommentaren. Ich hatte Chrome und Internet Explorer verwechselt, für letzteren gibt es noch kein Plug-in.
Bibsonomy Export aus der DigiBib
Mit Release 6 der DigiBib ist es ziemlich einfach Literaturnachweise direkt in Bibsonomy zu speichern. Hier eine kleine Anleitung anhand der lokalen Sicht der Stadtbibliothek Köln.
DigiBib mit Bibsonomy-Konto verknüpfen
Zuerst einmal muss die Verbindung zwischen den Systemen aufgebaut werden, das funktioniert in zwei Schritten:
- API key aus Bibsonomy holen
- API key in den Einstellungen der DigiBib ablegen









