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Alternate Reality Game der Toronto Public Library

mit 4 Kommentaren

Zu Beginn eine kleine Empfehlung: Boing Boing sollte man unbedingt im Feedreader haben, wenn man sich dafür interessiert “was sich im Internet grad so tut”. Auch für BibliothekarInnen ist das immer wieder interessant, beispielsweise gab es im Dezember einen Artikel mit dem schönen Titel “Interlibrary Loan is awesome” und dem Zitat:

Interlibrary loans are a wonder of the world and a glory of civilization.

Auch über das Verfahren gegen unseren Kollegen Dale Askey wurde schon in diesem Blog berichtet.

Join the Literary Resistance!

Join the Literary Resistance!

Heute bin über einen Artikel gestolpert, der über ein Alternate Reality Game der Toronto Public Library berichtet. Wikipedia weiß, dass Alternate Reality Games (oder ARGs), “auf verschiedene Medien zurückgreifende Spiele sind, bei denen die Grenze zwischen fiktiven Ereignissen und realen Erlebnissen bewusst verwischt wird”.

Die Bibliothek beschreibt das Spiel so:

Players are invited to join the Literary Resistance by completing a series of missions. By helping complete these missions, players will help prevent the dystopian future prophesized in Bradbury’s novel.

Mehr dazu erfährt man auf dem Blog der Bibliothek in einem Interview mit dem Designer.

An sehr grob vergleichbaren Projekten fallen mir nur die Geocaches der UB Marburg ein, dort gab es ein paar Rätselcaches zu Bibliotheksthemen. Das Projekt wurde in einem Vortrag beim Bibliothekartag 2011 vorgestellt.

Geschrieben von Peter

April 3, 2013 um 10:12 nachmittags

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InetBib Tag 1: Datengestützte Wissenschaft mit öffentlicher Versionshistorie

mit 2 Kommentaren

080110 uni berlin

Im Wikipedia Workshop behandelt: Einbindung von Wikimedia Commons Bildern: By Friedrich Petersdorff (Own work) [CC-BY-2.0-de], via Wikimedia Commons

Wiedermal eine InetBib Tagung: Diesmal die 12., diesmal an der Humboldt Universität und diesmal mit dem Titel “Angebot und Nachfrage: Was erwarten unsere Nutzer und unsere Nichtnutzer von uns?”

Am ersten Tag begann die Konferenz mit den üblichen Grußworten und einer Keynote von Wolfgang Coy:

“Mit dem Wandel leben… Wissenschaft, Bildung und Informationelle Infrastruktur”

Coy zerlegt den Begriff “Bildung” in die verschiedenen Facetten: “lesen lernen”, “verstehen lernen”, “suchen & finden lernen”, “wissen” und “beurteilen lernen”.

Unterstützt wird die Bildung dabei durch die informationelle Infrastruktur: angefangen von Büchern und Zeitschriften, über öffentlich zugängliche Bibliotheken bis hin zu elektronischen Medien (vom Schulfunk angefangen).

Bei den neuen Medien wird der Redner dann doch etwas kulturpessimistisch: da kommt ein Kalauer zu Google Glass, Audiobücher bringen bei ihm die Literatur auf Konsumniveau und er zitiert eine Studie, nach der auf einer Website nur circa 18% des Textes gelesen werden.
Das kann man jetzt natürlich auch anders sehen: gut produzierte Hörbücher sind durchaus eigenständige Werke und das Informationsverhalten bei der Nutzung von Webseiten bedingt halt oft selektives Überfliegen.

Ansonsten führen die elektronischen Medien zu einem Verlust des Ortsbezuges (z.B. remote Nutzung von Bibliotheksressourcen) oder – im Gegenzug – gewinnen wieder durch den Ortsbezug (Smartphone Anwendungen die durch GPS Daten unterstützt werden).

Dann werden noch einige aktuelle Entwicklungen aufgezählt: cloud computing, 3D Drucker (,,Daten werden zu Materie”). Ein anderes Beispiel war noch “Big data”: datengestützte Wissenschaft, bei der das Erstellen von Theoriemodellen durch reine Datenkorrelation abgelöst wird.

Neben diesen ganzen technischen Entwicklungen gibt es aber auch noch ethische Herausforderungen: “Kampfzonen” in denen die offene Wissenschaft und Bildung gegen “geheime Forschung, überzogene Patente und Urheberrechte, dual use, unsoziale Bildungsschranken oder ideologische Schranken (z.B. den Kreationismus)” eintreten muss.

Endziel bleibt das Bildungsideal “Urteilskraft entwickeln” und dieses muss durch zeitgerechte, informationelle Infrastrukturen unterstützt werden.

“Paradigmenwechsel bei Wissensvermittlung wegen dynamischer Veränderungsprozesse” (Andreas Degwitz)

Inwieweit abgelesene Vorträge bei Konferenzen sinnvoll sind, sei dahingestellt. Bei dem schönen Wetter hätte man auch einfach Handouts verteilen können, damit die Leute sich das gemütlich in der Sonne durchlesen und danach entspannt beim Sektempfang darüber diskutieren können.

Inhaltlich fand ich es aber doch ganz interessant. Die Einleitung war, dass der Mensch immer schon Herausforderungen an die Technik auslagert, so eben auch das Gedächtnis. Das ist heute durch die elektronischen Medien relativ einfach, birgt aber auch ein gewisses Risiko.

Text als Träger des Wissens wird dabei durch die elektronische Speicherung einfach zum Datencontainer (die Daten liegen intern binär kodiert auf der Festplatte und werden dann der Bequemlichkeit halber in alphanumerischer Kodierung präsentiert). Elektronisch vorliegende Daten lassen sich technisch leichter verarbeiten und dies führt in der wissenschaftlichen Arbeit zu einer neuen Form der datengestützten Empirie, gerade auch in Fachgebieten die sich bisher eher mit der reinen Textinterpretation beschäftigt haben (Geschichte, Sprachwissenschaften). Degwitz sieht dies als neues Wissensparadigma (statt dem theorielastigen Arbeiten).

Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf zukünftige Publikationen: Forschungsdaten sind ein wichtiger Teil und die Erleichterung der Weiterverarbeitung durch den elektronischen Zugriff (Repositorien, persistent identifiers, Strukturdaten, etc.).

Wissenschaftliches Arbeiten in der Zukunft (Daniel Mietchen)

Die Inhalte dieses Vortrages finden sich auf seiner Wikipedia Seite. Er wünscht sich: “long term goal: science with a public version history”.Ein schönes Beispiel dabei war die Forschungszusammenarbeit beim EHEC Ausbruch: ein Austausch der Forschungsdaten über konventionelle Kanäle (Artikel in Fachzeitschriften) hätte zu lange gedauert, daher wurden Gen-Analysen auf Github gestellt und damit konnte schnell, kollaborativ und nachvollziehbar gearbeitet werden.

 

Danach gab es vom Redner noch einen Wikipedia Workshop, dazu kommt noch ein separater Post…

Geschrieben von Peter

März 4, 2013 um 6:00 nachmittags

Veröffentlicht in Allgemein, Konferenzen

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Offene Katalogdaten in freier Wildbahn gesichtet!

mit 2 Kommentaren

Eine der häufigsten Rückfragen beim Thema “(Linked) Open Data” im Bibliotheksbereich ist ja immer die Frage: “Was bringt die Freigabe der Katalogdaten eigentlich?”

Es ist immer die Rede von tollen, neuen Anwendungen die mit den Daten ermöglicht werden, an konkreten Beispielen fehlt es aber oft.

Von daher war ich positiv überrascht, als ich in der Wikipedia ISBN-Suche einen neuen Dienst entdeckt habe: isbn2toc.

Hier hat offensichtlich wer die Links zu den Inhaltsverzeichnissen aus den Katalogdaten extrahiert und bietet eine Suche über die ISBN an.

isbn2toc Ergebnisseite

isbn2toc Ergebnisseite

Die Ergebnisseite ist zwar mehr funktional als hübsch, der Dienst funktioniert aber.

Also alles in allem, ein schöner kleinen Nischendienst, der etwas Sinnvolles mit Bibliotheksdaten anstellt…

Geschrieben von Peter

September 24, 2012 um 9:00 vormittags

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Öha, die Piraten mögen gedruckte Bücher…

mit 2 Kommentaren

Auch wenn mich NRW am 13. Mai leider nicht mitspielen lässt, habe ich mir einmal das Wahlprogramm der Piraten angeschaut…

Coverbild des Wahlprogramms der NRW Piraten

Cover der PDF-Version

Ein Abschnitt beschäftigt sich auch mit Bibliotheken und fängt für eine “Digitalpartei”  etwas ungewohnt an:

Die NRW-Piraten betrachten gedruckte Bücher als eine wertvolle Kulturform.

Etwas typischer geht es weiter unten weiter:

Der freie Zugang zu Wissen und Informationen ist ein zentraler Bestandteil unserer Politik.

Der nächste Absatz beschäftigt sich mit Bürgerbeteiligung in Bibliotheken, darin wird unter anderem eine Bürgerbeteiligung bei der Erwerbung gefordert.

Altgediente BibliothekarInnen werden jetzt wahrscheinlich müde mit Anschaffungsvorschlagsformularen winken oder auf patron-driven-acquisition bei E-Books oder andere coole Projekte verweisen. Natürlich sind das nur punktuelle Ansätze, aber bei einer kleinen ÖB würden die Kosten eines Verfahren zur Bürgerbeteiligung etwa zu Schwerpunktsetzung bei der Medienauswahl wahrscheinlich höher sein, als der Erwerbungetat an sich..

Die allgemeine Wertschätzung von Bibliotheken zeigt sich im folgenden Absatz (auch wenn nicht ganz klar ist, was mit “hochschwelligen Seminaren” jetzt gemeint sein soll..)

 [...] bieten Bibliotheken entscheidende kulturelle Integration: Verschiedene Kulturen können dargestellt und präsentiert sowie verbindende Eigenschaften deutlich gemacht werden. So entsteht eine wertvolle Brücke für Bürger verschiedenster Herkunft abseits der ausgetretenen und teils unwirksamen Pfade von „Integrationspolitik“. Bücher und Bibliotheken sind als ein Instrument von und für Bürger für eine offene, gebildete und tolerante Gesellschaft zu platzieren, mit niederschwelligen Angeboten ebenso wie mit hochschwelligen Seminaren und Projekten.

Der letzte Abschnitt steht unter der Überschrift  Digitalisierung des Bibliotheksbestandes, allerdings ist das auch wieder sehr vage:

Die Digitalisierung des Buchbestandes unserer Bibliotheken wollen wir konsequent vorantreiben. Digitale Inhalte sind leicht zugänglich und können direkt weiterverarbeitet werden. Volltextsuche ermöglicht vollkommen neue Formen der Recherche.

Daher wollen wir die bestehenden Projekte zur Digitalisierung vorantreiben, die Zugänglichkeit verbessern und weitere Projekte initiieren.

Was soll digitalisiert werden? Gemeinfreie Werke? Urheberrechtlich geschütztes Material etwa für elektronische Semesterapparate (deren Aufbau massivst durch das Stuttgarter Urteil erschwert wurde)?
Wer soll digitalisieren? Die Landesbibliotheken? Das hbz?

Also alles in allem eh ganz nette Worte, aber auch halt nicht sehr konkret. Viele “piratige” bibliothekarische Themen (Urheberrecht und Verwertungsansprüche in der Fernleihe, elektronische Ressourcen und Informationsversorgung, bildungsfreundliches Urheberrecht, etc..) sind zwar eher bundespolitische Angelegenheiten, aber interessant wäre zum Beispiel eine Aussage der Piraten zu einem Bibliotheksgesetz für NRW gewesen.

Geschrieben von Peter

April 21, 2012 um 10:50 vormittags

Die Bibliothek als Hackerspace

mit einem Kommentar

Gestern gab es im Makezine Blog einen spannenden Artikel von Philipp Torrone, der sich mit der zukünftigen Rolle der Bibliotheken beschäftigt:
Is It Time To Rebuild & Retool Public Libraries And Make “TechShops”?

To me, public libraries — the availability of free education for all — represent the collective commitment of a community to their future. They symbolize what is most important, a commitment to educating the next generation. The role of a public library should also adapt over time, and that time is finally here. It’s time to plan how we’re going to build the future and what place public libraries have, should have, or won’t have. The goal of this article is to get everyone talking about one of our great resources, the public library, and its future.

Den Rest des Beitrags lesen »

Geschrieben von Peter

März 11, 2011 um 9:30 nachmittags

Veröffentlicht in Allgemein, Texte

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Jeden Tag eine gute (bibliothekarische) Tat!

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Vor einer Zeit hat Jürgen Fenn in einem Blogbeitrag auf einen Löschantrag der Literaturvorlage in Wikipedia hingewiesen und auch noch einmal die Wichtigkeit dieses Bausteins erklärt (Hervorhebung durch mich):

Sie erfüllt einen doppelten Zweck: Wird sie verwendet, wird das Zitat automatisch richtig formatiert. Aber darüberhinaus stehen die Daten auch gleich in einem Format bereit, das die weitere Verarbeitung der bibliographischen Daten erlaubt. Nur so können die Metadaten mithilfe von Tools wie Zotero ausgelesen und in einer Literaturverwaltung weiter bearbeitet werden. Die Stichworte hierzu lauten Semantic Web und Bibliothek 2.0. In der englischsprachigen Wikipedia ist die Literaturvorlage deshalb standardmäßig in Gebrauch. Sie ist die technische Voraussetzung dafür, bibliographische Angaben aus Wikipedia unmittelbar in einer wissenschaftlichen Arbeit weiter verarbeiten zu können.

Die gute Nachricht: die Vorlage bleibt! In der Begründung des Admins, der über die Beibehaltung entschieden hat, heißt es aber auch:

Ja, Neulinge können von der Vorlage abgeschreckt werden. Sie ist nicht besonders nutzerfreundlich, hat mithin zu viele Kategorien und ist nicht immer einwandfrei zu bedienen.

Aber Literaturaufnahmen sind ja eigentlich unser Spezialgebiet. Wir Bibliothekarinnen und Bibliothekare machen ja so etwas mit Begeisterung! ;-)

Daher möchte ich einfach dazu aufrufen, einfach mal den “Zufälliger Artikel” Link in der Wikipedia zu betätigen und wenn man dann auf einen Beitrag mit Literaturangaben stößt – und Zotero aber nichts erkennt – diese einfach im richtigen Format einzutragen (für das Recherchieren fehlender ISBNs gibt es noch ein Fleißsternchen..).

Mit dem Templator existiert auch ein Werkzeug, das schön an bibliothekarische Erfassungsmasken erinnert und diese Arbeit wirklich vereinfacht.

Alsdann, an die Tastaturen!

 

Geschrieben von Peter

Januar 21, 2011 um 8:28 nachmittags

Veröffentlicht in Allgemein, Literaturverwaltung

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Neues Blog “Ethik von unten”

mit einem Kommentar

Drüben auf http://ethikvonunten.wordpress.com gibt es jetzt ein neues Blog von mir. Das Ganze entstand als Praxisprojekt für den Masterstudiengang „Bibliotheks- und Informationswissenschaft” der FH Köln.

Hintergrund war das Unbehagen mit dem von oben verordneten “Code of Ethics” (PDF Link) des Berufsverbandes BID (“Bibliothek Information Deutschland”).

Ohne jegliche Diskussion in der Fachöffentlichkeit bzw. einer breiteren Einbindung von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren wurde dieses Papier 2007 am Dritten Leipziger Kongress für Information und Bibliothek präsentiert und blieb  dadurch auch relativ folgenlos.

Dieses Blog will jetzt versuchen eine “Diskussion von unten” anzustossen.

Also meine Damen und Herren folgen Sie mir bitte unauffällig

Geschrieben von Peter

Juli 28, 2010 um 6:32 vormittags

Veröffentlicht in Allgemein

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Herausforderung gemeistert..

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Auch von meiner Seite Gratulation zur 2. Diplomarbeit! Barbara Haubenwaller hat an der Fachhochschule der Wirtschaft Campus 02 zu den “Chancen und Risiken für Verbundkataloge durch die Anreicherung mit Web 2.0-Konzepten” geschrieben.

Besonders interessiert hat mich ja der Teil über das hbz und die DigiBib. ;-) So steht denn geschrieben:

Mit ihren Personalisierungsmöglichkeiten
(Download von Suchergebnissen, Favoritenlisten, Alerting-Dienste) und den noch geplanten
Entwicklungen (barrierefreie Oberfläche, Suchmaschinentechnologie, eine Einfeld-Suche, vollständige
Integration externer Dienste und Shibboleth-Authentifizierung) kommt die DigiBib einem idealen OPAC
2.0 schon sehr nahe.

Das sind schon einmal schöne Vorschusslorbeeren zu DigiBib 6.. ;-) .

Herunterladen kann man sich die Diplomarbeit auf E-LIS.

Weiter Reaktionen bei der Library Mistress, beim VÖB Blog und beim Jakoblog. COinS ist eingebettet.

Geschrieben von Peter

Januar 29, 2009 um 8:31 nachmittags

Veröffentlicht in Allgemein, Zettelkasten

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