Hatori Kibble

Jo eh…

Archive for Mai 2010

SIGINT 2010

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SIGINT 2010 Flyer

SIGINT 2010 Flyer

Leider kann ich selber nicht teilnehmen, trotzdem eine Empfehlung..

Am Pfingstwochenende (22. – 24. Mai 2010) findet in Köln die SIGINT 2010 statt. Veranstaltet wird das Ganze vom Chaos Computer Club und soll eine “Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten, die sich mit den Auswirkungen der sich ändernden IT-Landschaften auf und durch die Gesellschaft befassen werden”.

Die Selbstbeschreibung geht dann leicht in’s Poetische:

Die Welt der Atome und die Welt der Bits funktionieren nach vollständig unterschiedlichen Prämissen. Dort, wo sie aufeinander stoßen (und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger) ergeben sich für die Gesellschaft Spannungen, Chancen und Chaos, das es zu erforschen gilt.

Die Bedeutung von immateriellen Gütern nimmt immer weiter zu, während die Produktionskosten sinken. Traditionelle Märkte verlangern sich in den virtuellen Raum, die Musikindustrie verdient ihr Geld mit Handytönen und Ideen kommen direkt aus dem 3D-Drucker, während liebgewonnene soziologische Begrifflichkeiten zum World Processing wie die Arbeiterklasse komplett nach China ausgesourct werden. Identitäten werden in sozialen Netzwerken jenseits von Nationen und Geschlechtern konstruiert und trotzdem gibt es immer noch die Welt der Dinge und der Internetausdrucker als allzu gegenwärtigen Gegenpol. Es ist grade dieser Verlust von Schranken der einerseits den totalen Überwachungsstaat ermöglicht und andererseits den Individuen bisher unbekannte Möglichkeiten der Entfaltung bietet, bis zum Horizont und viel weiter.

Es geht um neue und alte Räume. In der digitalen Gentrifizierung, in der Auseinandersetzung um die Grenzen der Stadt – dort wo es das neue und das alte sich begegnen findet ein Machtkampf statt. Burn the land and boil the sea, you can’t take the Net from me: Es ist diese Frontier und ihr Spirit, die treibende Kraft hinter Fortschritt und Reaktion, die uns auf der SIGINT beschäftigt. Es geht um Verstecke und Ninjas, offene Meere und Piraten, aber besonders um die Konsolen-Cowboys, -Cowgirls und wen auch immer und um das grenzenlose Neuland, wo Signale nicht zu stoppen sind und die Sonne niemals am Monitor spiegelt.

Im Programm geht es dann um so Themen wie die Kulturflatrate, ELENA, den Datenbrief, Frauen in der Geek Culture, anonyme Internetkommunikaton etc.. Also alles hochspannende Themen..

Written by Peter

Mai 18, 2010 at 9:18 nachmittags

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Neue CC E-Books

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In den letzten Tagen sind 2 neue E-Books unter Creative Commons Lizenz erschienen

Cover für "For The Win"

Cover für "For The Win"

Cory Doctorow hatte ich anlässlich seines vorletzten Buches “Little Brother” schon einmal vorgestellt. “For The Win” ist für die nächste Zugfahrt vorgemerkt, daher kann ich selber noch nichts dazu sagen und zitiere einfach mal den Guardian:

It’s the near future and online labour is globalised: millions work in virtual sweatshops with no rights and no union representation. Gamers Matthew from China, and Mumbai slum-dwellers Mala and Yasmin, among others, labour online to amass millions for exploitative global corporations, until they realise that by overcoming their differences and working together they can defeat their oppressors. Doctorow isn’t afraid of taking on big ideas and difficult themes. Here he mixes online gaming, trades union politics and economics in a realistic near-contemporary setting. In lesser hands, this might make for a dull read, but Doctorow is a fine stylist. In For the Win he has produced an exhilarating, unputdownable novel that’s likely to be nominated for the genre’s top awards.

Wie schon bei den früheren Veröffentlichungen von Doctorow, gibt es wieder die Möglichkeit Printausgaben für Bibliotheken und Schulen zu spenden.

Die elektronische Version ist in verschiedenen Formaten (E-Pub, Kindle, PDF, HTML..) verfügbar.

“Türspione” von Malte Klingenhäger ist eines der seltenen deutschsprachigen creative commons-Veröffentlichungen. Erschienen ist dieser Roman dann auch in Kooperation mit der Piratenpartei Münster (was anhand des Untertitels “Ein Datenschutzroman” naheliegt).

Cover für "Türspione"

Cover für "Türspione"

Der Roman  selber ist eine herrlich absurde Geschichte über 2 Verfassungschutzbeamte und einen Jungen der durch eine Grimasse auf der Toilette eine Verkettung unglücklicher Umstände in Gang bringt.

Auch wenn der Stil anfangs etwas verschwurbelt daher kommt, ist es doch ganz vergnüglich zu lesen.

Das E-Book kann als PDF oder E-Pub heruntergeladen werden.

Written by Peter

Mai 16, 2010 at 10:04 nachmittags

Veröffentlicht in E-Books

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Facebook Beziehungsstatus: “Es ist kompliziert”

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"Privacy, please!" von Nitot CC by-nc-sa

Facebook wird schön langsam zum (hier persönliche schlechte Angewohnheit einfügen) des Web 2.0. Man begreift irgendwie, das es auf lange Sicht nicht wirklich gut für einen ist, bleibt aber trotzdem dabei.

Grund für das schlechte Gefühl ist der Umgang von Facebook mit den eigenen persönlichen Daten. Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hat die Entwicklung der Privatsphären Einstellungen bei Facebook verfolgt und kommt in einem Artikel zu folgendem Fazit:

Viewed together, the successive policies tell a clear story. Facebook originally earned its core base of users by offering them simple and powerful controls over their personal information. As Facebook grew larger and became more important, it could have chosen to maintain or improve those controls. Instead, it’s slowly but surely helped itself — and its advertising and business partners — to more and more of its users’ information, while limiting the users’ options to control their own information.

Facebooks Privacy Policy ist inzwischen übrigens schon länger als die amerikanische Verfassung, wie die New York Times schreibt, die auch ein hilfreiches, interessantes Schaubild zu den 50 Einstellungen mit 170 Optionen zur Privatsphäre hat.

Wenn man übrigens prüfen will, wie die eigenen Einstellungen wirken, kann man zum Beispiel den von Dave Dempsey beschriebenen Facebook Privacy check verwenden.

Da Facebook inzwischen auch in der bibliothekarischen Welt angekommen ist, wird natürlich auch dort darüber diskutiert. Anne Christensen beschreibt zum Beispiel in einem Netbib-Post wie man Statusmeldungen und Fotos selektiv freigeben kann.

Interessant sind aber auch die Kommentare darunter: Bibliothekar beschreibt etwa wie durch Themenseiten zu beliebigen Begriffen (Saufen, Kaffee, Wochenende) auch Statusmeldungen öffentlich angezeigt werden, obwohl der Nutzer das eigentlich in seinen Einstellungen untersagt hat.

Die Nutzung von Facebook wird also immer problematischer, es wird Zeit sich nach Alternativen umzusehen. Ein interessanter Ansatz ist diaspora*:

Diaspora aims to be a distributed network, where totally separate computers connect to each other directly, will let us connect without surrendering our privacy. We call these computers ‘seeds’. A seed is owned by you, hosted by you, or on a rented server. Once it has been set up, the seed will aggregate all of your information: your facebook profile, tweets, anything. We are designing an easily extendable plugin framework for Diaspora, so that whenever newfangled content gets invented, it will be automagically integrated into every seed.

Now that you have your information in your seed, it will connect to every service you used to have for you. For example, your seed will keep pulling tweets and you will still be able to see your Facebook newsfeed. In fact, Diaspora will make those services better! Upload an image to Flickr and your seed can automatically generate a tweet from the caption and link. Social networking will just get better when you have control over your data.

A seed will not just be all your existing networks put together, though. Decentralizing lets us reconstruct our “social graphs” so that they belong to us. Our real social lives do not have central managers, and our virtual lives do not need them. Friend another seed and the two of you can synchronize over a direct and secure connection instead of through a superfluous hub. Encryption (privacy nerds: we’re using GPG) will ensure that no matter what kind of content is being transferred, you can share privately. Eventually, today’s hubs could be almost entirely replaced by a decentralized network of truly personal websites.
(A Little More About The Project)

Also auch wenn in diesem Text die Integration von Facebook Profilen erwähnt wird, so soll das lediglich eine Übergangsphase zum einfachen Umstieg sein. Letztlich werden die persönlichen Daten dezentral in einem eigenen Knoten des Netzwerks gespeichert und unterliegen somit komplett der eigenen Kontrolle. Die Technik dahinter wird etwa in dieser Präsentation vorgestellt.

Etwas mehr Information zu dem Projekt an sich gibt es in einem New York Times Artikel und natürlich im Blog von diaspora*.

Momentan gibt es leider nur ein Konzept und ein Startkapital von 10 000$, aber man sollte diese Projekt auf jeden Fall im Auge behalten (bis zum Herbst soll es die ersten Prototypen geben)..

Written by Peter

Mai 13, 2010 at 1:07 nachmittags

Veröffentlicht in Soziale Netzwerke

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